HSV offenbart Schwächen im Abschluss

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Beim 21:21 gegen Recklinghausen offenbarten Nils Scheuermann (links), Marc Bardischewski und Co. längst überwunden geglaubte Schwächen in der HSV-Abwehr.

Plettenberg - Die Situation in der Handball-Verbandsliga wird immer verrückter. Man könnte meinen, die HSV Plettenberg/Werdohl holte aus den zurückliegenden vier Spielen sechs von acht möglichen Punkten, und schippere deshalb in relativ ruhigem Fahrwasser. Weit gefehlt!

Weil ein Sensationsergebnis das nächste jagt, tummeln sich aktuell sieben Mannschaften innerhalb einer Bandbreite von nur einem Punkt.

Das Gros der Liga kämpft gegen den Abstieg und niemand ist vor einer negativen Überraschung sicher. „Umso bitterer, dass wir sowohl gegen Vest Recklinghausen als auch gegen Westerholt unsere letzten Heimspiele gegen direkte Konkurrenten nicht gewinnen konnten“, resümiert HSV-Trainer Friedhelm Ziel.

Im Nachgang sprach Ziel mit seinem Team, machte ihm deutlich, dass diese Spiele von enormer Bedeutung sind und ihm noch einige Begegnungen dieser Art bevorstehen. Dem HSV-Trainer ist dabei durchaus bewusst, dass der Punktverlust zu einem Großteil den suboptimalen personellen Gegebenheiten anzukreiden ist. Das sei aber keine Entschuldigung für eine mangelnde Körpersprache und Konzentration, moniert der Lüdenscheider.

In Bergkamen sei seine Mannschaft ebenfalls stark ersatzgeschwächt angetreten, habe aber eine ganz andere Einstellung an den Tag gelegt. Weil es sich um ein kollektives Phänomen handelte, reichte es gegen Recklinghausen nur zu einem torarmen 21:21-Unentschieden.

„Wir haben in der Breite zu schwach abgeschlossen, zu viele leichte Fehler gemacht und zu oft falsche Entscheidungen getroffen“, analysierte Ziel. Chancen für 30 Tore boten sich Bardischewski und Co. am Samstag, nur 21 mal gelang es, das Leder hinter die Linie zu bringen.

Mit 21 Gegentoren könne man an anderen Tagen zufrieden sein, meint Ziel, in diesem speziellen Fall war er es aber nicht. Taktisch eindeutige Vorgaben bekam seine Sieben nicht über 60 Minuten umgesetzt. Ein Umstand, der Plettenberg/Werdohl vielleicht einen ganz wichtigen Punkt kostete.

Abstimmungsprobleme in der Abwehr, die der HSV-Trainer eigentlich abgestellt wähnte, tauchten gegen Recklinghausen plötzlich wieder auf. Natürlich hat die Mannschaft in dieser Formation in den zurückliegenden zwei Wochen wahrscheinlich nicht einmal so trainiert. Aber Ziel hatte offenbar mehr erwartet.

„Jetzt müssen wir wahrscheinlich die Hälfte der noch ausstehenden Spiele unbedingt gewinnen, um unser Ziel zu erreichen“, rechnet der Coach vor, der Platz elf als Minimalziel ausgibt, weil er ungern in eine Relegation möchte.

Derweil laufen die Planungen für die kommende Saison zwar auf Hochtouren, Ergebnisse kann der Vorstand aber noch nicht vorweisen. Unter anderem sagte Phil Lausen der HSV ab. Der wurfstarke Rückraumspieler bleibt beim Landesligisten HSG Lüdenscheid, war als Nachfolger des zu Eintracht Hagen wechselnden Marc Bardischewski gehandelt worden.

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