Sieben HSV-Feldspieler düpieren OSC Dortmund

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Eine Szene, die exemplarisch für die 60 Minuten der HSV Plettenberg/Werdohl gegen Tabellenführer OSC Dortmund steht: Mit Kampf und Kraft entschied das dezimierte HSV-Aufgebot die Partie für sich.

Plettenberg - „Wir waren gut eingestellt.“ So sachlich begründete Trainer Friedhelm Ziel „das Wunder von Böddinghausen“. 26:25 besiegte Handball-Verbandsligist HSV Plettenberg/Werdohl den Richtung Oberliga blickenden OSC Dortmund.

Es mag ja sein, dass auch die Stoschek-Sieben nicht ganz komplett antrat, aber die HSV überstand die 60-minütige Tortur tatsächlich mit sieben Feldspielern. „Chapeau!“, meinte Ziel zu der Leistung.

Verwundert sei er, dass seiner Mannschaft Gegner aus dem vorderen Tabellenbereich manchmal besser liegen würden als direkte Konkurrenten. Gegen Halterns Rückraum, beim 27:31 eine Woche zuvor, habe seine Sieben zum Beispiel kein Mittel gefunden. Mit der Offensivreihe des Tabellenführers schienen Bardischwski und Co. hingegen kaum Schwierigkeiten zu haben. Mit spielerischen Mitteln kam der OSC erstaunlich selten zum Erfolg. Gegenstöße und die individuelle Klasse von Schmitz und Linkshänder Lichte bildeten aus Dortmunder Sicht die Basis eines spannenden Spielverlaufs.

Bei all der Freude über die beiden Bonuspunkte, geärgert haben Ziel Situationen, in denen es die Sauerländer den Dortmundern zu leicht machten. „Die Rollen in der Abwehr mussten aufgrund der angespannten Personalsituation neu verteilt werden. Verständlich, dass da die Feinabstimmung nicht hundertprozentig stimmen kann – aber ärgerlich. Meine Arbeitsaufträge bis zum Rückrundenstart“, so Ziel.

Außerdem habe sich bezahlt gemacht, dass er die Gangart im Training trotz dünner Besetzung angezogen habe. „Harte Arbeit zahlt sich immer wieder aus“, analyisert der Coach. Es sei klar gewesen, dass es gegen Dortmund nur über Kampf und Kraft gehen würde. Deshalb verpasste Ziel seinem Restkontingent einen konditionellen Feinschliff.

Als Ziel Anfang Dezember auf das Programm zum Jahresausklang und die Tabellensituation blickte, rechnete er vor, dass noch vier Punkte aus den Spielen gegen Oberaden, Haltern und Dortmund für einen beruhigenden Punktestand während der Weihnachtspause sorgen würden. Gegen Oberaden reichte es nicht (24:25), in Haltern zog die HSV ebenfalls den Kürzeren (27:31). Dass gerade gegen den Ligaprimus zwei Punkte auf der Habenseite landeten, ist eine gewaltige Überraschung. „Jetzt sind es halt zwei Punkte weniger als gewünscht, aber immerhin“, bilanziert Ziel. „Ein großes Kompliment an meine Mannschaft“, sagt er und ist mit den Gedanken drei Wochen weiter.

Trainingsmäßig wird er über den Jahreswechsel nicht an die Grenzen gehen, Regeneration sei wichtig. Bleibt der Wunsch, am 9. Januar annähernd einen kompletten Kader zur Verfügung zu haben – für die Revanche gegen Westerholt.

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