HSV-Handballer blicken nach Pleite in Hattingen nach vorn

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Mit fünf Toren war Nils Scheuermann am Samstagabend in Hattingen der erfolgreichste HSV-Werfer, von der 100-Prozent-Quote war der Kreisläufer, der gerade in der Startphase einige Fehlwürfe verzeichnete, indes weit entfernt.

Werdohl - Es waren 60 Handballminuten gewesen, über die viel gesprochen und diskutiert werden durfte, auf den Punkt aber brachte Dirk Schulte diese 60 Minuten aus Sicht der HSV Plettenberg/Werdohl. „Es war wohl nie so leicht, ein Auswärtsspiel in der Verbandsliga zu gewinnen“, sagte Schulte.

Die Botschaft des Sportlichen Leiters der Senioren-Abteilung nach dem 26:28 beim TuS Hattingen: Die Gelegenheit war günstig gewesen für die HSV-Handballer gegen einen Gastgeber, der viel Kampf, aber sonst ziemlich wenig von allem anderen in die Waagschale geworfen hatte. Aber die HSV hatte diese Gelegenheit verpasst.

Und es war keineswegs so gewesen, dass die HSV in Hattingen überrascht worden wäre. Trainer Friedhelm Ziel hatte vor der 4:2-Abwehr des TuS gewarnt, vor dem Tempospiel, auch vor der Qualität des neunfachen Torschützen Jakob Jäger, einem jungen Mann mit schnellen Beinen und mitunter unorthodoxen Abläufen.

Die HSV war gewarnt, aber sie fand trotzdem keine Mittel. Nicht in der Offensive gegen eine Abwehr, die eigentlich eine Einladung war (Ziel: „Auf Linksaußen war meistens eine Autobahn in Richtung Tor frei, aber wir schaffen es nicht, den Ball dort hinzuspielen…“), aber von der HSV nicht als Einladung verstanden wurde. Und nicht in der Defensive, in der die letzte Konsequenz fehlte – gerade im 6:0-System nach dem Wechsel – und auch eine normale Torwartleistung.

„Zwei verschiedene Welten“, nannte Friedhelm Ziel das, was seine Jungs gegen Herne und Hattingen gezeigt hatten, „das ist eine kollektive Geschichte. Gegen Herne macht einer die Dinge gut, man wechselt, und der andere macht dort weiter. Und hier war es genau umgekehrt. Ein Spieler kriegt es nicht hin, man wechselt – und der nächste macht es genauso schlecht…“

Des einen Freud, des anderen Leid. TuS-Coach Frank Osterloh wollte nach der Rückkehr ins Hattinger Handball-Wohnzimmer – die Kreissporthalle war saniert worden, der TuS hatte erst ein Heimspiel in dieser Saison absolviert, und zwar in Holthausen – gar nicht drumherum reden. „Wir haben nicht gut gespielt, aber saugut gekämpft“, sagte er.

Auch so ein Aspekt, der der HSV am Samstag fehlte. „Es war ein Kampfspiel – und wir haben glücklich die Punkte eingesackt“, ergänzte Osterloh. Das stimmte nicht ganz, denn sein Team war das etwas bessere gewesen. Der Sieg war verdient, wenn man zu Grunde legt, dass auch in einem schwachen Spiel die etwas bessere Mannschaft das Gewinnen verdient hat.

Die HSV muss das Geschehene schnell abhaken. Statt möglicher 9:5-Punkte mit Blickrichtung nach oben stehen nun 7:7-Zähler zu Buche – und der RSV Eiserfeld wartet als nächster Gegner. Ein Heimspiel gegen den Tabellenzweiten: Auf dem Papier eine deutlich schwerere Aufgabe. Aber eben auch eine schöne Herausforderung – mit den Fans im Rücken und gegen ein konventionelleres Abwehrsystem soll die Rückkehr gelingen in die andere Welt. Die Welt, in der die HSV glanzvollen Handball spielt, nicht gruseligen.

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