Viele positive Aspekte und einige Fragezeichen

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Zufrieden mit der Landesliga-Saison der TG Kierspe/Lüdenscheid: Trainer Uwe Hütz.

Kierspe -  Die Saison der Turner in der Landes- und Verbandsliga ist beendet, die meisten Fragen aber sind noch offen: Zum Beispiel die Fragen, wie die künftigen Klassen besetzt sein werden. Ganz konkret stellt sich diese Frage aktuell für die WTB-Oberliga, die im Herbst in ihre Wettkampfsaison startet.

Von Thomas Machatzke

Normalerweise hat die Oberliga eine Sollstärke von sieben Teams. 2013 waren es allerdings nur sechs, so dass es keinen Absteiger gab. Dagegen machten am Saisonende die Turner aus Isselhorst und Leopoldshöhe gemeinsame Sache und stiegen mit einer gemeinsamen Riege auf. Was übrig blieb, will nicht mehr in der Oberliga turnen. So ist die Klasse, in der auch der TSV Kierspe zu Hause ist, mit aktuell nur vier Teams aus dem Vorjahr besetzt.

Aus der Verbandsliga könnten damit drei Mannschaften aufsteigen. Es ist aber nicht gesagt, dass diesen Wunsch auch drei Mannschaften verfolgen werden. Der Verbandsliga-Meister, die jungen Turner aus dem Turnzentrum in Bochum, zum Beispiel will sein Aufstiegsrecht nicht wahrnehmen. Als nächste Anwärter kommen die Teams aus Iserlohn, Stadtlohn und Paderborn in Frage. Zumindest in Paderborn soll man der Sache auch eher skeptisch gegenüberstehen.

Von der Entwicklung in der Verbandsliga ist die Landesliga abhängig. Würden sich in der Verbandsliga drei Mannschaften finden, die aufsteigen wollen, so dürften aus der Landesliga auch drei Teams nachrücken. Auch hier stellt sich die Frage: Wer will das? Der TuS Lübbecke hat mit seinen Kader-Turnern aus Rinteln darauf hingearbeitet. Der TuS Leopoldshöhe III, der beim Saisonfinale Lübbecke überraschend bezwang und der TG Kierspe/Lüdenscheid so noch den dritten Platz vor der Nase wegschnappte, soll ebenfalls interessiert sein. Beim Vizemeister KTV Dortmund aber gibt man sich dem Vernehmen nach skeptisch, das Team ist im Schnitt recht alt und nicht so trainingswillig.

Und bei der TG Kierspe/Lüdenscheid? „Nein, das kann ich mir eigentlich nicht vorstellen“, sagt Uwe Hütz. Seine Saisonbilanz fällt trotz des finalen Abrutschens auf Rang vier positiv aus. „Mit nur zwei Niederlagen Vierter zu werden, ist schon ein bisschen bitter“, sagt er, „für uns wäre es schöner gewesen, wenn bei Punktgleichheit der direkte Vergleich zählen würde. Da haben wir Leopoldshöhe ja geschlagen...“

Fernab der Platzierung hat Hütz indes die Entwicklung der jungen Riege begeistert. „Alle haben Fortschritte gemacht“, sagt er, „das lässt sich auch an den Ergebnissen ablesen.“ Noch deutlicher wäre dies sogar, wenn nicht am Sprung alle Turner im Vergleich zum Vorjahr für die gleiche Leistung einen Punkt weniger erhalten hätten.

Sei’s drum: „Hendrik Staack und Christian Schorr haben sich gut ins Team gefunden“, sagt Hütz, „Jonathan Kuhbier ist viel sicherer geworden, Birk Ole Bornträger hat neue Elemente geturnt. Konrad Brandts ist inzwischen am Barren und am Reck als 2000er-Jahrgang schon richtig gut dabei. Und Florian Klein ist ohnehin nicht aus der Riege herauszudenken.“

Bienlein dürfte sich oben „festturnen“

Und dann ist da noch André Bienlein. Seine Leistungen waren in dieser Saison die herausragenden. „Er hat sich zu einem richtig guten Sechskämpfer entwickelt“, sagt Hütz, „am Reck ist das noch nicht so gut. Aber da arbeiten wir dran, genauso wie an den Ringen.“ Am Sprung, am Pauschenpferd und natürlich am Barren dagegen ist Bienlein inzwischen so gefestigt stark, dass es sich Hütz kaum vorstellen kann, ihn in der Oberliga an diesen Geräten nicht zu bringen. „Letztlich geht die 1. Mannschaft vor“, sagt er, „dafür ist die Landesliga da, dass sich die Leute entwickeln und dann auch in der höheren Klasse Fuß fassen.“

In der Oberliga dürfen Aktive über eine Saison gesehen sechs Geräteeinsätze haben, ohne sich in der Klasse festzuturnen. Bienlein dürfte diese Grenze locker überschreiten und wäre dann für die nächste Landesliga-Saison verloren. Auch deshalb würde ein Aufstieg keinen Sinn machen. Wie Florian Klein im Vorjahr könnte auch Jonathan Kuhbier in diesem Jahr den Sprung zu einigen Einsätzen schaffen. Am Reck ist er erster Anwärter. Genauso allerdings könnte auch Sam Scholz nach seiner Rückkehr aus den USA an diesem Gerät eine Chance bekommen.

„Wer sich reinturnt, hängt davon ab wer oben wegfällt“, sagt Hütz und benennt einige Fragezeichen. Auf Hendrik Wünsch wartet nach einer Fußverletzung noch eine längere Trainingspause. Kevin Meisel muss aktuell aufgrund von Rückenproblemen pausieren. Tobias Göhner beginnt im Herbst ein Studium – wo, das ist noch unklar. Bis die Oberliga-Saison startet, wird indes noch so manche Einheit in der Halle an der Bismarckschule absolviert werden. Zeit, in der die Dinge reifen werden. Das Starterfeld in der Liga, aber auch die Besetzung der Riege des TSV Kierspe. Die Landesliga-Saison hat dafür zumindest so manche interessante Perspektive aufgezeigt.

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