Knackpunkt Barren: TSV verliert in Isselhorst

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Am Barren entschied sich der Spitzenkampf in Isselhorst: André Bienlein kam gut durch, das Gerät ging trotzdem verloren.

Gütersloh - Das Saisonfinale in der Turn-Oberliga der Männer dürfte nun doch ein sehr spannendes werden: Der TSV Kierspe vergab am Samstag den Matchball zum Titelgewinn, verlor beim TV Isselhorst 216,55:220,95 und liegt damit nun im Klassement nach Minuspunkten gleichauf mit den Riegen aus Mettingen und Isselhorst. So dürfte es am Ende in diesem Dreier-Vergleich auf die Gerätepunkte ankommen.

Im nördlichen Gütersloh erwischte die Riege des TSV ohne Kevin Meisel (Blinddarm-Operation) nicht ihren allerbesten Tag und traf zudem auf einen kompletten Gastgeber, der einen Top-Wettkampf hinlegte und mit der höchsten Punktausbeute der Saison belohnt wurde.

Spannend war es gleichwohl: Gleich das erste Gerät, der Boden, ging beim 38,00:38,25 denkbar knapp für den Gast verloren. Zwar erturnte hier Florian Klein die Tages-Höchstnote (13,1), dafür stürzte Tobias Langwald einmal und ließ damit einen ganz Punkt liegen (12,15). Birk-Ole Bornträger verzichtete zudem grippegeschwächt auf seine Übung. Die ersten beiden Gerätepunkte an Isselhorst.

Auch das Pauschenpferd holte sich der TVI, der hier mit Oliver Ritter (13,45) auch den besten Einzelturner stellte, knapp beim 37,05:36,70. Langwald turnte hier sauber durch die höchste TSV-Wertung (12,9), Hendrik Wünsch trotz eines Sturzes aufs Gerät die zweithöchste (11,95). Aber dann: An den Ringen – einem starken Gerät der Isselhorster – trumpfte der Gast auf: Tobias Göhner turnte stark (12,6), Stephan Jatzkowski ebenfalls (12,35) – 36,7:36,2 gingen die Ringe an den TSV, der zur „Halbzeit“ 111,4:111,5 zurücklag, am Sprung aber direkt nachlegte.

Sprung: "Viel mehr geht an diesem Gerät nicht"

„Viel mehr geht an diesem Gerät nicht“, freute sich Trainer Uwe Hütz über die Darbietungen von Steffen Berg (12,5), Tobias Langwald (12,4), André Bienlein (12,2) und Alexander Schröder (11,9). Ritter (12,55) kam zwar noch besser weg – das Gerät gewann der TSV aber 37,1:36,35, lag nach vier Geräten mit 0,85 Punkten Vorsprung vorne. Der TSV schien auf Kurs, und kam ausgerechnet am Barren vom Kurs ab. Normalerweise immer für 40 Punkte am Barren gut, verlor der Gast das Gerät 38,4:40,45. Bienlein (13,5) und Jatzkowski (12,8) zeigten sogar sehr starke Übungen, Langwald aber kam nie in den Rhythmus und verpatzte den Abgang, war mit einer 12,1-Wertung noch gut bedient. Für Isselhorst setzte Ritter das nächste Ausrufezeichen (14,25).

Reck: Gossow wagt alles und stürzt ab

So galt es für den Tabellenführer, am Reck 1,4 Punkte gutzumachen. Das bedeutete: hohes Risiko. Rainer Welter blieb mit 8,25 Punkten aber direkt fast drei Punkte unter seiner Wertung der Vorwoche. Göhner (10,0) und ein starker Wünsch (11,4) holten heraus, was herauszuholen war. Trotzdem bedurfte es in der letzten Übung eines Ausreißers nach oben. Ben Gossow setzte alles auf eine Karte, wagte den Gienger-Salto, landete aber beim Flieger hart auf der Matte. Gossow turnte weiter, musste noch mal vom Gerät und turnte sichtlich groggy den Abgang. Ihm fehlten zwei Elemente und mit einer 5,6-Wertung fast acht Punkte auf seine Übung in Iserlohn. Damit war das Gerät verloren (32,65:29,65) und der Wettkampf auch. Es bleibt spannend für den TSV Kierspe.

Bienlein fleißigster Punktesammler

Bester Einzelturner des Tages war Oliver Ritter mit 74,30 Punkten im Sechskampf, nur ein Zehntel schlechter lag Marcel Groß - ebenfalls aus der Isselhorster Drittliga-Mannschaft des Vorjahres. Für den TSV Kierspe war André Bienlein bei seinem Einsatz an fünf Geräten mit 60,55 Punkten bester Punktesammler.

Boden (38,25:38,00): Florian Klein 13,1; André Bienlein 12,65; Tobias Langwald 12,25
Pauschenpferd (37,05:36,70): Tobias Langwald 12,9; Hendrik Wünsch 11,95; André Bienlein 11,85; (Alexander Schröder 10,9)
Ringe (36,20:36,70): Tobias Göhner 12,6; Stephan Jatzkowski 12,35; Hendrik Wünsch 11,75; (Andre Bienlein 10,35)
Sprung (36,35:37,1): Steffen Berg 12,5; Tobias Langwald 12,4; André Bienlein 12,2; (Alexander Schröder 11,9)
Barren (40,45:38,4): André Bienlein 13,5; Stephan Jatzkowski 12,8; Tobias Langwald 12,1, (Tobias Göhner 11,45)
Reck (32,65:29,65): Hendrik Wünsch 11,4; Tobias Göhner 10,0; Rainer Welter 8,25; (Ben Gossow 5,6)

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