Toller Auftritt in Berlin

Unverhoffte Maximalausbeute der Iserlohn Roosters

+
Die Iserlohn Roosters um Dieter Orendorz hatten am Wochenende allen Grund zum Jubeln.

Iserlohn - Sechs Punkte in Anbetracht der Rahmenbedingungen sind eigentlich eine kleine Sensation. Und gerechnet haben damit wohl nicht mal die Verantwortlichen der Iserlohn Roosters aus der Deutschen Eishockey Liga.

Von Mirko Heintz

War man nach dem mühsam herausgespielten Heimsieg gegen Straubing schon froh, diese Punkte eingefahren zu haben, wuchsen die Sauerländer in der Hauptstadt vergleichsweise über sich hinaus.

„Auch die Berliner hatten nicht die komplette Mannschaft an Bord, dennoch haben wir sie in Anbetracht ähnlicher Rahmenbedingungen dominiert“, so IEC-Torhüter Mathias Lange. Der gebürtige Klagenfurter machte ein weiteres Topspiel, wurde allerdings selten von seinen Vorderleuten so unterstützt wie bei den Eisbären. Die Waldstädter Kufencracks lebten ihr von Trainer Jari Pasanen verordnetes Defensivprotokoll: „Vertrauen auf das System sorgt für eine starke Verteidigung und mehr herausragende Chancen, als in einem Match mit deutlich mehr Offensive.“

Natürlich weiß er, dass sein Team sich noch immer in einem Entwicklungsprozess befindet, solche Abende sollten in jedem Einzelnen die Erkenntnis reifen lassen, was der richtige Weg zum Erfolg sein kann: Geduld, eine starke Defensive und das Ausnutzen der sich bietenden Chancen.

Aber auch die Trainer könnten in der Weltstadt Berlin etwas über ihre Auswahl gelernt haben. Nämlich, dass Youngster Marko Friedrich nicht nur für die Mittelstürmerposition der vierten Reihe taugt. Schon am Freitagabend machte der Neuzugang ein gutes Match an der Seite von Macek und Raedeke, am Sonntag zeigte er seine beste Leistung überhaupt im Dress der Roosters.

„Es hat gut funktioniert, auch deshalb, weil wir uns gut verstehen und ergänzen“, so Friedrich bescheiden. Pasanen kann das nur bestätigen, hat eigentlich aber einen Platz für den Magen-Darm-Erkrankten Chris Connolly an Friedrichs Stelle vorgesehen. „Marko hat einen guten Job gemacht“, so der Finne. Eine Lösung für dieses als positiv festzuhaltende Problem wird er schon finden. Lachen kann darüber nur Manager Karsten Mende: „Solche Schwierigkeiten schaue ich mir gern an. Marco hat wirklich ein tolles Spiel gespielt.“

Das muss man auch den angeschlagenen Spielern attestieren. Button wurde aufgrund einer Verletzung an der Hand im Krankenhaus mit 15 Stichen genäht, spielte mit einer Spezialschiene. Ähnliches galt auch für Giuliano und Liwing, die trotz muskulärer Probleme ein gutes Spiel machten. Dank ihres Einsatzes beenden die Roosters ihren ersten Ligadurchlauf mit 20 Punkten.

Vervierfacht auf vier Runden, so oft treffen die Sauerländer im Rahmen der Doppelrunde auf jeden Gegner, wären es 80 Punkte und damit hätten die Blau-Weißen ihre Playoff-Teilnahme sicher. „Bis dahin ist es aber noch ein weiter Weg, dennoch scheint in unserer Mannschaft das Potential zu stecken, wir müssen nur hart weiterarbeiten und clever weiterspielen“, so Collin Danielsmeier. Auch er wird das Geschenk von Trainer Pasanen dankbar annehmen, denn noch den Erfolgen gönnt sich das Team jetzt zwei freie Tage, kommt erst morgen wieder am Seilersee komplett zusammen. „Die Jungs müssen ein bisschen runter kommen, dass haben sie sich verdient“, so Pasanen.

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.
Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare