HSV-Notlösung wird zur Erfolgsgeschichte

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Markus Winkelsträter (links) half bei der HSV Plettenberg/Werdohl nach dem kurzfristigen Ausfall von Pierre van der Hurk in Bergkamen im rechten Rückraum aus.

Werdohl - Was der Vorsitzende Alexander Griessl in der Halbzeitpause verständlicherweise als „absolute Notlösung“ bezeichnete, erwies sich für Handball-Verbandsligist HSV Plettenberg/Werdohl im Auswärtsspiel in Bergkamen letztlich als Erfolgsgeschichte: Die improvisierte Besetzung des ausgedünnten Rückraums.

Pierre van der Hurk verletzte sich beim Einwerfen vor der Partie, die die HSV mit 28:23 am Ende sogar souverän für sich entschied, am Finger und vergrößerte damit die Sorgen seines Trainers Friedhelm Ziel. Der hatte nach dem krankheitsbedingten Ausfall von Oliver de Liello, der in Bergkamen nur zu einem Kurzeinsatz kam, in Marc Bardischewski nur noch einen einzigen gesunden Rückraumspieler zur Verfügung und Linksaußen Dominic Scheerer auf die Spielmacher-Position gestellt.

Zweimal, erläuterte der Coach nach dem Abpfiff, hätten seine Schützlinge diese Variante trainiert. Immerhin. Relativ spontan musste Ziel derweil die Idee gebären, Markus Winkelsträter nach van der Hurks Malheur als Halbrechten aufzubieten. „Mehr als ein gutes Spiel kann ich so nicht erwarten“, betonte Ziel angesichts dieser Umbauten – und angesichts der zu unterstellenden Qualität des Tabellendritten.

Doch die Sieben von TuRa-Spielertrainer Thomas Rycharski, der auf langjährige Profi-Erfahrung beim Zweitligisten ASV Hamm-Westfalen zurückblickt, fand über weite Strecken der Partie nicht zu ihrem Spiel. Im Angriff kam Bergkamen mit der 3:2:1-Deckung der HSV nicht zurecht, wirkte dadurch oftmals statisch. Am ehesten entwickelte Bergkamen über Einzelaktionen von Florian Schöße und Pascal Terbeck aus dem Rückraum sowie durch Anspiele auf Kreisläufer Tom Trost Torgefahr. 15 von 23 TuRa-Treffern entfielen allein auf dieses Trio.

„Bergkamen hat erst Fuß gefasst, als wir hinten Zeitstrafen bekamen“, bezog Ziel sich auf die Phase zwischen der 30. und 43. Minute, als TuRa die 14:10-Pausenführung der HSV über 14:13 (33.) in einen 18:18-Zwischenstand verwandelte. In diesem Zeitraum waren die Lennetaler nach Strafzeiten gegen Nils Scheuermann und Jugoslav Lakic (2) mehrfach in Unterzahl.

In der Abwehr hingegen hatte der Favorit mit dem variantenreichen und konsequenten Vortrag der Gäste seine liebe Mühe. Trotz des Notstandes im Innenblock schien Plettenberg/Werdohl im Vorwärtsgang abgeklärter, schnörkelloser. Und so verbuchte die HSV am Ende zwei völlig verdiente „Bonuspunkte“ (Ziel) und erntete ein Lob vom Trainer: „Das war eine herausragende kämpferische Leistung.“

Rycharski indes sprach seinen Akteuren nach der zweiten Niederlage 2016 indirekt die richtige Einstellung zu den Gegnern ab: „Seit zwei Wochen trainieren wir so, das spiegelt sich auf dem Feld wieder.“

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