Leichtathletik

Die Karlshöhe wird zur WM-Arena

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Klaus-Peter Niehaus und Dirk Maximowitz nehmen an der Karlshöhe an der virtuellen Senioren-WM teil.

Halver – Am Montag wäre in Toronto eigentlich der Startschuss gefallen für die Senioren-Weltmeisterschaften der Leichtathleten. Ein fest eingeplanter Termin für viele Aktive, auch für Dirk Maximowitz von der LG Halver-Schalksmühle. Die Corona-Pandemie hat indes auch diesen Wettkampf kassiert.

Für den 53-jährigen Halveraner, der am Samstag beim backontrack-Meeting in Dortmund die Wettkampfluft im Männer-Hauptfeld sichtlich genoss, bleibt so die Hoffnung, dass im Spätsommer und Herbst noch die avisierten Mehrkämpfe ausgetragen werden: Am 22./23. August soll in Zella-Mehlis die Deutsche Meisterschaft im Fünfkampf stattfinden, am 26./27. September hat der Tausendsassa einen Start beim internationalen Zehnkampf-Meeting Stendal geplant.

Vorher indes gibt es nun noch etwas ganz Neues: Die virtuellen Senioren-Weltmeisterschaften können zwar ein Toronto-Erlebnis nicht ersetzen, doch eine gewisse Faszination üben sie schon aus auf die Aktiven. Daheim seinen Wettkampf machen und sich mit Aktiven rund um den Erdball dabei messen – darum geht es. Es drückt einen Zusammenhalt der Leichtathleten aus, ohne an einem Ort dafür zusammenzukommen.

Die Antwort der Läufer, Werfer und Spriner auf Corona. Das Internetportal mastersrankings.com hat es sich zur Aufgabe gemacht, über den gesamten Globus die Resultate von Seniorinnen und Senioren in der Leichathletik zu erfassen und so eine Weltbestenliste für die einzelnen Altersklassen und Disziplinen zu führen. Nun tritt World-Masters-Rankings als Veranstalter der virtuellen WM auf. Der Weltverband unterstützt das Projekt – allerdings ohne offizielle Partnerschaft, denn aus einer solchen könnten Haftungsprobleme resultieren, wenn sich irgendwo ein Athlet verletzen sollte. So ist die Unterstützung des Weltverbandes eine ideelle.

Die WM läuft in drei Kategorien: In der ersten Kategorie werden alle Ergebnisse erfasst, die bei offiziellen Wettkämpfen erzielt werden – und zwar im Zeitraum vom 18. Juli bis zum 2. August. Da es zwar wieder Sportfeste gibt, diese aber – anders als in Dortmund – zumeist eher klein daherkommen, finden längst nicht alle Aktiven die Möglichkeit, an Wettkämpfen teilzunehmen. Erst recht nicht im Mehrkampf.

Die zweite Kategorie ist jene, in der inoffizielle Ergebnisse erfasst und verglichen werden. Hier absolviert der Athlet seinen Wettkampf zum Beispiel im Training auf seinem Sportplatz. Die dritte Kategorie wendet sich an jene Sportler, die nicht einmal einen Sportplatz zur Verfügung haben, weil die Corona-Beschränkungen dies noch nicht wieder erlauben.

Dirk Maximowitz (M50), der gerade 65 Jahre alt gewordene Klaus-Peter „Pico“ Niehaus (W65) aus Lüdenscheid und der 58-jährige Frank Kalthaus (M55) von der LG Halver-Schalksmühle sowie rund 50 weitere Deutsche haben sich in der vergangenen Woche für diese virtuelle WM angemeldet. Die Felder sind generell noch nicht üppig voll, aber sei’s drum: Das LG-Trio wird an der Karlshöhe gegenseitig Zeiten stoppen, Weiten messen – und dann schauen, wozu die Zeiten und Weiten am Ende reichen werden.

Am Samstag ab 14 Uhr geht es zunächst um einen Werfer-Fünfkampf. Neben den drei Senioren dürfen auch Jugendliche der LGHS starten; die Veranstaltung ist zu einem vereinsinternen Werfertag erweitert worden. Eine Woche später geht es dann zwei Tage um einen Zehnkampf im virtuellen Weltvergleich. Und wieder eine Woche später wird feststehen, ob es zu Gold, Silber oder Bronze gereicht hat. Und wenn nicht, dann ist man dabei gewesen. Karlshöhe statt Toronto Track & Field Centre – immerhin das…

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