FSV verliert beim Schlusslicht in Siegen

Die FSV Werdohl um Onur Benli (am Ball) hatte auf dem Siegener Kunstgrün einen schweren Stand und verlor beim Abstiegskandidaten deutlich mit 0:4 Foto: Schäfer

Siegen – Sauer oder gar frustriert war Alen Terzic nicht. Nein, die 0:4 (0:3)-Pleite seiner Mannschaft beim Schlusslicht SF Siegen II konnte der Coach des Landesligisten FSV Werdohl schon Minuten nach dem Abpfiff recht gut einsortieren. „Es kamen einfach zu viele Dinge zusammen“, sagte der 34-Jährige, der sich am Sonntagnachmittag vor sein Team stellte und alles andere im Sinn hatte, als ein Fass aufzumachen.

Es war eben die Summe mehrerer „Dinge“, wie es der Iserlohner formulierte, die auf dem Kunstgrün im Schatten des Leimbachstadions gegen die Lennetaler sprachen. Zum einen musste die FSV auf wichtige Leistungsträger wie Kaya (gesperrt), Kessler (krank), Fischer oder Sesay (beide verletzt) verzichten, zum anderen stand eine junge und mit einigen Regionalliga-erfahrenen Kickern aufgerüstete Siegener U23 auf dem Platz, die sich in dieser Besetzung berechtigte Hoffnungen auf den Klassenverbleib machen darf.

Zu der Summe der aus Werdohler Sicht unglücklichen „Dinge“ muss aber zwangsläufig auch die erste Spielminute gezählt werden, in der es die forsch aufspielenden Siegerländer bereits im Kasten von Markus Grete klingeln ließen. Nach einem Angriff über die linke Außenbahn löste sich Daniel Micunovic geschickt von FSV-Innenverteidiger Robert Bierkoch und setzte die Kugel mit seinem zweiten Ballkontakt flach ins kurze Eck. Dieser sehr frühe Nackenschlag zeigte bei den Gästen, bei denen Fisnik Zejnullahu nach wochenlanger Verletungspause ein 90-minütiges Comeback feierte, nachhaltige Wirkung. Die Verunsicherung nach den zahlreichen, aber eben notwendigen Veränderungen in der Startelf war in allen Mannschaftsteilen greifbar, reihte sich nach dem bitteren 0:1 ein Abspielfehler an den nächsten.

Das aufgerüstete Schlusslicht hingegen sprühte zunächst vor Spielwitz und legte den zweiten Treffer nach. Til Bauman war es letztlich, der nach einem Eckball gleich zweimal vor Grete herumstocherte, ehe das Spielgerät über die Torlinie flutschte (26.). „Wir haben es in der ersten Halbzeit nicht gut verteidigt bekommen. Vor allem der dritte Gegentreffer hätte so nicht fallen dürfen“, sprach Terzic nach dem Spiel die Szene an, die das Duell vorentschied. Benli rutschte auf der linken Seite aus, Siegens Jäger schaltete nach Balleroberung blitzartig um, legte einen Sprint über geschätzte 40 Meter hin, ehe er das Leder quer in den Strafraum schob und Quaas freistehend vollendete (42.). Letztgenannter war es auch, der in Minute 53 bereits den 4:0-Endstand erzielte.

Siegen II: Duschner – Butte, Bauman, Jung, Kalambayi – Kato (81. Shepherd), Horlacher-Debusmann (77. Laryea), Micunovic, Jäger – Quaas (71. Batschun), Kameraj

FSV: Grete – Caliskan (53. B. Zekovic), Bierkoch, Schröder, Sarris – Breitenbach (87. Collura), Mura, Benli, Aydin, Zejnullahu – R. Zekovic

Schiedsrichter: Busch (Arnsberg)

Tore: 1:0 (1.) Micunovic, 2:0 (26.) Bauman, 3:0 (42.) Quaas, 4:0 (53.) Quaas

Von Lars Schäfer

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