Keller-Konkurrenten machen Jagd auf dezimierte HSV

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Alles gegeben, aber nichts Zählbares bekommen: Bei den HSV-Spielern um Nils Scheuermann (rechts) und Marcus Scheerer machte sich nach der knappen Niederlage gegen Oberaden Enttäuschung breit.

Werdohl - Die Situation ist durchaus bedrohlich: Nur noch ein Punkt trennt die HSV Plettenberg/Werdohl von einem Abstiegsplatz in der Handball-Verbandsliga. Und gleich drei Klubs sitzen der Ziel-Sieben im Nacken. Haltern-Sythen, Bommern und Hattingen belegen derzeit punktgleich (8:14) die Ränge 11 bis 13 und machen Jagd auf die HSV, die sich nur knapp vor dem Trio behauptet (9:13).

Dass die Alarmglocken schrillen, daraus macht Trainer Friedhelm Ziel kein Geheimnis. An den Stellschrauben, die die HSV wieder in ruhigeres Fahrwasser bringen könnten, kann Ziel jedoch nicht drehen. Verletzungen und das Grippevirus legen ihm Fesseln an. Ein Zustand, der sich am Tabellenstand und den Ergebnissen ablesen lässt.

Am Samstagabend gegen den SuS Oberaden verlor die HSV das wichtige Vier-Punkte-Spiel knapp 24:25. Eine Kleinigkeit, die die HSV vom möglichen Erfolg trennte. Und wenn man bedenkt, dass Ziel vielleicht nur eine leistungsfähige Sieben zur Verfügung stand, ist das Ergebnis eigentlich als Erfolg zu werten. Zählbares blieb den Gastgebern jedoch nicht.

Wie schnell ändert sich die Situation? An den Defiziten, die gegen Oberaden erkennbar waren, kann Ziel nicht arbeiten: zu wenige Spieler beim Training. Und in der nächsten Begegnung steht nochmals deutlich mehr auf dem Spiel.

Dann muss die HSV nach Haltern, das seinerseits nach dem 32:27-Erfolg gegen Hattingen Morgenluft schnuppert und heiß darauf sein wird, den eigenen Heimvorteil kombiniert mit dem Rückenwind gegen die HSV einzusetzen. Scheerer, Bardischewski und Lengelsen sind krank. Van der Hurk verletzte sich gegen Oberaden am Finger und knickte auch noch um. Die Liste der Absagen für die nächsten Trainingsabende der HSV wird immer länger. Zu den gesundheitlichen Gründen gesellen sich regelmäßig berufliche Verpflichtungen der Akteure.

Die Schuld bei anderen zu suchen, liegt dem HSV-Coach fern. Ihm war jedoch aufgefallen, dass die ansonsten souveränen Schiedsrichter in der entscheidenden Phase ein paar Pfiffe zu viel gegen die HSV tätigten. „Ich habe mir das auf dem Video nochmals genau angeschaut“, sagt der Coach. In der Grauzone der Regelauslegung zog die HSV den Kürzeren. Das sei nicht zu ändern, man müsse halt diese paar Tore besser sein als der Gegner, weiß der Trainer aus Erfahrung.

Mit angezogener Handbremse muss Ziel arbeiten, die Spieler nicht überbelasten, sie jedoch für die Herausforderungen gegen Haltern und Dortmund präparieren. Auf das Überzahlspiel und die Basics werde er sein Hauptaugenmerk in den nächsten Trainingseinheiten legen, verriet er. Körper und Geist bilden nicht nur in der Weltanschauung des HSV-Trainers eine Einheit.

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