Kalb peilt Hausrekord an - Folz feiert Premiere

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Hofft auf eine neu Bestzeit: der Lüdenscheider Florian Kalb.

Lüdenscheid/Altena - Jahrelang war er das sportliche Aushängeschild bei der LG Lüdenscheid, hält im Nachwuchsbereich von der U16 bis U20 noch heute zahlreiche Kreisrekorde über 800 und 1000 Meter. Zum Ende des vergangenen Jahres hat Florian Kalb der Bergstadt aber den Rücken gekehrt, studienbedingt zog es ihn nach Tübingen in Baden-Württemberg, wo er ein Medizinstudium begonnen hat.

Das ist sehr zeitintensiv, der Leichtathletik aber hat der Mittelstreckler nicht den Rücken gekehrt – ganz im Gegenteil. Seit Anfang des Jahres startet er für die LAV Stadtwerke Tübingen, die insbesondere im Mittel und Langstreckenbereich schon zahlreiche Topathleten in ihren Reihen hatte. Unter anderem mit Dieter Baumann den Olympiasieger über 5000 m 1992 in Barcelona. Seine Frau Isabelle ist auch heute noch Trainerin beim LAV, hat inklusive Kalb eine immens leistungsstarke Läufergruppe um sich.

Und so geht der 22-jährige Lüdenscheider seinem Hobby wieder sehr intensiv nach, ist über seine einstige Paradestrecke 800 Meter so stark wie seit Jahren nicht mehr. Die vorläufige Krönung gab es am 2. Juni bei einem Sportfest in Regensburg, wo er mit 1:53,90 Minuten die Qualifikation für die Deutschen U23-Meisterschaften (1:54,00) unterbot. Damit blieb er nur knapp über seiner persönlichen Bestzeit, die er 2014 bei den Deutschen Jugendmeisterschaften in Wattenscheid aufgestellt hatte (1:53,75).

Von daher versteht sich Kalbs Zielsetzung für die nationalen U23-Titelkämpfe, die am Samstag und Sonntag im Heilbronner Frankenstadion stattfinden, von selbst: Er möchte seinen Hausrekord knacken. „Ich habe mich noch so gerade für die Meisterschaften qualifiziert. Eine Endlaufteilnahme ist für mich illusorisch“, verweist er darauf, dass unter anderem gleich fünf Konkurrenten in diesem Jahr schon unter 1:50 Minuten gelaufen. „Von daher kann ich am Samstag im Vorlauf gegen starke Konkurrenz volle Kanne laufen, und dann schauen wir mal, was herauskommt“, ist er sehr optimistisch.

Eventuell gibt es gar einen Doppelstart, denn am Sonntag folgt noch die 3x1000 m-Staffel. „Wir sind aber derart viele Läufer, die in Frage kommen. Da wird die Trainerin wohl erst einmal abwarten, wie die Leistungen zuvor in den Einzeldisziplinen sind. Sollte ich in der Staffel zum Einsatz kommen, ist auf jeden fall etwas möglich“, liebäugelt Kalb gar mit einer Medaille.

Folz feiert ihre DM-Premiere

Nein, viel schöner konnte dieser Sommer für Franziska Folz bislang nicht sein. Die 18-jährige Altenaerin hat ihr Abitur frisch in der Tasche, und auch aus sportlicher Sicht läuft es dieser Tage wie am Schnürchen. Die für den TV Wattenscheid startende Leichtathletin erfüllte Anfang Juni im Diskuswurf zunächst mit 42,10 Meter die Norm für die Deutsche Meisterschaft der U23, und nur einen Wettkampf später haute „Franzi“ dann richtig einen raus. Im altehrwürdigen Stadion Rote Erde stellte Folz mit 42,75m im Diskuswurf eine neue persönliche Bestleistung auf.

„Es läuft nicht schlecht in diesem Jahr“, sagt die Altenaerin – und kann sich ein leises Lachen nicht verkneifen. Sie hat sich den langersehnten Wunsch, bei einer Deutschen Meisterschaft starten zu dürfen, in diesem Jahr erfüllt. Mehr noch: Die Teilnahme an der U23-DM, die an diesem Wochenende in Heilbronn stattfindet, ist ein Extra-Bonbon, das süßer kaum schmecken dürfte für die 18-Jährige, die Ende Juli einen weiteren nationalen Titelkampf bestreiten wird. Vom 27. bis 29. Juli findet in Rostock die U18/U20-DM statt. An der Ostsee wird Folz dann auf gleichaltrige Kontrahentinnen treffen.

Franziska Folz bestreitet an diesem Samstag in Heilbronn ihren ersten Wettkampf bei einer DM.

Im Mittelpunkt steht aber zunächst die U23-DM im Frankenstadion in Heilbronn. Am Freitagmittag machte sich Folz mit weiteren Talenten des TV Wattenscheid auf den Weg in den Norden Baden-Württembergs. An diesem Samstagnachmittag (14.50 Uhr) feiert sie im Diskuskäfig ihre DM-Premiere gegen eine bärenstarke und zum Teil drei Jahre ältere Konkurrenz. „Dass es für mich nicht für den Endkampf reichen wird, das ist klar. Trotzdem freue ich mich sehr auf diesen Wettkampf, in dem ich meine Leistung bestätigen und zeigen will, das ich es kann. Vielleicht gelingt ja auch eine neue Bestleistung“, sagt Franziska Folz, die sehr wahrscheinlich nur drei Versuche absolvieren wird. Aber die sollen eben nach Möglichkeit sitzen.

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