HSV will Einspruch gegen Bommern-Wertung prüfen

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Beobachtete „Angst“ bei seinen Spielern: HSV-Trainer Friedhelm Ziel.

Werdohl - Wegen eines Legionellenbefalls in der Sporthalle des TuS Bommern sagte die HSV Plettenberg/Werdohl am Samstag kurzfristig ihre Reise zum Auswärtsspiel der Handball-Verbandsliga ab – und verlor die Punkte kampflos. Der Verein prüft indes die Möglichkeit, gegen die Spielwertung vorzugehen.

HSV-Trainer Friedhelm Ziel blieb auch mit zwei Tagen Abstand im Gespräch mit unserer Zeitung am Montag bei der Einschätzung, dass eine Absage des Spiels aus Plettenberger und Werdohler Perspektive der richtige Weg war. „Und zwar deshalb, weil es keine Benachrichtigung an uns gab“, erläuterte der Lüdenscheider. 

Dass in der Halle des TuS Bommern bereits seit Wochen ein Legionellenbefall bekannt und die Duschen folglich gesperrt sind, erfuhren Ziel und seine Spieler dem Vernehmen nach im Gegensatz zu Teutonia Riemke, das zuvor am 13. Februar letztes Gäste-Team beim TuS gewesen war, erst am Samstagmittag. Da war es offenbar zu spät, um ausreichend abzuwägen, ob bei einem Einsatz in Witten ein gesundheitliches Risiko bestanden hätte. 

Ziels Standpunkt ist klar: Wenn in der Halle die Duschen nicht funktionsfähig sind, kann dort nicht gespielt werden. „Das müsste normalerweise ausreichen, um ein Spiel abzulehnen“, sagte der HSV-Coach. 

Staffelleiter: Spielwertung gegen die HSV einzige Option

Die Sichtweise von Staffelleiter Andreas Tiemann ist eine andere. Die Halle war schließlich von der Stadt Witten nicht gesperrt, sondern explizit freigegeben, obwohl das Legionellen-Problem bekannt war. „Wenn keine Duschen benutzt werden, ist kein Wasser da. Ist kein Wasser da, gibt es keine Legionellen“, folgerte Tiemann. Ihm als Staffelleiter sei folglich nur die Option geblieben, die Partie mit 0:2 Punkten gegen die HSV zu werten. 

In den nächsten Tagen wird Tiemann einen Bescheid versenden, der den Lennetalern genau das mitteilt – und auch eine Ordnungsstrafe beinhaltet. Binnen 48 Stunden kann die HSV gegen diese Entscheidung Einspruch vor den Rechtsinstanzen des Handball-Verbandes Westfalen einlegen, um am „grünen Tisch“ vielleicht doch noch eine Neuansetzung oder eine Aufhebung der Spielwertung zu erwirken. Man werde einen Einspruch prüfen, teilte Dirk Schulte, Sportlicher Leiter der HSV, am Montag mit. 

HSV-Spprtchef sieht geringe Chancen für möglichen Einspruch

Zugleich ließ er aber durchblicken, dass man dieser Möglichkeit im Verein keine großen Chancen auf Erfolg einräume. „Wir waren schließlich die einzigen, die dort nicht gespielt haben“, sagte Schulte. 

Der TuS Bommern hat mittlerweile reagiert. Auf ihrer Facebook-Seite gaben die Wittener gestern bekannt, dass pro Duschraum eine Dusche mit einem Legionellenfilter ausgestattet werden soll. „Wegen der hohen Kosten pro Duschkopf, der zudem monatlich ausgetauscht werden muss, bitten wir um Verständnis dafür, dass wir hier nur einen reduzierten Service zur Verfügung stellen können“, schrieb Bommerns Vorsitzender Dieter Beneken. 

Sollte es beim Punktverlust für die HSV bleiben, so scheint dies rein sportlich zu verkraften. Weil mit Westfalia Herne, der HSG Hohenlimburg und der HSG Vest Recklinghausen die drei Letztplatzierten des Verbandsliga-Tableaus allesamt verloren, hat die HSV vier Spieltage vor Schluss weiterhin komfortable sieben Zähler Vorsprung auf den Relegations- sowie auf den ersten direkten Abstiegsplatz. 

„Es ist relativ unwahrscheinlich, dass da noch etwas passiert“, sagte Trainer Ziel, geißelte die Situation mit den nicht funktionierenden Duschen in Bommern aber als „unmögliche Zustände“.

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