Fußball

TuS Herscheid reagiert auf öffentliche Kritik 

Dirk Fortkamp
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Herscheids Jugendleiter Dirk Fortkamp hat wie angekündigt die Kreisvereine informiert.

Wie angekündigt, hat der TuS Herscheid auf die bei der Jugendleiterarbeitstagung am 17. Juli in Halver vom Vorsitzenden des Kreisjugendausschusses, Detlev Dräger, öffentlich vorgebrachte Kritik bezüglich des Verbleibs der JSG Listertal/Herscheid (A- und B-Junioren) im Fußballkreis Olpe reagiert.

Herscheid - Herscheids Jugendleiter Dirk Fortkamp hatte schon in der Sitzung angekündigt, den Antrag des TuS und des RSV Listertal auf den Verbleib im Kreis Olpe und die an Sven Günther, Abteilungsleiter Fußballjugend im westfälischen Verband (FLVW), geschickte Stellungnahme zu diesem Schritt bekanntzumachen. Beide Schreiben hat der TuS am Mittwoch an die Vereine im Fußballkreis Lüdenscheid versendet, damit diese sich ein eigenes Bild machen können.

Vereine sollen sich ihr eigenes Bild machen

Ob die Gründe von TuS und RSV auf Verbleib der JSG im Kreis Olpe „nicht nachvollziehbar“ seien, „möchten wir Euch selbst überlassen. Die entscheidende Stelle in Kaiserau sah dies offenbar nicht so und hat unserem Antrag zugestimmt“, schreibt der TuS Herscheid. Von Polizeieinsätzen bei Jugendspielen im Kreis Lüdenscheid – eine der von Dräger erwähnten nicht nachvollziehbaren Begründungen – findet sich in der Stellungnahme an den Verband kein Wort.

Unschöne Szenen und Spruchkammersitzungen

Dennoch: Der TuS Herscheid und der RSV Listertal hatten dem Wunsch der Verantwortlichen des Fußballkreises Lüdenscheid, mit der JSG abwechselnd in den Kreisen Olpe und Lüdenscheid spielen zu lassen, eine Absage erteilt. Man habe sich im Kreis Olpe etabliert, spiele mit A- und B-Jugend dort eine gute Rolle und pflege mit den gegnerischen Mannschaften ein freundschaftliches Verhältnis. Im Gegensatz dazu sei es im Kreis Lüdenscheid in der Vergangenheit „zu unschönen Szenen und Spruchkammersitzungen“ gekommen. Auch aufgrund dessen hätten wieder Spieler noch Eltern den Wunsch, im Kreis Lüdenscheid zu spielen.

Gründe für Verbleib im Kreis Olpe

„Im Sinn des Fußballs und im Sinn der Jugendlichen im Speziellen“ sei eine JSG im Kreis Olpe „zurzeit die einzige Möglichkeit, Jugendarbeit zu leisten, ohne dass uns, hier meinen wir auch den Verband, noch mehr Spieler den Rücken kehren und sich um andere Freizeitmöglichkeiten bemühen“, schließen der Vorsitzende der Vereinsjugend des RSV Listertal, Ingo Schmitz, und Herscheids Jugendleiter Dirk Fortkamp in ihrem Antrag, nachdem sie weitere, größtenteils organisatorische Gründe für einen Verbleib im Kreis Olpe angeführt hatten.

Diesem Antrag ließ der TuS Herscheid nach einer ablehnenden Stellungnahme des Kreises Lüdenscheid vom 31. Mai und nochmaliger intensiver Beratung die an alle Beteiligten im Verfahren gerichtete ausführliche Begründung folgen, die von Fortkamp und Geschäftsführer Christoph Wilk verfasst wurde – verbunden mit der Bitte an den FLVW, satzungskonform eine Entscheidung zu fällen.

Für einen Verbleib im Kreis Olpe und die Ablehnung einer Rückkehr in den Kreis Lüdenscheid spreche demnach auch das Kräfteverhältnis innerhalb der JSG (zwei Drittel RSV, ein Drittel TuS). Gespräche mit Spielern und Eltern hätten, so räumt der TuS ein, allerdings aus „pandemischen Gründen“ nicht geführt werden können – schließlich sei der „komplette Vereinsbetrieb seit dem 1. November 2020 zum Erliegen gekommen.“

Zahlreiche Telefonate

Dennoch habe man „gegenüber dem Kreis Lüdenscheid transparent dargelegt, dass wir die JSG im Kreis Olpe fortsetzen möchten“, so Wilk und Fortkamp. Dazu hätten noch vor der Antragstellung auf einen Verbleib der JSG im Kreis Olpe „zahlreiche Telefonate“ zwischen den Vereinsvertretern und den Verantwortlichen im Kreis Lüdenscheid gedient. Insofern könne der Fußballkreis Lüdenscheid, dessen Jugendausschuss sich für die Saison 21/22 zumindest ein JSG-Team im hiesigen Kreis gewünscht habe, von der Antragstellung „nicht überrascht worden sein“, vermutet der TuS Herscheid.

Zuletzt hat die JSG mit dem TuS Versetal im C-Juniorenbereich schlichtweg nicht funktioniert.

Der TuS Herscheid zu einer wieder beendeten Kooperation im Kreis Lüdenscheid

Mehrzahl der Nachwuchsteams bleibt im Kreis Lüdenscheid

Die Verantwortung des Kreises Lüdenscheid, einen Spielbetrieb in allen Altersklassen anzubieten und für einen Verbleib des TuS Herscheid im A- und B-Juniorenbereich zu kämpfen, könne man beim TuS „selbstverständlich nachvollziehen.“ Allein könne man dies mangels Spielern aber nicht gewährleisten und sehe im Kreis Lüdenscheid auch keine Möglichkeit der Kooperation mit anderen Partnern. „Zuletzt hat die JSG mit dem TuS Versetal im C-Juniorenbereich schlichtweg nicht funktioniert“, schreibt der TuS, der von der C-Jugend bis zu den Minikickern sowie im B-Juniorinnenbereich weiterhin im Kreis Lüdenscheid ansässig bleibt.

Lediglich im A- und B-Juniorenbereich hätten TuS Herscheid und RSV Listertal „als gemeinsames Ziel definiert, so lange im Kreis Olpe zu spielen, bis sich aufgrund der Spieleranzahl gegebenenfalls andere Möglichkeiten ergeben.“ Sollte sich das Kräfteverhältnis innerhalb der JSG also stark zugunsten des TuS Herscheid verändern, erscheint eine Entscheidung pro Kreis Lüdenscheid für die Folgejahre zumindest denkbar, ist nichts in Stein gemeißelt.

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