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Viele auslaufende Verträge: Kapitän Diehl will ein Zeichen setzen

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Von: Thomas Machatzke

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Spieler beim Handball auf der Bank
Der Abwehrchef als Motivator von draußen: Florian Diehl musste zuletzt wieder zuschauen, hofft aber, bald wieder auf dem Parkett dabei zu sein. Seinen Vertrag bei den SGSH Dragons hat er bis zum Sommer 2024 verlängert. © Thomas Machatzke

Mit Florian Diehl und nun auch Tobias Schetters haben zwei wichtige Spieler dem Handball-Drittligisten SGSH Dragons ihre Zusage fürs neue Jahr gegeben. Aber trotzdem bleibt für Axel Vormann noch viel Arbeit, denn es laufen viele Verträge aus.

Schalksmühle – Als kürzlich im Topspiel gegen Krefeld Tobias Schetters nach einem Kopftreffer beim Siebenmeter die Rote Karte gesehen hatte, da hatte Florian Diehl auf die Zähne gebissen. Eine knappe Viertelstunde als Linksaußen und auf der Halbposition in der Abwehr – es war eine Art Kaltstart, aber trotzdem kein Problem für den Kapitän nach der so langer Leidenszeit. Am Ende triumphierte die SGSH, und Diehl hatte das Gefühl, endlich wieder einmal sein Scherflein zu diesem Triumph beigetragen zu haben.

Der 28-Jährige mit der Rückennummer 5, den die SGSH-Fans als Rückraum-Shooter kennen, als Aushilfsspielmacher oder auch als Kreisläufer, wenn gerade mal kein anderer Kreisläufer zur Verfügung steht, beackerte also bei diesem so wichtigen Sieg kurzum die linke Außenbahn. Wenn einer alle Aufgaben, die man ihm anvertraut, zur Zufriedenheit des Trainers erledigt, dann ist Allrounder kein zu großes Wort dafür. Wenn Handballmagazine ihm eine bestimmte Position als Etikett anheften wollen, liegen sie alle falsch. Eine Position ist zu wenig.

Genauso, wie der Dahlerbrücker ein Allrounder ist, ist er indes auch der Pechvogel des Teams. Immer neue Verletzungen, immer neue Aufbauarbeit, um sich heranzukämpfen. Die Achillessehnenreizung, die ihn dieser Tage außer Gefecht hat, plagt ihn nun schon ein Jahr.

Viele auslaufende Verträge: Kapitän Diehl will ein Zeichen setzen

Und das Ende? „Schwierig“, sagt der Kapitän, „die Gefahr ist immer die, zu früh anzufangen. Nach dem Einsatz im Derby gegen Volmetal war es direkt wieder schlimmer.“ Zwei Kurzeinsätze also in dieser Saison, mehr ging bisher noch nicht. Aber Diehls Wert schätzen die Verantwortlichen bei den Dragons inzwischen gleichwohl. Vor dem Spiel in Burscheid am Freitagabend gab der Verein die Vertragsverlängerung bekannt.

Diehl bleibt bis zum Sommer 2024, also zwei weitere Spielzeiten. Irgendwie keine Überraschung bei einem im Ort verhafteten Spieler, aber irgendwie auch keine Selbstverständlichkeit bei einem, der zwar seit Wochen Motivator und mentale Stütze des Teams ist, aber eben selbst auf dem Parkett kaum etwas beisteuern kann zum Erfolg. „Ich habe mich unheimlich gefreut, als der Verein auf mich zugekommen ist – und zwar unabhängig davon, wann ich wieder dabei sein kann“, sagt Diehl und weiß, dass es eben nicht selbstverständlich ist.

Seine Entscheidung fiel ihm nicht schwer. Diehl ist in der JSG Schalksmühle groß geworden, hat dann mal eine Zeit lang für den TuS Ferndorf gespielt, weil der Kreisrivale in Diehls Jahrgang in höheren Jugendklassen unterwegs war. Jugend-Bundesliga an der Stählerwiese, aber dann eben wieder Handball am Löh und an der Mühlenstraße. Wenn die SGSH vor ein paar Jahren von „local heroes“ sprach bei Sponsorenveranstaltungen, dann war Diehl immer der Prototyp. Inzwischen hat er in Fabian Hecker, der auch aus Dahlerbrück kommt, einen guten Partner in dieser Rolle.

Mit den Jungs macht es unheimlich viel Spaß. Und auch mit dem Trainerteam. Ich habe viele gute Trainer gehabt, aber Mark Schmetz ist als Trainer und als Mensch herausragend. Auch wenn er Kritik übt, wird es nie persönlich. 

Florian Diehl zu seiner Vertragsverlängerung

Diehl jedenfalls spielt gerne in Schalksmühle. „Und das fällt im Moment auch nicht schwer“, sagt er, „mit den Jungs macht es unheimlich viel Spaß. Und auch mit dem Trainerteam. Ich habe viele gute Trainer gehabt, aber Mark Schmetz ist als Trainer und als Mensch herausragend. Auch wenn er Kritik übt, wird es nie persönlich. Seine Art ist immer so, dass man mit einem positiven Gefühl an die nächsten Aufgaben herangeht.“

Nicht zuletzt hat Florian Diehl mit seiner Zusage bis 2024 auch ein Zeichen setzen wollen. Durch die Zeit der Pandemie ist die Personalplanung für die SGSH in diesem Spätherbst eine Extrem-Herausforderung. Verträge übers Saisonende hinaus haben lediglich Keeper-Youngster Tjark Döscher, Fabian Hecker und Oliver Perey.

Vormann gibt sich optimistisch: „Wollen alle halten“

„Ich hoffe, dass nun auch andere Leistungsträger sich schnell zu einer Vertragsverlängerung durchringen können“, sagt Florian Diehl – und so ist es dann auch: Am Dienstagabend vermeldete die SGSH die Verlängerung des Vertrages von Tobias Schetters – der Linksaußen, der auch in der Abwehr eine tragende Rolle spielt, ist absoluter Führungsspieler und bleibt der SGSH wie Diehl bis zum Sommer 2024, also zwei weitere Spielzeiten erhalten.

Mit Ante Vukas, Christopher Klasmann, Philipp Dommermuth, Brian Gipperich, Jan König oder Moritz Frenzel gibt es reichlich Personal, das auch für andere Vereine attraktiv ist. Auch der Vertrag von Mark Schmetz läuft bis zum Sommer. Für Florian Diehl gibt es da gar keine Frage: Er würde sich wünschen, dass auch der Niederländer der SGSH erhalten bleibt. Aber noch muss viel Tinte unter viele Verträge, bis die Dinge klarer werden, auch wenn der Sportliche Leiter, Axel Vormann sagt: „Wir wollen am liebsten alle halten, es sieht eigentlich auch ganz gut aus.“

Diehl jedenfalls hat den ersten Schritt gemacht. In der Hoffnung, dass die Achillessehne bald wieder mitspielt – und dann ist es ihm auch egal, ob dies auf der linken Außenbahn, im Rückraum oder am Kreis sein könnte. Hauptsache, überhaupt wieder auf dem Parkett.

Dommermuth: Termin bei Dr. Lasarzewski in Hellersen

Vor dem Topspiel am Samstagabend beim Tabellenzweiten in Opladen hofft Handball-Drittligist SGSH Dragons darauf, dass zumindest Philipp Dommermuth und Fabian Hecker nach ihren Verletzungen vom Freitagabend dabei sein können. Bei Hecker sieht es sehr gut aus. „Das war nur eine Vorsichtsmaßnahme. Im Notfall hätte er spielen können in Burscheid“, sagt Axel Vormann. Auch bei Dommermuth, der über Schmerzen an der Achillessehne geklagt hatte, sah es am Sonntag schon wieder besser aus. Er hat gleichwohl nun noch einen Termin bei Teamarzt Dr. Bernd Lasarzewski in Hellersen, um sich grünes Licht für die Rückkehr ins Training zu holen.

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