Unterhaltsamer Auftaktsieg der HSV

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Pierre van der Hurk lieferte gegen Höchsten eine ganz starke Vorstellung ab und war maßgeblich am Auftakterfolg der HSV Werdohl beteiligt.

WERDOHL - „Die ersten beiden Punkte gegen den Abstieg“, bilanzierte Trainer Kai Henning im Anschluss an den verdienten 38:34 (16:16)-Erfolg seiner HSV Werdohl/Versetal gegen den TuS Borussia Höchsten und schien sich damit augenzwinkernd auf die Aussagen einiger „Handball-Experten“ zu beziehen, die die Henning-Sieben am Tabellenende erwarten.

Dass die HSV zu weit mehr im Stande ist, hat sie am Samstagabend gegen einen überaus unangenehmen Gegner bewiesen. Szenenapplaus verdienten sich zu Beginn der Partie die Werdohler Neuzugänge. Bardischewski und Fischer markierten die ersten Treffer und Torwart Meckel parierte „mal eben“ eine Drees-Marke. Das sollte nicht die einzige Parade des relativ emotionslos wirkenden Meckels zwischen den Pfosten bleiben. Nach 60 Minuten stand fest: Der junge Mann, der vom Letmather TV zum Riesei wechselte, hat definitiv Verbandsligaformat.

Höchsten begann ungewohnt defensiv, geriet zu Beginn 0:2 und 2:4 ins Hintertreffen, nutzte dann aber immer wieder Werdohler Konzentrationsschwächen. Was den Dortmundern an Durchschlagskraft aus dem Rückraum fehlte, machten sie mit schnellem Passspiel wett. Beim 4:4 fiel der Ausgleich und bis zum 16:16-Pausenstand wechselte die Führung mehrfach.

Halbzeit zwei reagierte Kai Henning, stellte seine Abwehr von 5:1 auf 6:0 um, mit dem Ziel, die Räume für die quirligen Dortmunder auf ein Minimum zu reduzieren. Ein Schritt, der Wirkung zeigte. Bis zum 21:20 (37.) waren die Konkurrenten gleichauf, dann forcierte die HSV die Gangart. Auf Scheerers Gegenstoßtreffer zum 28:22 (47.) folgte Höchstens Auszeit – und die erwartete Umstellung auf ein offensives Abwehrsystem, mit dem die Dortmunder schon in der Vergangenheit ihre Gegner zur Verzweiflung trieben. Erst schien Werdohl nicht beeindruckt, legte zum 30:22 nach. Gewonnen war die Partie aber noch nicht. Höchsten setzte die HSV weiter unter Druck, provozierte Fehler und witterte beim 34:29 (52.) Morgenluft. Dann kehrte Pierre van Hurk zurück aufs Parkett, hatte seine Akkus binnen fünf Minuten wieder aufgeladen und schloss nahtlos an seine zuvor überragende Leistung an. Sein Durchsetzungsvermögen, seine Laufbereitschaft und seine Treffsicherheit rissen sein Team mit, der Weg zum Sieg war frei.

HSV: Meckel, Griessl – Fischer (2), Gurol (4), Scheerer (1), Lohmann (4), van der Hurk (11), Bluhm (5), Burzlaff, de Liello (6/1), Bardischewski (5), Gadomski

TuS: Zankl, Oelker – Drees (9/3), Kremer (5), Schäfer (1), Brenscheidt (8), Leimbrink (1), Rademacher (2), Bradtke (2), Fischer (6/1), Panhorst, Porrmann, Ladendorf

Zeitstrafen: HSV 6, TuS 1

Schiedsrichter: Maiwald/Schiwek (Recklinghausen)

Zuschauer: 150

Von Markus Jentzsch

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