TSV-Meisterstück zur Mittagszeit?

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Oberliga-Premiere am Pauschenpferd: Jonathan Kuhbier.

Kierspe - Die Zeit ist ungewöhnlich, das Ziel indes klar: Am Samstag um 13 Uhr erwartet die Oberliga-Turnriege des TSV Kierspe im letzten Wettkampf der Saison die SG Coesfeld in der Halle der Bismarckschule am Büscherweg. Mit anderen Worten: Der Spitzenreiter tritt gegen das punktlose Schlusslicht der Liga an, um sein Meisterstück zu machen.

Ein einfacher Sieg wird ausreichen für die TSV-Riege im Fernduell mit dem nach Gerätepunkten abgeschlagenen TV Isselhorst. Alles also nur Formsache? „Man sollte die Coesfelder trotzdem nicht unterschätzen. Man weiß, wie so etwas gehen kann“, sagt TSV-Trainer Uwe Hütz. Noch ist die Titelverteidigung nicht perfekt. Noch wird es 24 Übungen geben, die zu kleinen Stolpersteinen werden könnten.

Zuversichtlich aber ist Hütz trotz der Personalsituation, die fast so ungewöhnlich ist wie die Anfangszeit des Wettkampfes. Der Lüdenscheider Kevin Meisel fällt nach seiner Blinddarm-Operation weiterhin aus, dazu müssen heute auch Hendrik Wünsch (Hochzeitsfeier) und Alexander Schröder (mit seiner Band beim Contest in Frankfurt) ersetzt werden. Schröders musikalische Ambitionen sind in diesem Zusammenhang auch der Grund für die Vorverlegung: Nach dem Wettkampf will ein Teil des Teams nämlich auf direktem Weg nach Frankfurt, um Schröder beim Contest zu unterstützen und wenn möglich in diesem Kontext auch eine überaus ungewöhnliche Meisterparty zu feiern...

Sportlich bedeutet die Situation durchaus eine Herausfordung an den Geräte-Bastler Uwe Hütz, denn er kann nicht nur personell nicht aus dem Vollen schöpfen, er muss zudem aufpassen, dass sich auf den letzten Metern der Saison die für die nächste Landesliga-Saison eingeplanten Akteure nicht oben festturnen. Das betrifft natürlich nicht die „Vielturner“ wie Tobias Langwald oder André Bienlein. Der konkrete Plan für den Samstag sieht vor, dass Ben Gossow diesmal nicht nur am Reck, sondern zusätzlich am Sprung zum Einsatz kommen wird. Er hat seinen Sturz beim Gienger-Salto vor zwei Wochen inzwischen weggesteckt.

Relegation zur 3. Bundesliga ist diesmal kein Thema

Seine Oberliga-Premiere wird nach längerer Pause aufgrund einer Handgelenks-Verletzung Jonathan Kuhbier am Pauschenpferd feiern. Sam Scholz ist an den Ringen und am Pauschenpferd fest eingeplant, Steffen Berg wird zusätzlich zum Sprung auch am Reck eingesetzt. Und auch Routinier Stephan Jatzkowski wird mit dem Einsatz an zwei Geräten sein Restkontingent bis zum Festturnen voll ausschöpfen. So ist alles bereitet für einen schönen Schlusspunkt der Saison. „In dieser Besetzung sollten wir in der Lage sein, mehr als 215 Punkte zu erturnen“, sagt Uwe Hütz. So viele Punkte haben die Coesfelder bisher in noch keinem Wettkampf auch nur annähernd erreicht.

Der Schlusspunkt der Saison wäre der Titelgewinn diesmal wohl in der Tat. Auf die Relegation zur 3. Liga würde die TSV-Riege im Falle des erneuten Titelgewinns diesmal verzichten. Die Relegation findet bereits nächste Woche in Süddeutschland statt. Ohne Meisel und die Landesliga-Aushilfen diesmal keine erwägenswerte Option für das Turn-Aushängeschild aus dem märkischen Südkreis.

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