Handball, Landesliga-Splitter

Heimpremiere bei TS Evingsen, Lüdenscheid zu Gast beim Topfavoriten

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Neuzugang Jan Hirnschal ist mit der HSG bei HVE Villigst/Ergste krasser Außenseiter.

Kreisgebiet -  Der zweite Spieltag der Handball-Landesliga steht vor der Tür. Die HSG Lüdenscheid ist zu Gast beim Liga-Topfavoriten HVE Villigst/Ergste, die TS Evingsen empfängt Aufsteiger SG Ruhrtal und

HVE Villigst/Ergste - HSG Lüdenscheid (Samstag 20 Uhr, Sporthalle Am Gänsewinkel)

„Wenn wir das Spiel aber lange offen gestalten können, dann werden die Gastgeber vielleicht nervös“, hat Mirus den Traum einer Überraschung nicht völlig begraben, weiß aber auch: „Es wird eine absolute Herkulesaufgabe in Schwerte für uns.“ Deshalb ist die Zielsetzung auch bescheiden: „Wir wollen unsere Haut so teuer wie möglich verkaufen.“ Dass auch dieses Vorhaben nicht leicht umsetzbar ist, hängt auch mit einem weiteren Ausfall bei den Gästen zusammen: Neben dem langzeitverletzten Marcel Fenner muss Chefcoach Schürfeld mit Julius Hahn (privat verhindert) auch auf einen zweiten Spielmacher und dazu starken Abwehrspieler verzichten.

Unabdingbar mit einem ordentlichen Abschneiden verbunden ist eine deutliche Steigerung der HSG in Sachen Abschlussquote: „Wir müssen die Abschlüsse besser vorbereiten und unsere Konzeptionen zu Ende spielen“, sagt Mirus. Denn „Schnellschüsse“ und damit verbundene Ballverluste gegen die offensive HVE-Deckung mit Robert Stelzer auf der Spitze wären beim Tempospiel der Bleigel, Hänel, Stolina, Speckmann und Co. tödlich. „Dann kriegen wir 40 Gegentore und mehr“, fürchtet Mirus.

TS Evingsen - SG Ruhrtal (Samstag 18.30 Uhr, Sauerlandturnhalle)

Sein Auftaktspiel in Voerde verlor Handball-Landesligist TS Evingsen mit 28:37. „Das Ergebnis ist am Ende zu hoch ausgefallen“, sagt Trainer Sascha Schmoll rückblickend, stellt aber auch fest: „Wir haben nur 20 Minuten lang mitgehalten.“ Für die morgige Heimpremiere gegen die SG Ruhrtal (18.30 Uhr) liegt deshalb nicht nur für ihn auf der Hand: „Da wollen wir anders auftreten, müssen noch mehr dagegenhalten!“ Die erste Gastmannschaft, die sich in der Sauerlandhalle vorstellt, ist der Turnerschaft aus den Bezirksliga-Spielzeiten 2016/17 und 2017/18 noch gut bekannt. „Ein Team, das über Jahre gewachsen ist und über einen großen Kader mit guter Breite verfügt“, charakterisiert Sascha Schmoll die SG Ruhrtal, der im Mai dieses Jahres der Aufstieg in die Landesliga gelang. Als klassischen Neuling sieht der TSE-Coach die Spielgemeinschaft aus Oeventrop und Freienohl dabei nicht, „auch wenn viele grundsätzlich davon ausgehen, dass man zu Hause einen Aufsteiger schlagen muss“.

Neben den sportlichen Qualitäten der vor Wochenfrist gegen den VfL Eintracht Hagen III siegreichen Hochsauerländer (35:25) sorgt nämlich auch die Personalsituation im Evingser Lager für eine Relativierung der vordergründigen Rollenverteilung. Da ist einerseits der Langzeitausfall von Alex Lüling und Tamas Kiss, durch den der TSE einiges an Klasse fehlt. Und da ist andererseits das Problem, dass der Kader auch nicht breit genug aufgestellt ist, weil morgen neben dem genannten Duo auch Christian Becker, Marvin Richter, Marc Rohrsen und Thorben Olbrich fehlen. Umso mehr hoffen die Evingser auf den Einsatz von Benedikt Fink, der in Heidelberg studiert und Handball spielt, aber wie schon vor zwei Jahren ein Zweitspielrecht für die TSE erhalten soll.

Fallstrick dabei: Besagtes Zweitspielrecht muss für jede Saison neu beantragt werden, und ob es im konkreten Fall bis morgen vorliegt, war gestern noch unklar. Ungeachtet dessen will sich die TSE im ersten Auftritt vor heimischem Publikum einsatzfreudig präsentieren und Sascha Schmolls Vorgabe, die Zahl der technischen Fehler zu minimieren, umsetzen: „In Voerde haben wir zu viele Bälle weggeworfen – das müssen wir ändern.“

HSV Plettenberg/Werdohl - TG Voerde (Samstag 19 Uhr, Sporthalle Böddinghausen)

Olpe ist abgehakt. „Wir haben das erste Spiel am Dienstag selbstkritisch aufgearbeitet und anschließend sehr gut trainiert. Wobei ich betonen muss, dass wir zum ersten Mal mit 14 Mann bis auf Björn Traumüller komplett waren und zum Schluss sogar ein Spiel machen konnten“, blickt Kai Henning nach der 23:35-Auftaktpleite wieder nach vorn. „Wir haben einmal ins Klo gegriffen und ich hoffe, dass wir uns solch ein Spiel nicht wieder leisten. Ich glaube, die Mannschaft ist dazu willens und in der Lage“, lautet sein Wunsch vor dem ersten Heimspiel in der Landesligasaison gegen die TG Voerde am Samstag (19 Uhr) in Böddinghausen.

Gegen den Drittplatzierten der vergangenen Spielzeit zählt für den Trainer der HSV Plettenberg/Werdohl nur ein Sieg, egal wie er ausfällt: „Wir haben ein Heimspiel und wollen unsere Zuschauer zurückgewinnen und begeistern. Gelingt uns das, sind wir wieder im Fahrwasser.“ In Olpe waren die Lennetaler gar nicht einmal so schlecht gestartet, hatten konsequent und gut gedeckt. Einige strittige Entscheidungen und der starke TVO-Keeper Fuhrmann brachten die HSV dann aber aus dem Konzept. „Ben Fuhrmann war der Matchwinner, gegen ihn haben wir zu viele Chancen liegen gelassen“, erinnert sich Henning. Und als sein Team zu Beginn der zweiten Halbzeit auf vier Tore heran war (17:13), entschärfte Fuhrmann einen Tempogegenstoß. Kurz darauf gab es erst „Rot“ gegen Nils Scheuermann, dann eine weitere Zeitstrafe.

„Beim 20:13 war der Drops gelutscht“, so Henning. „Die Spieler haderten mit der eigenen Leistung – da kommt man als Trainer auch nur noch schlecht ran. Und Olpe hat dann das Tempo hoch gehalten und es gut heruntergespielt.“ Keinen Deut leichter dürfte die Aufgabe gegen das Paukstadt-Team mit den beiden starken Riebling-Brüdern Dennis und Fabian werden. Henning: „Auch Voerde wird sich oben einnisten, kann ebenfalls Tempohandball spielen und hat zwei groß gewachsene Kreisläufer.“ Gegen die Ennepetaler, die Henning bei deren 37:28-Sieg gegen die TS Evingsen beobachten konnte, ist bei der HSV Spielmacher Markus Winkelsträter wieder dabei. Das einzige Fragezeichen steht hinter Kreisläufer Leon Kreikebaum, der das Training wegen eines Magen-Darm-Infekts absagen musste.

 Die Schürfeld-Sieben aus der Bergstadt erwartet eine technisch bestens ausgebildete Mannschaft, gespickt mit vielen Ex-A-Jugendbundesligaspielern, die gnadenlos auf Tempo spielt und trotz des Abgangs von Trainersohn Nils Stange (Drittligist TuS Volmetal) eine hohe Spielerqualität besitzt. „Realistisch betrachtet sind wir krasser Außenseiter, auch wenn wir in den vergangenen Jahren bei knappen Ergebnissen und Punktgewinnen sicher nicht der HVE-Lieblingsgegner gewesen sind“, verweist Lüdenscheids Teammanager Michael Mirus auf den personellen Umbruch der Gäste, der den Hausherren wohl entgegenkommt.

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