Volleyball-Duo aus Werdohl und Balve mischt 2. Bundesliga auf

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Aller Anfang ist schwer: Nach dem vierten Spieltag warten die Werdohlerin Nora Anders (schwarze Trikots, links) und Katharina Schulte-Schmale aus Balve (rechts) mit dem RC Sorpesee noch auf den ersten Saisonsieg in der 2. Bundesliga Nord.

Werdohl/Balve - Für Nora Anders aus Werdohl und die aus Balve stammende Katharina Schulte-Schmale erfüllt sich beim RC Sorpesee in dieser Saison der Traum vom Leistungssport: Die beiden heimischen Volleyballerinnen kämpfen in der 2. Bundesliga Nord um Punkte.

Und die Fahrerei aus Werdohl und wieder zurück geht ihr nicht auf den Geist? Nora Anders muss lachen. „Doch, ziemlich sogar“, gibt die 23-Jährige zu. „Ich finde aber, es geht noch. 25, 30 Minuten – es gibt Leute, die für ihren Sport noch weiter fahren.“ Ihr Sport: Im Fall von Nora Anders ist das Volleyball in der 2. Bundesliga Nord in der ersten Mannschaft des RC Sorpesee.

Für den Zweitliga-Volleyball scheint Nora Anders kein Weg zu weit. „Es ist zwar schade, dass Papa nicht mehr fährt“, sagt die Diagonalspielerin mit einem schelmischen Grinsen, und ergänzt: „Denn nach dem Training ist das schon anstrengend. Aber ich finde es okay.“

Wesentlich kürzer sind die Wege zum Training und den Spielen des RCS für ihre Teamkollegin. Die 28-jährige Katharina Schulte-Schmale hat bereits vor knapp sieben Jahren den Sprung über die Kreisgrenze ins Hochsauerland gewagt, ist nach Langscheid gezogen. So hat sie ihren Verein, der sie einst vom VfK Balve loseiste – und auch vom Vereinsschwimmen, das sie jahrelang parallel zum Volleyball betrieb – quasi vor der Haustür.

Erste Schritte beim TuS Versetal und VfK Balve

Nora Anders lernte das Volleyball-Einmaleins beim TuS Versetal unter dem in Werdohl als Lehrer tätigen Trainer Falk Metzler, ehe auch sie – genauso wie Metzler übrigens – den Weg an den Sorpesee fand. In den vergangenen drei Jahren aber studierte die junge Frau in Potsdam, stand währenddessen „nur“ der zweiten Mannschaft des RCS im Rahmen ihrer zeitlichen Möglichkeiten zur Verfügung, spielte in ihrer vorübergehenden Wahlheimat zudem bei Klubs in der Regionalliga.

Nora Anders aus Werdohl (links) und Katharina Schulte-Schmale aus Balve spielen beim RC Sorpesee.

In jener Spielklasse also, von wo aus der RC Sorpesee in der Saison 2013/14 seinen fast schon raketenhaften Durchmarsch startete. Regionalliga und 3. Liga wurden im Sturm genommen, nun ist die erste Mannschaft als Aushängeschild des Vereins unter der Regie des ebenfalls aus Balve stammenden Trainers Julian Schallow in der zweithöchsten deutschen Spielklasse angelangt.

Und sich dort zu akklimatisieren, das war und ist für das heimische Duo gar nicht so leicht. Das dokumentieren zwei 0:3-Auftaktniederlagen in Leverkusen und gegen Stralsund. Auch nach dem vierten Spieltag, einer 1:3-Heimniederlage gegen das Team der Deutschen Sporthochschule Köln, wartet der RCS noch auf den ersten Sieg.

Strapaziöse Vorbereitung mit vier Einheiten pro Woche

„Vom Niveau her ist das ein ganz anderes Level. Das hat man auch in den ersten Spielen gesehen, die alle enge Dinger waren“, sagt Katharina Schulte-Schmale.

Logisch, dass außergewöhnliche Umstände außergewöhnliche Maßnahmen erfordern – und Coach Schallow in der Vorbereitung auf die Feuertaufe in Liga zwei mit seinen „Mädels“ keine Gnade kannte: Vier Trainingseinheiten pro Woche den ganzen Sommer hinweg. „Inhaltlich ist das nicht so ganz das, was wir uns wünschen: Viel ohne Ball, viel Ausdauer-, viel Krafttraining – alles so Sachen, wo man sich durchquälen muss. Wo man den Kopf und die mentale Stärke braucht, um das durchzuhalten“, gesteht Schulte-Schmale.

Die körperlichen Voraussetzungen sind also eine Frage der Trainingsdosierung, aber was ist mit der Psyche? Lampenfieber? „Das hatte ich schon“, gibt Nora Anders zu. „Wenn man in der Regionalliga einfach so durchmarschiert, ist man irgendwann in so einem Flow, da macht man sich nicht mehr so viele Gedanken.“

In Liga zwei aber sind die Rahmenbedingungen anders, das Publikumsinteresse im Sunderaner Schulzentrum noch größer. „Wenn man sieht, dass 400, 500 Zuschauer in die Halle strömen, während wir noch beim Warmmachen sind, dann kriegt man einfach Bock. Dann will man es zeigen, den Leuten etwas bieten“, schwärmt die Werdohlerin. So gesehen scheinen 30 Minuten Anfahrt verkraftbar...

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