Einbruch im Angriff kostet die HSV den Sieg

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Lange Zeit boten Nils Scheuermann (links) und die HSV ein durchaus ansprechendes Angriffsspiel, ehe Westerholt zurück in die Begegnung fand und am Ende noch einen Zähler vom Riesei entführte.

Werdohl  - Ein Punkt gegen den SV Westerholt ist für Handball-Verbandsligist HSV Plettenberg/Werdohl streng genommen ein Punkt zu wenig. Zwar gibt Trainer Friedhelm Ziel zu Protokoll, dass eigentlich nichts passiert sei, zwischen den Zeilen klingt der Frust über die verpasste Chance und das 29:29-Remis jedoch durch.

Hier ein paar zu leichte Treffer für den SVW, dort ein technischer Fehler, dann einige Male frei am Hertener Keeper Otterbach gescheitert: Für den Perfektionisten Ziel zu weit weg vom Optimum. Woran es lag, dass das konstruktive Angriffsspiel seiner Mannschaft Mitte der zweiten Halbzeit einbrach, kann er sich nicht erklären – noch nicht. Ursachenforschung ist angesagt. „Uns fehlten auf einmal die Lösungen. So etwas darf nicht passieren“, betont der HSV-Coach, zumal etliche Konkurrenten den Aufstand proben.

Haltern-Sythen habe sich unten rausgeschossen, zollt Ziel den Handballern vom See Respekt für den Aufschwung der vergangenen Wochen. Gleichzeitig meldet sich das Ligaschlusslicht aus Recklinghausen mit einem 33:22-Auswärtssieg in Herne zurück, während der Drittletzte aus Hattingen die starken Bergkamener 42:38 niederkämpfte. Und Bommern bringt dem Primus Dortmund die nächste Niederlage bei. Verrückt! „Alle bäumen sich auf. Die Kellerkinder befinden sich kollektiv im Aufwind“, stellt der HSV-Coach fest. Abstiegskandidaten seien derzeit nicht auszumachen. Aktuell scheint nur Eiserfeld in gewissem Maße unantastbar und auf dem Weg Richtung Spitze zu sein, weil die Dortmunder an Boden verlieren.

Das alles zusammengefasst, bedeutet laut Ziel: „Wir müssen mindestens sechs Siege aus den letzten zwölf Spielen holen. Also: Wir müssen bereit sein, auswärts zu punkten, selbst wenn wir keine Kulisse wie am Riesei oder in Böddinghausen hinter uns haben.“ Es ist unglaublich spannend, aber die Plettenberger und Werdohler sind weiterhin im Rennen - trotz personell dünn besetztem Rückraum.

Gegen Westerholt standen mit Bardischewski, van der Hurk, de Liello und Winkelsträter nur vier etatmäßige Rückraumspieler zur Verfügung. Nichtsdestotrotz sieht Ziel sein Team gut aufgestellt. Die Angriffsleistung gegen den SVW – den Einbruch ausgenommen – stimme ihn optimistisch.

Entscheidend wird sein, ob es der HSV-Trainer schafft, die ärgerlichen Schwächen auszumerzen. „Wir haben die Qualität, obwohl wir ohne Bluhm, Lengelsen und Scharpe klarkommen müssen. Wenn die Mannschaft bereit ist, den nächsten Schritt zu gehen, – und das geht nur mit intensiver Trainingsarbeit – dann werden wir in der Lage sein, topfit in jedes Spiel zu gehen“, erklärt Ziel.

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