Jahr ohne Aufstiegshoffnung

Eine der Hoffnungsträgerinnen des Schalksmühler TV in der Landesliga 1 ist nach dem unglücklichen Abstieg aus der Verbandsliga Claudia Raczek. Für alle Starter geht’s in der neuen Saison ohne Aufsteiger nur um den Erhalt des Status quo

Kreisgebiet - Für 36 Mannschaften aus ganz Westfalen fällt am Wochenende in der Sporthalle des Einstein-Gymnasiums in Rheda der Startschuss zur neuen Liga-Saison der Turnerinnen im WTB.

Mittendrin mit dem Schalksmühler TV und dem TSV Kierspe auch zwei Riegen aus dem Lenne-Volme-Turngau, die mit der gesamten Konkurrenz vor einer ungewöhnlichen Saison stehen: Es geht nur um den Erhalt des Status quo. Durch den Rückzug der Westfalenteams aus der NRW-Liga gibt es in Westfalen einen Überhang an Mannschaften.

In der Oberliga starten deshalb zwölf Teams, in den übrigen drei Ligen jeweils acht Mannschaften. Am Ende der Saison steht kein Aufstiegsjubel: Das Tor von der Verbands- zur Oberliga, von der Landesliga 1 zur Verbandsliga und auch von der Landesliga 2 zur Landesliga 1 bleibt verschlossen – es wird viele Verlierer geben, aber kaum Sieger. Die besten vier Mannschaften einer Liga halten die Klasse, die übrigen vier steigen ab.

Meister und Vizemeister halten die Landesliga

Nur in der Landesliga 2 ist dies anders: Hier haben der Meister und der Vizemeister den Klassenerhalt sicher. Die übrigen sechs Riegen gehen gegen die besten Teams der Gauligen in eine Relegation, in der es nur noch um zwei freie Plätze gehen wird. Ausrichter des ersten Liga-Wochenendes sind die TSG Rheda und der KTV Alt-Ravensberg. Es ist nicht leicht, Ausrichter für die Wettkämpfe zu finden. Zum ersten Termin im März fand sich kein Bewerber, so dass es nun erst in Rheda losgeht – das zweite Liga-Wochenende folgt am 4./5. Juni in Laggenbeck, das dritte erst nach den großen Ferien am 1./2. Oktober in Stadtlohn. Der Schalksmühler TV hofft nach dem unglücklichen Abstieg aus der Verbandsliga auf ein Jahr der Konsolidierung in der Landesliga 1 (Sonntag ab 10 Uhr). Zwar hat mit Selma Zornic eine gestandene Turnerin der Riege aufgehört, gehört auch Marie Eicker nicht mehr zum Team.

Nachdrängende Talente beim STV

Andererseits turnt der STV nun in der Landesliga 1 – und hat hinter Topturnerin Lina Chiduck und Claudia Raczek nachdrängende Talente, allen voran Jana Simroth. Simroth ist neben Chiduck und Raczek praktisch gesetzt, die vierte Position an den Geräten teilen sich Tingni Lu, die noch etwas Trainingsrückstand hat, und dei aufstrebende Milena Flechsler. Alina Kompert und Berenike Grau komplettieren die Riege, sind aber eher als Ersatz und für die Gauliga geplant. „Wir gehen zuversichtlich in die Saison“, sagt Cheftrainer Jochen Gerlach, „zu einem der ersten vier Plätze sollte es reichen, alles andere wäre eine Enttäuschung.“ Gerlach musste sich zuletzt auch im Trainerteam umstellen. Nach Celine Machelett, die es im vergangenen Jahr studienbedingt nach Regensburg zog, ist auch Marie Eicker nicht mehr dabei. Dafür ist Miriam Küper inzwischen voll integriert – sie hat inzwischen die Kampfrichter-Ausbildung abgeschlossen und ist bei den Zusammenstellungen der Übungen wichtig.

Für den TSV Kierspe wird es angesichts der verschärften Abstiegssituation in der Landesliga 2 (Sonntag ab 14 Uhr) ein schwieriges Jahr. Nach der Rückkehr in den WTB-Liga-Betrieb wäre der Weg zum direkten Klassenerhalt ein Traum. Dafür müsste allerdings alles extrem gut laufen. Trainerin Britta Hütz hat das Team zur Verfügung, das in der Relegation den Aufstieg schaffte. Das bedeutet: Auch Sofie Waimann, deren Einzelstartrecht weiter beim TuS Grünewald liegt, feiert ihr Debüt in einer Liga auf WTB-Ebene. Die junge Lüdenscheiderin, die an allen Geräten einsetzbar ist, sollte auch eine wichtige Rolle im Team spielen, hat sich Vierkampf schon dicht an Topturnerin Ronja Werkshage herangearbeitet. Werkshage ist ebenso gut in Form wie Dana Hütz und auch Finja Hertrampf, die nach langer Verletzungspause immer besser in Tritt kommt. Sina Hertrampf hatte aufgrund ihrer Abitur-Prüfungen zuletzt weniger Zeit fürs Training, Maike Thran aufgrund ihrer Bachelor-Arbeit ebenfalls.

Hütz hat weiterhin Probleme

Und dann ist das noch das Sorgenkind der Riege: Kristin Hütz plagt weiterhin ihre langwierige Verletzung am Handgelenk der linken Hand - ein Einsatz in Rheda ist sehr unwahrscheinlich. Auf Kristin Hütz wartet noch ein MRT-Termin, der Aufschluss über die Verletzung bringen soll. Die Kiersper Riege jedenfalls freut sich trotz der Schwere der Aufgabe auf die neue Herausforderung. Platz eins oder zwei sind ein hohes Ziel, der Druck indes ist gar nicht so groß. Selbst wenn es einer der anderen Plätze würde, so bliebe doch die Hoffnung auf einen Sahnetag in der Relegation, die in diesem Jahr in Dortmund stattfindet.

Bereits am Samstag sind mit Madeleine Owen und Maike Müller zwei Turnerinnen aus dem LVG beim Oberliga-Auftakt ab 14 Uhr gefordert. In dieser Liga kämpfen zwölf Teams um die acht Plätze, die auch für 2017 die Zugehörigkeit zur Oberliga garantieren. Die 22-jährige Lüdenscheiderin Owen geht ohne jeden Vorbereitungswettkampf in die Saison – beim Landescup musste sie krank passen. Ob sie, die in der Riege des VfL Kamen zu den Leistungsträgerinnen gehört, die neuen Elemente aus dem Wintertraining einbauen wird, ist noch offen. Maike Müller, die in der vergangenen Saison noch für den TV Jahn Plettenberg in der Gauliga turnte, wird für den TV Olpe in der Oberliga starten. Für sie ist die Saison beim neuen Verein und in der höchsten Liga des Westfälischen Turnerbundes eine große Herausforderung.

Kader Schalksmühler TV: Lina Chiduck, Claudia Raczek, Tingni Lu, Jana Simroth, Milena Flechsler, Alina Kompert, Berenike Grau

Kader TSV Kierspe: Ronja Werkshage, Dana Hütz, Kristin Hütz, Maike Thran, Finja Hertrampf, Sina Hertrampf, Sofie Waimann

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare