Auch Becker, Doedt und Mai gehen

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Wechselt nach Herten: Daniel Becker.

Lüdenscheid – Die TTSG Lüdenscheid verliert vor der neuen Saison weitere Leistungsträger, doch ein Rückzug von Mannschaften aus den höheren Spielklassen ist kein Thema mehr. Der größte Tischtennis-Verein der Bergstadt wird auch in der Saison 2020/21 in der Verbandsliga, Landesliga und Bezirksliga antreten.

„Es wird ein Jahr der Konsolidierung“, sagt Arnd Katzke, Urgestein der 1. Mannschaft und langjähriger Vorstandssprecher des Vereins. Katzke sieht die Dinge positiv: Nach den personellen Entwicklungen werde der Verein nun einen neuen Weg finden müssen. Schon nach Bekanntwerden des Wechsels von Peter Petrovics und Tamas Hejj zum NRW-Ligisten Velbert hatte Katzke davon gesprochen, dass der Verein sich sinnvoll neu aufstellen müsse nach seinem vorhandenen Spielermaterial und seinen Möglichkeiten. Das gilt nun umso mehr.

Nach Petrovics, Hejj und Hegendorf (in der Winterpause nach Hamburg) verlässt auch Daniel Becker die TTSG. Becker zieht es zu seinem ehemaligen Kollegen André Wannemüller nach Herten. „Daniel will ohnehin hauptsächlich Tennis spielen, er wird wohl auch in Herten nur wenige Spiele bestreiten“, sagt Katzke. Die TTSG hat damit jedenfalls die „Top 4“ der vergangenen Jahre auf einen Schlag verloren. Dazu hat sich aus der Reserve Sebastian Doedt verabschiedet – ihn zieht es beruflich weiter nach Leverkusen. So will der Abwehrspezialist wieder für seinen Heimatverein in Metelen spielen. Überraschend kam zudem, dass auch TTSG-Urgestein Maximilian Mai geht: Mai heuert beim Bezirksliga-Neuling TuS Bierbaum an. „Damit“, sagt Katzke, „hatten wir nicht gerechnet.“

Unterm Strich ein erheblicher Aderlass, doch ein Rückzug z.B. aus der Verbandsliga ist kein Thema mehr. „Wir wissen noch gar nicht, wann die Saison losgehen kann“, sagt Katzke, „vor so einer ungewissen Saison wäre es falsch, auf sein Startrecht zu verzichten. Und es wäre auch falsch, vor einer Saison, deren Wert man noch nicht kennt, finanziell groß zu investieren.“

Katzke hält einen Saisonstart im September nicht unbedingt für realistisch. „Wir haben bei uns Glück mit der großen Halle der Adolf-Reichwein-Gesamtschule, schon in der Trainingsstätte in der Lösenbach wäre alles schwer umsetzbar.“ Kleine Halle, die Frage nach dem Ausspielen von Doppeln: „Was passiert zum Beispiel, wenn Spieler einer Risikogruppe irgendwo anreisen werden und feststellen, dass die Bedingungen nicht so sind, weil die Hallen zum Beispiel viel zu klein sind? Darf man verweigern, das Spiel zu bestreiten?“, fragt Katzke, der auch oberster Sportrichter im WTTV ist, „ich denke, im Moment kann man gar nichts sagen. Da müsste man in die Glaskugel schauen…“

Die TTSG jedenfalls hat ihr Grundgerüst stehen fürs neue Spieljahr. Katzke selbst, der seit Gründung der TTSG zum Inventar der 1. Mannschaft zählte, hat in Absprache mit Sportwart Uwe Lenke entschieden, nur noch in der Landesliga-Mannschaft zu spielen. „Und natürlich werde ich vielleicht hier und da aushelfen“, sagt der Anwalt.

In der 1. Mannschaft selbst verbleiben damit nur Felix Klose und Martin Wichary, von unten rücken Dennis Gorecki, Tobias Baureis, Matthias Jelonek und Fabian Kuziel nach. Gemessen am bisherigen Standard eine Mannschaft, die es sehr schwer haben wird in der Verbandsliga. „Allerdings gehe ich davon aus, dass alle Klassen nach der Corona-Krise schwächer werden“, sagt Katzke, „man wird sehen…“

Die Reserve in der Landesliga wird Katzke und große Teile der bisherigen Drittvertretung zusammenführen. In der 3. Mannschaft sollen Youngster wie die Dringenberg-Brüder aufgebaut werden. Es wird kein leichtes Jahr, das ist allen bewusst.

In Sachen Jugendförderung will der Verein versuchen, Tamas Hejj trotz seines Wechsels nach Velbert weiter als Trainer zu binden. „Er macht das einfach richtig gut“, sagt Katzke. Auch das gehört zum neuen Weg der TTSG. Es sind schwierige Zeiten, doch die TTSG will sie nutzen, um danach stärker daraus hervorzugehen…

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