Fußball

VfB Altena spielt für die Flutopfer gegen RW Oberhausen

Rot-Weiß Oberhausen
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Fußball-Regionalligist Rot-Weiß Oberhausen wird am Dienstag zugunsten der Flutopfer in Altena spielen.

Zwei Monate ist es jetzt her, dass die Flutkatastrophe besonders die Stadt Altena und ihre Bewohner in Mitleidenschaft gezogen hat. Ein Ereignis, das immer noch in den Köpfen der Betroffenen steckt, das hat auch Klaus Westerwell, Vorsitzender des VfB Altena, festgestellt. „Ich lebe seit 64 Jahren in dieser Stadt und habe so etwas noch nicht erlebt, auch Ältere nicht. Es war einschneidend. Und auch jetzt, wo alles grob aufgeräumt ist: Wenn man sich mit Leuten unterhält, die 14 Tage den Dreck in der Bude hatten, ist da immer noch ein Schockverhalten. Das sind noch viele Fragezeichen vor der Zukunft.“

Altena - Und weil die versprochene unbürokratische, schnelle Hilfe für manche doch schwer zu überwindende bürokratische Hürden bereithält, tut der VfB Altena weiterhin das, was er schon seit dem Hochwasser Mitte Juli getan hat, nämlich tatkräftig helfen.

„Die Solidarität war extrem, aber wir müssen auch weiterhin mit Aktionen die Leute darauf aufmerksam machen, dass Hilfe immer noch nötig ist. Und deshalb werden wir am Dienstag noch einmal Fußball spielen und mit der Spende aller Einnahmen den betroffenen Menschen etwas zurückgeben“, so Westerwell weiter.

Als der VfB Ende Oktober 2019 zur Einweihung des damals neuen Kunstrasens den Wuppertaler SV zu Gast hatte, kamen 250 Zuschauer ins Reineckestadion. Mindestens so viele Besucher erhofft sich Westerwell an diesem Dienstag, wenn um 19 Uhr mit Rot-Weiß Oberhausen erneut ein Regionalligist mit Bundesliga-Vergangenheit in der Burgstadt gastiert.

Wir müssen auch weiterhin mit Aktionen die Leute darauf aufmerksam machen, dass Hilfe immer noch nötig ist.

Klaus Westerwell, Vorsitzender des VfB Altena

Über die VDM Metals Group wurde der Kontakt ins Revier geknüpft, nachdem Schalke 04 den Altenaern eine Absage erteilen musste. Die Königsblauen werden stattdessen ein Benefizspiel gegen Bayern München unter der Schirmherrschaft des Bundespräsidenten austragen, dessen Erlös ebenfalls für die Opfer der Flut in NRW und Rheinland-Pfalz gedacht ist. Das Unternehmen VDM Metals wird hingegen als Tagessponsor im Reineckestadion noch einige Euro zusätzlich zum Spendenbetrag des VfB Altena zusteuern.

Was sich der VfB-Vorsitzende im Vergleich zum Spiel gegen den WSV vor zwei Jahren nicht wünscht, ist ein erneutes 1:16. Vielleicht ist der Unterschied diesmal auch nicht mehr so groß, spielt der VfB doch in der jungen Saison der Kreisliga A eine hervorragende Rolle, hat alle vier bisherigen Spiele gewonnen. Am Sonntag gab es in der Nachspielzeit ein 3:2 gegen den TSV Lüdenscheid, doch auch die Oberhausener blieben am Wochenende siegreich, bezwangen den SV Rödinghausen mit 2:1. Das Team von Mike Terranova, der vor einem Jahr den Plettenberger Dimitrios Pappas auf dem Trainerstuhl ablöste, ist in der stark besetzten Regionalliga West mit 16 Punkten auf Rang vier zu finden, einen Platz hinter dem Wuppertaler SV.

„Die Mannschaft soll dieses Spiel mitnehmen und genießen. Wann hat man schon mal solch eine Gelegenheit, gegen einen Regionalligisten zu spielen. Davon können sie dann später ihren Enkeln erzählen“, sagt Trainer Christian Weiß, der allerdings nicht dabei sein wird, um seine Mannschaft zu coachen.

„Er ist mit meinem Sohn im Urlaub“, weiß Klaus Westerwell, pflichtet Weiß aber in jeder Hinsicht bei: „Die Mannschaft freut sich auf das Spiel. Es soll für sie ein Spaß sein, aber auch eine Herausforderung. Das Ergebnis spielt am Ende keine Rolle. Ich wünsche mir einen schönen, gemütlichen Abend und dass wir danach eine vernünftige Summe spenden können.“

Sämtliche Einnahmen aus dem Verkauf von Speisen und Getränken sowie das komplette Eintrittsgeld (ein Ticket kostet fünf Euro) sollen den Flutopfern in Altena zugutekommen. „Niemand muss sich Stress machen. An der Tageskasse gibt es noch reichlich Eintrittskarten. Viele werden spontan kommen“, sagt Westerwell, nachdem der Vorverkauf am Lennekai und im Café Ko überschaubar verlief. Rot-Weiß Oberhausen hat 50 Tickets erhalten und wird einige Anhänger ins Sauerland mitbringen.

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