HSV in Riemke mit Problemen im Angriff

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Die Quote des HSV-Angriffs war verbesserungswürdig, doch Pierre van der Hurk (am Ball) bekam in Riemke Applaus.

Werdohl - In den Schlusssekunden überschlugen sich die Ereignisse beim Handball-Verbandsliga-Spiel zwischen dem SV Teutonia Riemke und der HSV Plettenberg/Werdohl in der Bochumer Heinrich-Böll-Sporthalle: Beim Stande von 24:24 waren die Sauerländer in Ballbesitz, vertändelten dann das Spielgerät und damit die Chance zum Sieg.

HSV-Shooter Marc Bardischewski beeinträchtigte aber den möglichen SVT-Passgeber Kramer durch ein Foulspiel, woraufhin die Riemker Bank lautstark einen Siebenmeter forderte. Die Riemker Bank bezog ihren Einwand aus einer Regel, die der Deutsche Handballbund (DHB) vor Beginn der Saison eingeführt hat:

Diese besagt, dass ein Spieler, der in der Schlussphase die Entstehung eines möglichen Gegenstoßes verhindert, die Rote Karte kassiert und gegen seine Mannschaft obendrein noch ein Siebenmeter ausgesprochen wird. Allerdings befindet sich diese Regel in einer Testphase und gilt nur für die erste und zweite Liga, wie die Schiedsrichter Christian Neufeld und Edmund Schäfer aus dem ostwestfälischen Kalletal erläuterten.

Für die Verbandsliga gilt die vom DHB eingeführte Testregel nicht: „Der Spieler war nur im Passverhalten und befand sich nicht im Gegenstoß, deswegen haben wir diese Passbehinderung regelkonform nur mit einem Freiwurf geahndet“, äußerten die Schiedsrichter.

Am Rande des HSV-Gastspiels in Bochum wurden Stimmen in Richtung einer Vereinheitlichung der Regel laut. „Die Schiedsrichter haben hier richtig entschieden, auch wenn wir natürlich gerne noch die Chance zum Sieg per Siebenmeter bekommen hätten“, äußerte Teutonia-Trainer Timo Marcinowski, der von einem „Punktgewinn“ für seine Mannschaft sprach: Denn fünf Minuten vor Schluss lag seine Sieben noch mit 20:23 zurück.

Erst Mitte Dezember 2015 hatte diese Regel auf höchster Ebene für Aufsehen im Pokalspiel zwischen der MT Melsungen und den Rhein-Neckar Löwen gesorgt, da die Schiedsrichter in der Schlussphase die Spielverzögerung des MT-Spielers Timm Schneider mit Roter Karte und Siebenmeter ahndeten. Nationalspieler Uwe Gensheimer verwandelte für die Löwen von der Marke zum 22:21-Sieg. Dem Protest der Melsunger wurde stattgegeben, da die DHB-Testregel eben nur in der Meisterschaft, nicht aber im Pokal Gültigkeit besitzt: Das Cupspiel ist für den 24. Februar neu angesetzt.

Auf Sauerländer Seite hatte sich HSV-Coach Friedhelm Ziel ein offensiv besseres Agieren seiner Schützlinge gewünscht: „Wir produzieren unnötige Fahrkarten: 24 Tore sind ganz einfach zu wenig. Es war vieles zu statisch. Die Passgeschwindigkeit im Spielaufbau war nicht hoch genug und bei den Kreuzbewegungen haben wir uns zu viele schlechte Anspiele und Ballverluste geleistet.“

Bis zum Heimspiel gegen Aufsteiger HSG Hohenlimburg am 13. Februar will er mit seiner Mannschaft an Strategien für das Angriffsverhalten arbeiten: Eine Fastnachtspause im Training gibt es für die HSV nicht. Denn auch wenn die Mannschaft im neuen Jahr noch keine Partie verloren hat, schwebt sie in Abstiegsgefahr.

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