HSV-Trainer Ziel sieht Nachholbedarf im Angriff

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HSV-Trainer Friedhelm Ziel verbuchte in den fünf Begegnungen unter seiner Regie erst einen Sieg und arbeitet weiter akribisch daran, das Spiel seiner Sieben zu verbessern.

Werdohl -  Dass die Aufgabe schwer war, ist und bleibt, das ist für Friedhelm Ziel keine Überraschung. „Das war von vornherein klar“, sagt der Trainer von Handball-Verbandsligist HSV Plettenberg/Werdohl. Seine Sieben geht als Tabellenvorletzter mit nur einem Sieg in die Weihnachtspause. Und der Coach, der seit fünf Begegnungen im Amt ist, sieht Licht und Schatten.

Ende Oktober übernahm der Lüdenscheider bei der zu Saisonbeginn neu formierten Spielgemeinschaft das Ruder. Seither stehen für Plettenberg/Werdohl neben dem 29:25-Erfolg gegen das Schlusslicht Borussia Höchsten vier Pleiten zu Buche. Dennoch, so Ziels Eindruck, haben Bardischewski und Co. einen Teil ihrer Baustellen bereits geschlossen.

„Bis auf die Partie in Oberaden haben wir in der Abwehrarbeit sehr große Fortschritte gemacht“, betont Ziel, der sich kürzlich die Mühe machte, die Defensiv-Bilanz aller Staffel 2-Verbandsligisten in den Begegnungen seit seinem Amtsantritt auszurechnen. Ergebnis: Die HSV fing sich in diesem Zeitraum die zweitwenigsten Gegentreffer.

Ausgeklammert ist aus diesem Rechenexempel eben jenes 25:29 beim Tabellendritten am vergangenen Samstag. Dass da die Verteidigung des eigenen Gehäuses bei weitem nicht optimal klappte, ist auch Ziel nicht entgangen. Sein Erklärungsansatz: Mit Marc Bardischewski, Michel Lengelsen und Pierre van der Hurk verpassten in der Woche vor dem Duell mit dem SuS drei Spieler aus dem Innenblock verletzungs- oder berufsbedingt das Montagstraining, in dem der HSV-Coach üblicherweise das Abwehrverhalten üben lässt. „Dann fehlt der letzte Schliff, die Abstimmung“, unterstreicht Ziel.

Grundsätzlichere Defizite sieht der Bergstädter zudem im Angriffsspiel seiner Schützlinge. „Auch da haben wir schon ganz gute Akzente gesetzt“, bilanziert Ziel zwar, doch die Mängelliste folgt prompt. Gegenstoßverhalten, das Einbinden der Außen, Vermeidung unnötiger Zeitstrafen – all das sind Bereiche, in denen die HSV nach Ziels Ansicht Nachholbedarf hat.

Letztere seien ein Faktor, „der immer zwei bis drei Tore kostet“, rechnet der Coach vor und ergänzt: „Wir können die Zeitstrafen sicherlich um die Hälfte reduzieren.“ Zudem fordert er einen schnelleren Handlungsimpuls, um die Gegenstöße auszulösen. „Nach einem Ballgewinn ist immer eine gewisse Zufriedenheit da, die uns nicht mit sechs Mann in den Gegenstoß gehen lässt“, kritisiert Ziel.

Um dem entgegen zu wirken, plant Ziel zusätzliche Trainingseinheiten zwischen Weihnachten und dem Jahreswechsel. So will er seinen Mannen auch Konzepte gegen die kommenden Gegner RSVE Siegen und Spitzenreiter OSC Dortmund an die Hand geben. Beide bevorzugen nach Ziels Beobachtungen offensivere Formationen wie ein 3:2:1 oder 3:3. „Da braucht man ganz andere Lösungen“, ist der HSV-Coach überzeugt. - Von Christian Müller

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