Vereinsleben

"Keine Operation am offenen Herzen"

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Lars Petig (rechts) schulte die Trainer und Betreuer des TuS Grünenbaum sowie die Erzieherinnen der Kooperations-Kita "Wundertüte" in Erster Hilfe.

Halver – Auf den Notfall vorbereitet sein – das wollen nicht nur die Fußball-Trainer und Betreuer des TuS Grünenbaum, sondern auch die Erzieher der Kooperations-Awo-Kita „Wundertüte“. Aus diesem Grund hatte der Verein aus dem Halveraner Norden zu einem Erste-Hilfe-Abend eingeladen. Lars Petig, Erste-Hilfe- und Kindernotfall-Ausbilder aus Wuppertal, war am Kreisch zu Gast.

„Vor allem die Trainer unserer Jugendmannschaften waren an solch einem Angebot interessiert. Man fühlt sich einfach sicherer, wenn man weiß, was zu tun ist, falls etwas passieren sollte“, sagt Tom Herberg, Jugendleiter des TuS Grünenbaum.

Doch bevor sowohl die Trainer als auch die Erzieher die Möglichkeit zu spezifischen Fragen hatten, ging Lars Petig auf die Grundlagen der Ersten Hilfe ein. „Es soll hier nicht darum gehen, wie man am offenen Herzen operiert. Sie sind im Fall der Fälle Ersthelfer und keine Ärzte oder Sanitäter“, umriss Petig die Ziele des Abends.

"Einfach ran an den Patienten"

Mit einem guten Schuss Humor brachte der Referent den Teilnehmern die Themen Notruf, Rettungskette, Auffindschema, Lagerungsarten, Wundversorgung und Reanimation nahe. „So eine Reanimation ist zum Beispiel deutlich einfacher als ein Kindergeburtstag im Legoland“, versuchte Petig, die Angst vieler Ersthelfer zu relativieren. „Da draußen seid ihr die Lebensretter“, verwies der Experte auf die Wartezeit, die vergeht, bis ein Krankenwagen oder ein Notarzt vor Ort sind. „Jeder von uns kann mit einem Herzinfarkt einfach vom Stuhl fallen. Da ist man dann dankbar, wenn der Sitznachbar weiß, was zu tun ist, bevor die Rettungskräfte eintreffen“, sagte Lars Petig.

Wichtig war Petig auch das so genannte Auffindschema – also die Frage: Wie fange ich an zu helfen? „Da sage ich immer: Einfach ran an den Patienten. Schreit der vor Schmerzen, ist schon viel gewonnen. Denn er kriegt ausreichend Luft und ist bei Bewusstsein.“ Sei dies nicht der Fall, solle man an die Kölner Band BAP denken: „Bewusstsein, Atmung, Puls“. Diese drei Faktoren seien wichtig für das weitere Vorgehen, etwa für die Einleitung einer Reanimation oder der stabilen Seitenlage. Letztere wurde vor Ort gleich „am lebenden Objekt“ geübt.

Doch auch Prellungen, Brüche und Schnitte waren Thema – inklusive des Anlegens eines Druckverbandes. Im letzten Teil des Abends hatten Erzieher und Trainer schließlich die Möglichkeit, ganz speziell nach für sie wichtigen Situationen zu fragen – sodass in Zukunft hoffentlich alle gut vorbereitet sind, falls doch einmal etwas passieren sollte...

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