Volker Schnippering sucht bei HSG den Mittelweg

+
In der Spielzeit 15/16 neuer Coach des aktuellen Landesligisten HSG Lüdenscheid: Volker Schnippering.

Lüdenscheid - Turbulente Wochen liegen hinter und – im Kampf um den Ligaverbleib – auch vor Handball-Landesligist HSG Lüdenscheid. Dem Klassenerhalt gilt die Konzentration aller Kräfte, aber hinter den Kulissen wird auch fieberhaft an der Zukunft – sprich Saison 15/16 – gearbeitet. Dann übernimmt mit Volker Schnippering ein neuer Trainer die Verantwortung.

Von Jörg Hellwig

Schnipperings Laufbahn

Volker Schnippering erlernte das Handballspiel bei Rot-Weiß, einem der Fusions-Elternteile der HSG. Dort spielte er auch für die „Erste“, stieg in die Oberliga auf, in der er ein Jahr aktiv war. Es folgten Verbandsligajahre für die HSG und den Nachbarn SG Halver-Oeckinghausen. Nach Ende seiner aktiven Laufbahn wurde Volker Schnippering eher zufällig Trainernachfolger des glücklosen Walter Haase für eineinhalb Jahre bei seinem Stammverein, musste dann aber seine Zelte vorzeitig abbrechen. Er heuerte daraufhin als erfolgreicher Trainer bei der SG Halver-Oeckinghausen (zwei Jahre inklusive Oberligaaufstieg) an, war dann bei der neu gegründeten SG Schalksmühle-Halver ab 2003 erster Trainer der zweiten Mannschaft. 2005 übernahm er zum zweiten Mal die HSG, doch die Liaison blieb erneut unerwidert: Denn nach nur sieben Spielen wurde Schnippering entlassen – sieben Niederlagen waren allerdings auch darauf zurückzuführen, dass Team-„Leitwolf“ Davor Fath für sechs Partien gesperrt ausgefallen war.

Die Verbindung zwischen dem 50-Jährigen und seinem Stammverein ist trotz neunjähriger Pause als Seniorencoach nie abgerissen: Als Jugendtrainer diverser Teams und Tribünengast blieb Schnippering der HSG treu. Anfang des Jahres boten HSG-Vorstandssprecher Sören Miossec und Männer-Abteilungsleiter Niclas Beckmann ihm an, in der kommenden Spielzeit die HSG-Erstvertretung zu übernehmen. „Das kam für mich schon sehr überraschend“, sagt Schnippering zwar, aber nach eingehender Auseinandersetzung mit dem Thema freundete er sich mit dem Gedanken an und sagte zu. Auch weil ihm echte Teamharmonie auf dem Parkett aufgefallen war, außerdem Potenzial in der Mannschaft. Ausschlaggebend war aber auch ein schlüssiges Zukunftskonzept der Vereinsführung, die auch vor dem Hintergrund von rückläufigen Sponsorengeldern verstärkt auf Talente im direkten Lüdenscheider Umfeld baut. Hinzu kam zudem sicher das noch „unvollendete“ Trainerkapitel – siehe Infokasten – in seiner Heimatstadt.

Schnippering wäre natürlich am liebsten, wenn er den kompletten HSG-Kader behalten könnte, aber er weiß um Begehrlichkeiten anderer Vereine oder berufliche Prioritäten, die Planern schnell einen Strich durch die Rechnung machen können. Deshalb bleibt die Zielsetzung bescheiden: „Ich habe einen Jahresvertrag und da gilt es, die Mannschaft in der Landesliga zu etablieren“, meint er. Eine intensive Vorbereitung mit sieben bis acht Testspielen soll die Grundlage für die Spielzeit bilden.

Während der Saison möchte der Coach aber nur noch zweimal pro Woche trainieren: „Mir sind zwei Trainingseinheiten mit zwölf bis 14 Spielern lieber als drei mit sieben Akteuren“, sagt er, der seine Mannschaft taktisch „irgendwo zwischen dem stark konzeptionsorientierten Training eines Friedhelm Ziel oder der auf individuelle Stärke ausgerichteten Arbeit eines Davor Fath“ ansiedeln möchte. „Es wird meine Aufgabe sein, einen erfolgversprechenden Mittelweg zu finden“, sagt der stellvertretende Marketingleiter der Sparkasse, der als Schüler von Peter Rudolph großes Augenmerk auf das Deckungsspiel seines Teams richten wird.

Die Lehre seines Ex-Coaches („Jedes Spiel wird über die Deckung gewonnen“) hat zwar durch den Wandel zum Tempohandball an absoluter Gültigkeit eingebüßt, ist aber für Schnippering nach wie vor unentbehrlicher Baustein erfolgreicher Arbeit: „Sicher wird nicht jedes Spiel mehr über die Abwehr gewonnen, aber viele.“ Und in diesem Bereich hat gerade die HSG noch viel Luft nach oben und wird sich auf entsprechend harte Arbeit einstellen müssen.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare