Das Aus für den Wintercup ist besiegelt

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Stefan Wegener vom TuS Plettenberg, Turnierkoordinator Ralf Detzner sowie die Turnierväter Ferdi Pott und Hermann Schmoll (von links) beim Regionalcup in Plettenberg. Es war das letzte Zwischenrundenturnier beim Volkbanken Wintercup, den es zukünftig nicht mehr geben wird.

Kreisgebiet - Beim Supercup des Volksbanken Wintercup am Sonntag in Sundern pfiffen es die Spatzen bereits vom Hallendach, am Montagvormittag gab Turnierkoordinator Ralf Detzner dann offiziell das Aus des größten Hallenfußballturniers in Nordrhein-Westfalen bekannt. Die 31. Auflage des Volksbanken Wintercup, die Westfalenligist SC Neheim gewann, war damit auch die letzte.

„Nach dem Ende dieser Turnierserie 2020 gebe ich nach 15 Jahren als Turnierkoordinator mein Ausscheiden vom Wintercup und das Ende der Turnierserie in der Form der letzten Jahre bekannt“, teilte Ralf Detzner am Montag mit. „Ich habe in den letzten 15 Jahren eine unvergessene Zeit erlebt und zahlreiche beeindruckende Persönlichkeiten kennenlernen dürfen. Ich bin dankbar für diese sehr prägende Zeit. Die Begegnungen mit den extrem engagierten Veranstaltern und den Kreis- sowie den Vereinsvertretern hat mir stets große Freude bereitet und die privaten Einbußen zum Beispiel in der Vorweihnachtszeit vergessen lassen. Meine Familie ist in dieser Zeit oft zu kurz gekommen, dass möchte ich nun ändern“, so Detzner, der am Sonntag zusammen mit seinem Helferteam bestens gelaunt den Supercup leitete.

Einmal mehr war die Sunderner Sporthalle am Schulzentrum beim finalen Showdown dieser Turnierserie während der Gruppenphase rappelvoll, die Stimmung nicht zuletzt aufgrund der großen Fangemeinden des Höinger SV, SuS Westenfeld oder SV Türk Attendorn hervorragend.

„Wir haben in den letzten Jahren das größte Hallenturnier in NRW (inoffiziell in Deutschland) realisiert und waren seit mehr als sechs Jahren mit 144 Teams an 13 Spielorten stets bis zum letzten Startplatz voll besetzt. In Spitzenzeiten spielten wir sogar in 16 Hallen mit 180 verschiedenen Vereinen. Die immer aufwändigere Arbeit als Turnierkoordinator hat ein nahezu nicht mehr zu händelndes Ausmaß angenommen. Das Teilnehmerfeld war in den letzten Jahren nur noch mit großem Engagement der Veranstalter und Hunderten von Telefonaten zu realisieren. Die Zuverlässigkeit einiger teilnehmender Vereine schwand zusehends. Zukünftig möchte ich mich wieder neuen sportlichen Herausforderungen widmen. Diese Entscheidung ist bereits mit den Turniervätern Hermann Schmoll und Ferdi Pott sowie mit dem Wintercup-Team abgestimmt“, so Detzner.

Die Geschichte des Wintercups, die 1990 mit dem ersten Turnier begann, war eine Erfolgsgeschichte. Im Jahr 2005 stieg der Energieversorger RWE als Großsponsor und Namensgeber dieser Turnierserie ein, nach dem Turnier 2015 beendete RWE dann aber sein Sponsoring beim Wintercup. Die Turnierserie blieb dank vieler anderer Sponsoren erhalten, wenngleich das Preisgeld zurückgeschraubt wurde. 2016 hieß das Turnier nur Wintercup, ab der 28. Turnierauflage 2017 firmierte dieser riesige Budenzauber dann erstmals unter dem Namen Volksbanken Wintercup. Bis 2020 versicherten die Volksbanken seinerzeit ihre Unterstützung. Diese Kooperation endete mit der 31. Auflage.

Im Gespräch mit unserer Zeitung betonte Detzner am Montag, dass er den Wintercup überaus gerne und mit jeder Menge Herzblut koordiniert habe. Der 52-Jährige machte aber auch keinen Hehl daraus, dass ihm neben der schwindenden Zuverlässigkeit einiger teilnehmender Vereine zuletzt auch ein anderer Punkt missfiel. Detzner: „Ich bin Fußballer aus Leidenschaft. Leider dreht sich inzwischen aber alles nur noch ums Geld.“ Der Jugendleiter des SV Hüsten 09 ist davon überzeugt, dass es in naher Zukunft in der Region „kein Turnier in dieser Größenordnung“ mehr geben werde.

Detzner selbst verfolge nun andere Ideen, die er gerne verwirklichen möchte. „Es gibt zwei größere Projekte, die ich näher eruieren will“. In die Karten schauen ließ sich Ralf Detzner zwar nicht, er betonte aber, dass er sich fortan „stärker im Jugendbereich engagieren“ wolle.

Der TuS Plettenberg war beim Volksbanken Wintercup in den vergangenen Jahren stets Ausrichter eines der Regionalcup-Turniere und Stefan Wegener beim TuS zuständig für die Organisation dieser Zwischenrundenturniere in Böddinghausen. Die Nachricht vom Aus des Wintercups bezeichnete Wegener am Montag als „enttäuschend“, weil das Ende dieser großen Turnierserie auch „ein herber Verlust für die ganze Region“ sei.

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