Turbulenter Abend im „Athen“

Jugendleiter Lutz Lang (2. von rechts) legte sein Amt aus persönlichen Gründen nieder.

Lüdenscheid - Dass der Post Sportverein Lüdenscheid nach seiner diesjährigen Jahreshauptversammlung nicht führungslos dasteht, scheint noch der positivste Aspekt des Abends gewesen zu sein. Denn was die Berichte aus den Abteilungen zum Teil zum Vorschein brachten, war wenig vielversprechend.

Größtes Problem, und damit eröffnete der Vorsitzende Dimitrios Polisakis die Veranstaltung, sind die nicht bezahlten Beiträge, die den Verein vor erhebliche finanzielle Probleme stellen. „Wir sind da dran, viele Spieler wollen jetzt überweisen. Die wenigen Euro sollte jeder übrig haben“, stellte Polisakis, der bald ein Jahr im Amt ist, klar. Die Spieler, die nicht zahlen, sollten dann auch nicht mehr für den Verein spielen. Diese Maßnahmen seien schon einmal angekündigt worden. „Es wird nicht eingehalten, was wir vorhatten“, kritisierte Jugendleiter Lutz Lang.

Zahlreiche Spieler, die ihre Beiträge schon länger nicht zahlen, würden immer noch für den Verein auflaufen, so Lang weiter. Es entwickelte sich eine lebhafte Diskussion über die Zahlungsmoral einiger Spieler, was auch Kassenprüfer Hans-Hermann Dietzel in seinem späteren Bericht feststellte. In den anderen Abteilungen seien keine Beanstandungen festzustellen, „aber die Zahlungsmoral der Fußballer ist unmöglich. Alleine drei Spieler sind mit bis zu 1000 Euro im Rückstand“, berichtete Dietzel. 

Mannschaft will alles geben

Die Fußballer treten derweil nur noch mit der ersten Mannschaft in der Kreisliga B an, die Reserve musste abgemeldet werden. „Bis zur Winterpause war die Leistung in Ordnung, wir waren Zweiter. Die Tendenz ging und geht aber nach unten. Im Sommer wird es einen Umbruch geben, viele Spieler wollen wechseln oder aufhören. Bis dahin will die Mannschaft aber alles geben“, berichtete Theo Platanos, 2. Vorsitzender des Post SV und noch Trainer der ersten Mannschaft. Auch für den Jugendbereich wusste Lutz Lang lediglich von der E-Jugend Positives zu berichten. „Drei Jugendmannschaften mussten wir abmelden, mit zwölf oder 13 Spielern hat es wenig Sinn. Nur die E-Jugend hat es durchgezogen, durchaus mit beachtlichen Erfolgen. Aber der Neuaufbau wird schon sehr schwer“, so Lang, der zugleich seinen Abschied vom Post SV ankündigte.

„Ich habe keine Zeit mehr, ich bedanke mich für das Vertrauen. Seid auch in Zukunft ehrlich zueinander “, sagte Lang, dessen Ausscheiden aus dem Verein Bedauern auslöste. In der Tischtennisabteilung gab es vor der Saison einen enormen Aderlass. „Uns ist eine komplette Mannschaft abhanden gekommen. Die Spieler wollten höher spielen“, berichtete Abteilungsleiter Klaus Schipper. „Wir können die Saison eigentlich nur abhaken“, so Schipper. Was folgte, war der Finanzbericht von Kassierer Mike Kaczmarek. Im Vorjahr hatte er noch verkünden können, der Verein sei gesund. „Ich würde euch das gerne wieder sagen“, sagte Kaczmarek, und eröffnete den Mitgliedern ein sattes Minus. Die fehlenden Beiträge, sowohl durch Abmeldungen als auch durch zahlungsunwillige Spieler, haben daran gewichtigen Anteil.

Suche nach neuem Jugendleiter

„Wenn es so weiter geht, ist Ende des Jahres kein Geld mehr da“, stellte Kaczmarek fest. Kassenprüfer Dietzel dankte und lobte Kaczmarek für dessen Arbeit. „Die Kasse ist sehr gut geführt“, so Dietzel. Zwar wurde der Vorstand, wie eigentlich üblich, entlastet, „aber nachdem, was ich da gesehen habe, kann ich der Entlastung nicht zustimmen“, so Dietzel. Entlastet wurde der Vorstand dennoch, der Post SV hätte sonst ohne Führung dagestanden. Nun ist der Verein auf der Suche nach einem neuen Jugendleiter, ein Nachfolger für Lutz Lang ließ sich am Montag nicht finden. Der Post SV ist damit nicht der einzige Verein, dem schwierige Wochen und Monate bevorstehen.

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