Fußball-Bezirksliga

TuS Plettenberg plant auf längere Sicht

Fußballtrainer am Spielfeldrand
+
Arbeiten eng zusammen: Trainer Domenico Musella und der Sportliche Leiter Markus Hildebrandt (links).

Plettenberg – In der Saison 2009/10 trainierten sie bereits gemeinsam die B2-Junioren des TuS Plettenberg: Markus Hildebrandt (33) und Domenico Musella (32). Heute sind sie das vermutlich jüngste heimische Gespann auf den Positionen Sportlicher Leiter und Trainer im überkreislichen Fußball – und an dieser Konstellation soll sich auch nichts ändern.

Im Herbst 2019, als die Not am größten war, nahmen sie bei den Blau-Gelben das Heft in die Hand. Nach acht, teilweise deprimierenden Niederlagen, lag der TuS punktlos am Tabellenende der Bezirksliga. Der sportliche Leiter Stephan Suerbier war nach dem 7. Spieltag (0:4 gegen Rüblinghausen) gegangen, von Trainer Kosta Michailidis trennte sich der Verein eine Woche später nach einem 0:6 in Salchendorf.

Kurzerhand besetzte Markus Hildebrandt, eigentlich in einem sportlichen Sabbatjahr, die sportliche Leitung, berief seinen alten Weggefährten Domenico Musella zum Interimstrainer (Hildebrandt: „Er hat keine Sekunde gezögert, dem Verein zu helfen“), bis ein Nachfolger für Michailidis gefunden war. Der Einstand des Duos ging mit einem 0:5 gegen den 1. FC Türk Geisweid zwar daneben, doch mit der Rückkehr von Uwe Helmes als Coach kam im Lennestadion wieder Hoffnung auf. Musella wechselte auf den Co-Trainerposten, Hildebrandt kümmerte sich um die nötigen Verstärkungen – und fand sie schon in der Winterpause. Erste Achtungserfolge stellten sich ein. Bis zum Saisonabbruch im März holten die Plettenberger zehn Punkte, blieben zwar Tabellenletzter, hielten aber die Klasse, weil es bekanntlich in der Saison 19/20 keine Absteiger gab. Und was wichtig war: Der TuS hatte wieder eine Perspektive.

Es folgten weitere Neuverpflichtungen für die Spielzeit 20/21 und die Beförderung Musellas auf den Cheftrainerposten. „Sein gutes Netzwerk und sein Standing bei der Mannschaft haben mich überzeugt, ihn in der jetzigen Saison als Cheftrainer zu platzieren. Domenico und ich leben diesen Verein. Was kann es also Besseres geben, als einen Cheftrainer plus sportlichen Leiter zu haben, die alle ihre Kräfte und Erfahrungen bündeln, um den Verein nach vorne zu bringen. Denn das hatte der TuS dringend nötig. Es fehlte an Identifikationsfiguren“, blickt Hildebrandt zurück und sieht den Bezirksligisten nun besser aufgestellt. „Ich denke, mit den Wechseln im Winter 19/20 und denen im Sommer ist uns das mehr als gut gelungen. Wir haben wieder mehr Plettenberger im Team, oder Spieler, die schon mal bei uns waren und zu uns passen.“

In Florent Zejnullahu erhielt Musella einen spielenden Co-Trainer an die Seite gestellt. Nach holprigem Saisonstart mit einkalkulierten Rückschlägen wie dem 1:6 in Rothemühle fingen sich die Plettenberger. „Mit dem Sieg gegen Kierspe hat die Mannschaft die passende Antwort gegeben“, sieht Hildebrandt das TuS-Team auch charakterlich als gefestigt an. Nach sieben Spielen – in den letzten vier Partien blieb man ungeschlagen – rangiert das Team mit einer ausgeglichenen Bilanz auf Platz elf.

„Wir haben im Winter schon angefangen, einen Kader zu formen, der wieder ansehnlichen Fußball spielen kann und auch diszipliniert ist – das war eigentlich unser primäres Ziel. Dass der Erfolg dann von alleine kommt, war uns auch klar. Nur wie es so ist – ein neu aufgestellter Kader braucht seine Zeit, um sich vernünftig einzuspielen“, weiß Musella, zieht dennoch ein durchaus positives Zwischenfazit. „Wir haben keinen Druck und sind auf einem sehr guten Weg, auch wenn wir gerade erst am Anfang stehen.“

Hildebrandt hält den Ball ebenfalls flach: „Ziel ist es, nicht unten reinzurutschen. Wir haben zwar den Großteil der vermeintlich stärkeren Gegner hinter uns, aber wir dürfen keine Mannschaft unterschätzen. Klar ist aber auch: Gehen wir mit der richtigen Einstellung in die Spiele, wird es schwierig, gegen uns zu gewinnen.“

Insofern ist Hildebrandt sowohl sportlich, als auch mit der Außendarstellung der Mannschaft „mehr als zufrieden“ und bezieht den Verdienst von Co-Trainer Florent Zejnullahu an diesem Zwischenstand ausdrücklich mit ein: „Das Trio aus Domenico, Florent und mir arbeitet Woche für Woche eng zusammen. Den Hauptteil leisten natürlich die beiden.“

Diese Zusammenarbeit soll sich auf eine längere Periode erstrecken: „Ich sehe das Ganze als Projekt an, welches jetzt noch nicht zu Ende ist“, plant Hildebrandt. „Deshalb freue ich mich auch, dass wir mit beiden Trainern, völlig unabhängig vom Ausgang der jetzigen Spielzeit, auch in die kommende Saison gehen werden. Wir wollen konstante, gute und ehrliche Arbeit leisten – die Saison 20/21 soll erst der Anfang sein. Wohin die Reise am Ende geht, weiß keiner so genau. Der Fußball ist ein schnelllebiges Geschäft geworden. Meine Glaskugel sagt mir leider nichts.“

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren: Auf come-on.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare