Leichtathletik

Starke Leistungen gegen den Wind

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Der Lüdenscheider Florian Kalb lief in Ulm für die Staffel als Schlussläufer auf den achten Platz. Es war ein kräftezehrendes Rennen gegen den Wind.

Ulm – Als Luis Vieweg am Samstagabend mit Trainer seinem Vereinstrainer Adalbert Roßbach die Heimreise aus der Universitätsstadt Ulm gen Sauerland antrat, da hatte der Sprinter aus Meinerzhagen einen Tag mit Wetterkapriolen hinter sich und einen siebten Platz im Finale über die 200 Meter bei den Deutschen U20-Meisterschaften der Leichtathleten zu Buche stehen.

Das noch weitaus schlimmere Unwetter aber ging immerhin an Vieweg vorbei – es zerstörte am Sonntagmorgen die Zelte, die die Vereine für ihre Wartezeiten als Rückzugsraum aufgebaut hatten. Auch das Zelt der LG Kindelsberg-Kreuztal, das noch für die Mädchen-Staffel stehen geblieben war, überlebte den Sturm nicht. Die nationalen Titelkämpfe am Rande der Schwäbischen Alb werden den Athleten als Titelkämpfe mit Extrem-Bedingungen in Erinnerung bleiben. Der erste Tag, an dem Luis Vieweg am Freitag über die 100 Meter auf den fünften Platz gesprintet war (wir berichteten), als Tag mit schwül-heißer Witterung – der letzte mega-heiße Tag einer Woche, die Rekordwerte produziert hatte. Am Samstag (27.7.) dann gewitterte es in den frühen Nachmittagsstunden. Und zwar so stark, dass die Athleten auch gar nicht in ihren Zelten bleiben durften, sondern unter das Tribünendach flüchteten. Der Wettkampf wurde unterbrochen.

Unwetter bringt Zeitplan durcheinander

Viewegs 200-Meter-Halbfinale fand zwei Stunden verspätet statt, das Finale entsprechend. Vieweg war im dritten Halbfinale hinter dem Offenburger Felix Frühn nach 22,00 Sekunden ins Ziel gekommen. Es war nur die zehnbeste Zeit, doch Sieger und Zweiter der drei Halbfinals waren direkt im Finale. „Da hat Luis ein bisschen Glück gehabt, andererseits hatte er in seinem Halbfinale auch ordentlich Gegenwind“, stellte Trainer Adalbert Roßbach fest. Im Finale verbesserte sich der Sprinter der LG Kindelsberg-Kreuztal auf 21,78 Sekunden, lief zeitgleich mit Philipp Hennemuth (Bad Sooden-Allendorf, 6.) als Siebter über den Zielstrich. „Das Ziel war der Endlauf, der siebte Platz geht in Ordnung“, stellte Roßbach fest, „Luis war am Samstag nicht mehr so frisch, mehr war da einfach nicht drin. Er ist ja auch relativ wenige 200-Meter-Rennen gelaufen.“

Den Deutschen Meistertitel holte sich Moritz Isola (TSG Niefern, 21,13) vor Dominik Wache (Dresden, 21,30) und Magnus Buchwald (Rostock, 21,48). Lucas Ansah-Peprah (Hamburger SV), Deutscher 100-Meter-Meister und Vorlaufschnellster, verpasste das Finale in Ulm verletzungsbedingt. Bitter für ihn. Am Sonntag brachte das Unwetter am Morgen wieder den Zeitplan durcheinander. Dazu entschieden sich die Organisatoren, die Entscheidungen mitunter in Zeit-Endläufen herbeizuführen, weil man der Zeit hinterherlief.

Florian Kalb zeigt sich zufrieden

Auch die 3 x 1000 Meter der Männer – die Staffelwettbewerbe der Männer und Frauen waren wie immer ins Programm der Deutschen U20- und U18-Meisterschaften eingebettet – fanden mit nur einem Lauf statt, in dem alle 17 Staffeln an den Start gingen. „Für uns war das gar nicht schlecht, weil wir sonst im langsameren Lauf gestartet wären“, sagt Florian Kalb. Der Lüdenscheider, der in Tübingen Medizin studiert, lief für die LAV Stadtwerke Tübingen und belegte mit dem Trio in 7:27,85 Minuten den achten Platz. Deutscher Meister wurde die LG farbtex Nordschwarzwald (7:13,67) vor der LG Braunschweig (7:14,13).

 „Wir sind als Elfter der Meldeliste gestartet, da war der achte Platz sehr gut, wir sind zufrieden“, stellte Kalb fest, „an unsere Zeit aus dem letzten Jahr sind wir nicht herangekommen, aber das war bei diesen Bedingungen auch gar nicht möglich.“ Der Wind machte den Läufern in den Mittagsstunden am Sonntag das Leben extrem schwer. Kalb übernahm den Staffelstab nach Michael Wörnle und Robert Schumann als Schlussläufer. „Robert hat einige Plätze gutgemacht“, berichtete Kalb, „aber ich hatte dann gar keine Gruppe mehr, musste das gesamte Rennen voll gegen den Wind laufen. Da bekommt man dann nicht mehr den Push.“ Der Student freut sich nach anstrengenden Wochen mit einer Vielzahl an Wettkämpfen nun auf eine Urlaubspause. So weit ist Luis Vieweg noch nicht. Er wird am Sonntag mit der Männer-Staffel der LG Kindelsberg Kreuztal bei den Deutschen Meisterschaften in Berlin starten. Es ist der krönende Abschluss der Saison nach so ereignis- wie erfolgreichen Wochen für den Meinerzhagener.

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