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TV Jahn sagt „Dankeschön“

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Von: Michael Jeide

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Es war ihm eine Herzensangelegenheit: Julian Heidrich (knieend, 5. von links) gestaltete das schwarze T-Shirt, mit dem allen Gruppenhelfern und Übungsleitern des TV Jahn Plettenberg „Dankeschön“ gesagt werden soll.
Es war ihm eine Herzensangelegenheit: Julian Heidrich (knieend, 5. von links) gestaltete das schwarze T-Shirt, mit dem allen Gruppenhelfern und Übungsleitern des TV Jahn Plettenberg „Dankeschön“ gesagt werden soll. © Jeide, Michael

Es war ein beeindruckendes Bild, das sich da am Freitagabend in der Turnhalle des TV Jahn Plettenberg bot. 

Plettenberg - Nahezu leergefegte Stuhlreihen auf der einen Seite, und diejenigen, die zuvor dort gesessen hatten, drängten sich in einer Ecke der Halle zum Gruppenbild zusammen. Es waren fast 50 der insgesamt 69 Gruppenhelfer/innen und Übungsleiter/innen, über die der mit 1014 Mitgliedern größte Sportverein der Viertälerstadt verfügt – sportbegeisterte Menschen, die sich in ihrer Freizeit teilweise seit Jahrzehnten engagieren, um den umfangreichen Übungsbetrieb am Laufen zu halten. Burgi Marx macht diesen Job beispielsweise bereits seit 30 Jahren. Eingeladen worden waren sie alle, um in Form eines von TV Jahn-Mitglied Julian Heidrich kreierten T-Shirts einmal für ihre Arbeit gewürdigt zu werden. „Ihr macht ein tolles Sportprogramm für unsere Mitglieder. Das ist nicht selbstverständlich“, gab es obendrein Lob vom 1. Vorsitzenden Jan Gleitze. Dennoch werden Trainer und Übungsleiter auch weiterhin gesucht. So benötigen die Basketballer für ihren Nachwuchs nach Auskunft des Sportlichen Leiters Sebastian Six dringend neue Trainer.

Den Übungsbetrieb wieder ans Laufen zu bringen und langsam auch wieder in den Wettkampfbetrieb einzusteigen – das war nach all den Einschränkungen der Coronapandemie die wichtigste Aufgabe des TV Jahn in den zurückliegenden Monaten. „Schon vor den Sommerferien hatten wir weitgehend wieder Normalbetrieb“, stellte Six fest und wies auf die in dieser Woche startenden neuen Kurse hin.

„Am 12. Februar haben Turner zum ersten Mal wieder nach ziemlich genau zwei Jahren an einem Wettkampf teilgenommen“, erinnerte Vorsitzender Jan Gleitze. Am 2. und 3. April wurden mit einem Heimwettkampf in der Verbandsliga der Gerätturner und dem ersten Wettkampf der Saison in der Gaupokalliga wieder die ersten Veranstaltungen durchgeführt. Aktuell gilt das Augenmerk dem 4. Lenne-Volme-Turnfest am 3. und 4. September in Kierspe, bei dem der TV Jahn mit einem starken Aufgebot präsent sein will. Dann sollen auch die Mädchen wieder an die Geräte gehen.

Dass es sportlich für die Verbandsligaturner „ergebnistechnisch nicht so erfolgreich“ lief, war für Jan Gleitze zweitrangig. „Es ist viel mehr wert, dass wir überhaupt in der Lage waren, wieder eine Mannschaft zu stellen und alle unsere Leute an Bord geblieben sind. Nicht alle Vereine sind dazu in der Lage gewesen“, sagte der Vorsitzende.

Der Blick richtet sich wieder nach vorn

Der Blick geht also wieder nach vorn, mit Neuanschaffungen von Geräten und Materialien will man den wieder rund laufenden Übungsbetrieb beim Zubehör auf den neuesten Stand bringen. Bereits angeschafft und durch Spenden finanziert wurden Sitzgruppen vor der Halle, die zum Verweilen einladen.

Als Inhaber der Turnhalle an der Bahnhofstraße macht sich der TV Jahn natürlich auch Gedanken, wie der Sport in der anstehenden Heizperiode angesichts steigender Gaspreise aufrechterhalten werden kann. „Wir werden die Einstellung der Heizung optimieren und Verhaltensregeln aufstellen“, kündigte Gleitze am Freitag an. „Trotz der gerade erst installierten modernen Gasbrennwerttechnik werden wir alle Möglichkeiten und eventuelle Förderprogramme beobachten, ohne in Aktionismus zu verfallen“, ergänzte der Vorsitzende.

TV Jahn hat viel Geld in die Hand genommen

Für die Modernisierung der Halle hatte der TV Jahn mit Unterstützung des Förderprogramms „Moderne Sportstätte“ 2021 viel Geld in die Hand genommen. Schatzmeisterin Melanie Wesner musste unter anderem deshalb ein Minus von knapp 43 000 Euro bilanzieren. Angesichts eines Guthabens von 147 000 Euro konnte sich der Verein die Investitionen aber problemlos erlauben. Dennoch sagte Wesner: „Nächstes Jahr hätte ich gerne wieder ein Plus.“ Als neue Kassenprüferin löst Dagmar Gödde ihren Sohn Dennis Fischer ab.

Mit der Bitte, „bleibt uns treu in dieser verrückten und fordernden Zeit. Wir brauchen euch alle“, konnte Jan Gleitze die Versammlung bereits nach einer Dreiviertelstunde beschließen und zum gemütlichen Teil am Grill vor dem benachbarten „Vogelhaus“ überleiten. In dem in der Renovierung begriffenen Gebäude sollen Ende des Jahres auch wieder Weihnachtsfeiern der Gruppen möglich sein. Auch eine Gesamtweihnachtsfeier mit Vorführungen in der Sporthalle in Böddinghausen ist für den 10. Dezember geplant.

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