Sportpolitik

Unverständnis über weiterhin geschlossene Sportplätze in Lüdenscheid

Jugendfußballer beim Training
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Wann darf der Fußball-Nachwuchs wieder auf den Platz? Was anderswo schon geht, ist in Lüdenscheid noch verboten.

In Lüdenscheid öffnet die Musikschule wieder, aber die Sportanlagen bleiben geschlossen. RWL-Vorstandssprecher Michael Dregger findet dafür „keine vernünftige Erklärung“.

Lüdenscheid – Mit der Geduld ist es so eine Sache. Die Pandemie fordert fast jedem dieser Tage in irgendeinem Lebensbereich Geduld ab. Manchmal indes reißt der Geduldsfaden. Beim Vorstandssprecher von Rot-Weiß Lüdenscheid, Michael Dregger, war dies am Montag der Fall.

Am Montag veröffentlichte die Stadt Lüdenscheid auf ihrer Internetseite, dass es wieder losgehe in der Musikschule mit dem Unterricht für den musikalischen Nachwuchs in der Bergstadt.

„Man sollte eigentlich nie Dinge gegeneinander aufwiegen“, sagt Dregger, der auch für die CDU im Rat der Stadt sitzt, „aber eine vernünftige Erklärung, weshalb man im geschlossenen Raum zusammen Musik machen kann, draußen aber weiterhin keine fünf Kinder sich zum Fußball auf einer öffentlichen Sportanlage treffen dürfen, sehe ich nicht.“

Unverständnis über weiterhin geschlossene Sportplätze in Lüdenscheid

Dregger hatte bereits am 26. April eine offizielle Anfrage an Bürgermeister Sebastian Wagemeyer gestellt. In seiner Vorstandsfunktion bei den RWL-Fußballern hatte er nachgefragt, ob es nicht wieder – wie nach Corona-Schutzverordnung erlaubt – möglich sei, mit fünf Kindern (bis 13 Jahre) auf einem Sportplatz ein Training anzubieten. Dregger argumentierte unter anderem mit der geringen Ansteckungsgefahr unter freiem Himmel.

Am 4. Mai erhielt er Antwort: Dierk Gelhausen aus dem Fachdienst Schule und Sport teilte Dregger mit, dass eine Öffnung noch nicht angedacht sei, dass aber der SAE (Stab für außergewöhnliche Ereignisse) der Stadt, in dem Corona-Fragen diskutiert und Beschlüsse gefasst werden, beauftragt worden sei, die Situation für den Sport wöchentlich neu zu bewerten.

In anderen Städten ist dauerhaft Training möglich gewesen. Auch die Kinder in Lüdenscheid brauchen doch Bewegung. Die Frage ist, welchen Stellenwert der Sport unserer Kinder an dieser Stelle hat. Diese Frage muss auch der Bürgermeister beantworten.

Michael Dregger (RW Lüdenscheid)

„Das war für mich eine erschreckende Aussage, denn das bedeutet, dass der SAE vorher nicht über den Sport nachgedacht hat“, sagt Dregger, „als ich dann gehört habe, dass die Musikschule öffnen darf, habe ich die berechtigte Hoffnung gehabt, dass sich auch für den Sport etwas tut.“ Die Sportanlagen indes sind weiter geschlossen. „Ich verstehe das nicht“, sagt Dregger, „in anderen Städten ist dauerhaft Training möglich gewesen. Auch die Kinder in Lüdenscheid brauchen doch Bewegung. Die Frage ist, welchen Stellenwert der Sport unserer Kinder an dieser Stelle hat. Diese Frage muss auch der Bürgermeister beantworten.“

Der SAE wird sich am Donnerstag zum nächsten Mal treffen. Auch Dierk Gelhausen hatte zuletzt seiner Hoffnung Ausdruck verliehen, dass man die städtischen Sportanlagen wieder öffnen möge, um langsam in den Sportbetrieb zurückkehren zu können. Wenn die 7-Tage-Inzidenz dauerhaft unter 100 bleibt im Märkischen Kreis, wäre ab der nächsten Woche sogar das Training in größeren Jugendgruppen (20 Personen, bis 14 Jahre) wieder möglich. Die erste Stufe der Rückkehr – in Kleingruppen – hätte die Stadt dann quasi übersprungen...

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