Den Iron-Man Hawaii im Blick am Zürichsee

René Dörmbach bricht am Donnerstag in die Schweiz auf, wo er am Sonntag beim Iron-Man Zürich startet. Dort will sich der Triathlet des RC Lüdenscheid zum zweiten Mal nach 2011 die Qualifikation für die Langdistanz-WM sichern. Foto: Krüger

Lüdenscheid - Eine geregelte Vorbereitung sieht anders aus: Am Donnerstag reist Triathlet René Dörmbach (RC Lüdenscheid) nach Zürich, um sich dort für die Langdistanz-Weltmeisterschaft in Hawaii zu qualifizieren. Allerdings plagt sich Dörmbach seit drei Wochen mit einer Fußblessur herum.

Von Axel Krüger

Verletzungen ereilen Sportler immer zur Unzeit. Im Fall von René Dörmbach trifft diese Aussage aber in besonderem Maße zu. Denn der oberbergische Triathlet in Diensten des RC Lüdenscheid 98 stürzte bei der Deutschen Altersklassen-Meisterschaft in Düsseldorf vor rund drei Wochen, plagt sich seitdem mit einer Fuß-Blessur herum. Das kann er zurzeit gar nicht gebrauchen, denn am Donnerstag reist Dörmbach in die Schweiz, um sich nach Möglichkeit am Sonntag in Zürich für die Langdistanz-Weltmeisterschaft in Hawaii zu qualifizieren.

Über den Iron-Man Zürich zum Rennen der „eisernen Menschen“ auf der Pazifikinsel Big Island – das ist der Plan. „Ich würde gern probieren, nochmal die Qualifikation für Hawaii zu schaffen“, sagt der 31-Jährige, der 2011 schon einmal bei der Triathlon-Langdistanz-WM dabei war. 9:34:27 Stunden bedeuteten seinerzeit Platz sieben für den Triathleten.

Dörmbach, der in Liga-Wettkämpfen jetzt in der 2. Bundesliga für den TRC Essen, aber bei Einzelstarts weiterhin für den RCL antritt, war mit dem bisherigen Saisonverlauf sehr zufrieden. Ihn plagten keine Verletzungen, er spulte sein selbst gesetztes Pensum mit schöner Regelmäßigkeit ab, meint der Frielingsdorfer.

Dann kam die Altersklassen-Meisterschaft über die Olympische Distanz (1 km Schwimmen, 40 km Fahrrad, 10 km Laufen) in Düsseldorf: Die Schwimmstrecke bewältigte Dörmbach ohne Probleme, doch auf dem Radkurs passierte es. Auf regennasser Strecke stürzte er, zog sich unter anderem eine Prellung im linken Fuß zu. Danach beendete er das Rennen vorzeitig.

Schmerzhafte Prellung, aber kein Knochenbruch

„Ich habe viele Leute gesehen, die an der betreffenden Stelle gestürzt waren“, verweist Dörmbach auf die schwierigen Bedingungen zu Monatsbeginn. Seitdem plagt sich der Ausdauersportler bei seinen Laufeinheiten mit Schmerzen im Fuß herum. „Ich war beim Physiotherapeuten und beim Osteopathen. Sie haben festgestellt: Da ist nichts gebrochen, das ist eine Prellung. Ich habe aber das Gefühl, es wird jeden Tag ein bisschen besser.“

Glück im Unglück also. Und doch kommt diese Malaise zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt so kurz vor dem Iron-Man Zürich, auf den René Dörmbach sein Training ausgerichtet hat. „Düsseldorf sollte ein schöner Formtest sein. Davor habe ich richtig gut trainiert und viele Kilometer gemacht.“

Verletzung hin oder her – am Sonntag um 6.50 Uhr wird es ernst auf der Iron-Man-Distanz in der Schweiz: 3,8 km Schwimmen im Zürichsee, 180 km Radfahren mit Abstechern in die Berglandschaft der Eidgenossenschaft und schließlich ein Marathonlauf (42,195 km) wiederum am Zürichsee. In der Altersklasse der Männer 30-35 muss Dörmbach einer der fünf schnellsten Starter sein, will er sich das Ticket für Hawaii sichern. 400 Triathleten gehen in dieser Altersklasse den diesjährigen Iron-Man Zürich an, darunter starke Sportler aus Frankreich, der Schweiz, Deutschland oder Tschechien.

Angepeilte Zeit: Neuneinhalb Stunden

„Ich würde gern meine Zeit vom Iron-Man Frankfurt von 9:26 Stunden anpeilen“, erklärt Dörmbach. Vorgesehen ist ein Schwimm-Split von knapp unter einer Stunde – der Zürichsee hat mit 21 Grad Celsius eine ähnliche Temperatur die die Bruchertalsperre, in der der 31-Jährige üblicherweise trainiert –, eine Rad-Zeit von rund fünf Stunden und dreieinhalb Stunden für den Marathon. Während die Fahrradstrecke die Sportler vom See weg auf einen zweimal zu absolvierenden Rundkurs in den Bergen führt, geht es beim Laufen entlang des Seeufers. Darin enthalten sind einige Steigungen, aber vor allem viele scharfe Kurven, weiß Dörmbach. Ein Profil, das dem 1,73 Meter großen RCL-Mitglied eher entgegenkommen sollte als größeren, schwereren Sportlern. Auch auf diesem Vorteil begründet der Diplom-Ingenieur seine Hoffnung auf das Hawaii-Ticket.

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