Video in Kabine des Schiris

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In der Schiedsrichterkabine wurde ein Handyvideo aufgenommen, das zeigt, wie Plettenbergs Kapitän und Linscheids Spielertrainer Simeonidis den Eintrag im Spielbericht absprechen.

Lüdenscheid - Wenn du denkst, du hast vor der Kreisspruchkammer schon alles erlebt, dann wirst du immer wieder eines Besseren belehrt. Das mögen sich auch die KSK-Mitglieder am Montagabend im Fall D-Liga-Abbruchspiel zwischen dem TuS Linscheid-Heedfeld und Türkiyemspor Plettenberg gedacht haben.

Schiedsrichter Joannis Simeonidis hatte die Partie am 6. Dezember 2015 beim Stand von 4:1 für den TuS in der 55. Minute abgebrochen. Aber warum eigentlich? Im Spielbericht ist unter „Sonstige Vorkommnisse“ zu lesen, dass sich zwei Gegenspieler Kopf an Kopf gegenüberstanden, sich einen Wortwechsel lieferten und der Linscheider den Plettenberger dann mit der flachen Hand ins Gesicht geschlagen hat. Im drei Tage später verfassten Sonderbericht liest sich das dann etwas anders. Danach hat der Plettenberger den Linscheider zuerst in Gesicht gepackt, ehe ihn dieser schlug.

In der Folge wurde der Referee noch von einem Plettenberger von hinten umgeschubst, der Linienrichter von Plettenberg beschimpfte ihn, woraufhin Simeonidis beide Spielführer zu sich holte und ihnen den Spielbbruch mitteilte. „Ich hatte Angst um meine Person und Sorge, dass es noch schlimmer werden könnte“, begründete der Referee am Montag. Und die Beschuldigten? Sie gaben sich vorgestern gegenseitig die Schuld, angefangen zu haben, berichteten zudem von Vorfällen, die im Sonderbericht überhaupt nicht auftauchten. Jagdszenen, Schläge, Tritte, eine Attacke des Plettenberger Linienrichters mit der Fahne gegen einen Linscheider Spieler, dazu je ein Verletzter beider Teams, der ins Krankenhaus musste – die Situation wurde immer verfahrener.

Erst recht, als urplötzlich ein Türkiyemspor-Vereinsvertreter aufstand und dem verdutzten KSK-Vorsitzenden Heiko Kölz ein Handyvideo mit Ton überreichte. Aufgenommen nach dem Spiel mit Erlaubnis des Schiris in der Schirikabine, wo der Plettenberger Kapitän – pikanterweise derjenige, der den Schiri umgestoßen hatte –, und Linscheids Spielertrainer gemeinsam mit Simeonidis die Einträge im Spielbericht ausdiskutierten. Jetzt hatte Kölz angesichts der fortgeschrittenen Zeit die Nase voll, unterbrach und vertagte die Sitzung, wird mit den weiteren Kammermitgliedern unter anderem jetzt erst einmal in aller Ruhe das Video auswerten.

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