Kiersper vor Matchball in Ostwestfalen

Kierspe - Im nördlichsten Teil von Gütersloh liegt das kleine Örtchen Isselhorst mit seinen 6000 Einwohnern und 30 Vereinen. Einer davon ist der Turnverein Isselhorst von 1894, und genau den besuchen die Oberliga-Turner des TSV Kierspe am Samstag zum ersten Matchball im Titelkampf der höchsten Turnklasse in NRW.

Um 15 Uhr beginnt das Kräftemessen der Turner aus Isselhorst und Kierspe in der Grundschule an der Niehorster Straße, das der letzte große Stolperstein auf dem Weg zum zweiten Titelgewinn in Serie sein könnte, aber nicht sein soll, wenn es nach Trainer Uwe Hütz geht. „Dort zu gewinnen, das wäre der einfachste Weg“, sagt Hütz vor der Reise nach Ostwestfalen, „schlagbar ist der TV Isselhorst nach den bisherigen Wertungen – aber man sollte schon einen sehr ordentlichen Wettkampf turnen...“

Die Gastgeber lagen bis zum vergangenen Wochenende und ihrer ersten Saison-Niederlage in Mettingen gleichauf mit dem TSV. Die Riege ist schlagkräftig, kommt aus der 3. Bundesliga: Dort turnten die Isselhorster zuletzt in einer Turn-Gemeinschaft mit dem Nachbarn Leopoldshöhe. Eine Partnerschaft, die nicht von Dauer war. Nun sind die Isselhorster wieder alleine – und zurück in der NRW-Oberliga.

Durch die Isselhorster Niederlage in Mettingen ist der Kampf nicht mehr direkt ein Endkampf um den Titel. Es ist durchaus komplizierter geworden. „Der eigentliche Gegner heißt nun Mettingen“, sagt Uwe Hütz. Sollte der TSV in Isselhorst verlieren, so könnte es sein, dass Isselhorst, Mettingen und Kierspe punktgleich über die Ziellinie gehen. Dann würden die Gerätepunkte über den Titel entscheiden – und da würde Mettingen dem TSV Kierspe deutlich gefährlicher als die samstäglichen Gastgeber, die bereits 20 Gerätepunkte abgegeben haben, Mettingen im Vergleich erst 14, der TSV bisher erst sechs.

Isselhorst noch nie über der 220-Punkte-Marke

Der TSV Kierspe möchte gleichwohl mit einem Sieg in Gütersloh die Zweifel am Titelgewinn ausräumen. Der letzte Kampf am 21. November gegen das Schlusslicht Coesfeld müsste danach zwar auch noch geturnt werden –eine Niederlage wäre dort allerdings eine extrem unwahrscheinliche Variante. Auch ein Sieg in Isselhorst gilt in diesem Kontext trotz des Ausfalls von Kevin Meisel nicht als unwahrscheinlich.

Die Kräfteverhältnisse verdeutlicht ein Blick auf die ersten Wettkämpfe. Die Isselhorster haben die 220-Punkte-Marke in vier Wettkämpfen noch nicht einmal geknackt (Saison-Bestmarke: 218,6 Punkte bei der Niederlage in Mettingen). Die Kiersper haben die 220-Punkte-Marke noch nicht einmal unterschritten (schlechtester Wettkampf: 221,75 Punkte, bester Wert: 229,05 Punkte). Das macht sie auch in diesem Wettkampf zu Favoriten – sorglos aber sollte sie dies keinesfalls machen.

Ohne Meisel, wieder mit Gossow und Jatzkowski

Der TSV Kierspe muss in Ostwestfalen mit Kevin Meisel (Blinddarm-Operation) seinen fleißigsten Punktesammler ersetzen. Gegenüber dem Sieg in Iserlohn soll die Schlagkraft der Riege gleichwohl wieder erhöht werden. So wird am Reck Ben Gossow auf jeden Fall wieder dabei sein. „Das macht im Normalfall zwei bis drei Punkte“, sagt Trainer Uwe Hütz. Auch vom Einsatz vom zuletzt geschonten Routinier Stephan Jatzkowski an den Ringen und am Barren verspricht sich Hütz ein Plus von etwa zwei Punkten. Nichts ändern wird Hütz an der TSV-Besetzung am Boden und am Pauschenpferd. Beim Sprung wird Hendrik Staack (verhindert) durch Alexander Schröder ersetzt. Schröder hatte zuletzt in Iserlohn sein Comeback am Pauschenpferd gefeiert – nun soll er an zwei Geräten turnen und dürfte, wenn der Sprung gelingt, auch ein Punktegarant an diesem Gerät sein. Noch fraglich ist der Einsatz von Sam Scholz, der sich leicht am Fuß verletzt hat.

TSV: Wünsch, Göhner, Gossow, Welter, Bienlein, Langwald, Jatzkowski, Klein, Scholz (?), Bornträger, Berg

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