Ziel findet bei HSV-Niederlage in Recklinghausen Ansatzpunkte

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Der neue HSV-Trainer Friedhelm Ziel setzte in Recklinghausen vorrangig auf die Spielmacher-Fähigkeiten von Jugoslav Lakic (rechts), da Michel Lengelsen unter der Woche im Training gefehlt hatte.

Werdohl/Plettenberg - Friedhelm Ziel bemühte sich, die Hoffnung, die an Marc Bardischewski gesetzt werden würden, zu dämpfen. „Wenn ein Spieler nach so einer Verletzung zurückkommt, dann darf man nicht zu viel erwarten. Das ist in etwa so, als wenn er aus vier Wochen Sommerpause kommt“, meinte der Neu-Trainer der HSV Plettenberg/Werdohl in Bezug auf den von einem Ermüdungsbruch im Fuß genesenen Rückraum-Shooter.

Die ersten zehn Minuten des Handball-Verbandsliga-Spiels bei der PSV Recklinghausen (22:24) saß Bardischewski auf der Bank – nach dem 1:5-Rückstand und der Auszeit begann für die Sieben aus dem Lennetal mit dem Halblinken die nicht von Erfolg gekrönte Aufholjagd.

Nur noch zwei kurze Ruhepausen gönnte Ziel dem mit zehn Treffern erfolgreichsten Werfer der Gäste im weiteren Spielverlauf. Zeitweise nahmen die Recklinghäuser „Polizisten“, die nach einer 5:1-Formation im ersten Durchgang in der zweiten Hälfte 6:0 verteidigten, sogar in Manndeckung. Dennoch war der frühere Schalksmühler auffälligster Akteur der Sauerländer – nicht zuletzt, weil er im Innenblock für dringend benötigte Präsenz sorgte.

Die HSV versuchte immer wieder mit Einläufern von den Außen, die PSV-Abwehr aufzubrechen und Räume zu schaffen für Bardischewski sowie Pierre van der Hurk, der sich in der ersten Hälfte noch oft festgelaufen hatte, im zweiten Durchgang aber viermal erfolgreich zum Abschluss kam. Ansonsten deutete Friedhelm Ziel an, dass er noch weitere Konzepte ausarbeiten will. „Schade war in der vergangenen Woche, dass Michel Lengelsen, unser Spielmacher, nicht am Training teilnehmen konnte, weil er auf einer Fortbildung war“, sagte der Lüdenscheider, der im Vest vor allem auf Jugoslav Lakic in der Rückraum-Mitte setzte.

Knackpunkte dafür, dass es für die HSV nicht mit dem ersten Saisonsieg klappte, waren für Ziel mehrere Zeitstrafen in der Schlussviertelstunde – und zwar deswegen, was aus ihnen gemacht oder nicht gemacht wurde. Zwei eigene Überzahl-Situationen nutzten die Märker nicht aus, um aufzuholen – bei der zweiten, einer Klammer-Attacke gegen Bardischewski, verletzte sich zudem der Recklinghäuser Spielmacher Frederik Bell selbst, so dass er nach Ablauf der zwei Minuten nicht aufs Parkett zurück konnte.

Andererseits brachten die Strafe gegen Nils Scheuermann und die rote Karte gegen Dominik Scheerer (52.) die Plettenberger und Werdohler nach ihrem 4:0-Tore-Lauf aus dem Tritt, Recklinghausen machte aus einem 19:21-Rückstand eine vorentscheidende 23:21-Führung. Ansatzpunkte für die weitere Arbeit hat der neue Übungsleiter also zu Genüge. - Von Axel Krüger

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