Nachrufe

Fußball-Leidenschaft einte die unterschiedlichen Charaktere

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Innerhalb weniger Tage verstorben: Die langjährigen TuS-Funktionäre Andreas Klippert (links) und Michael Arndt.  

Plettenberg – Trauer beim TuS Plettenberg und im Fußballkreis Lüdenscheid: Innerhalb weniger Tage sind Michael Arndt und Andreas Klippert verstorben – zwei Männer, die den TuS Plettenberg über viele Jahre geprägt haben und auch außerhalb der Vier-Täler-Stadt großes Ansehen in der Fußballszene genossen. Michael Arndt verstarb am 4. März unerwartet im Alter von 65 Jahren, Andreas Klippert fünf Tage später nach langer Krankheit. Er hätte Ende März seinen 70. Geburtstag feiern können.

So unterschiedlich die fußballerische Laufbahn beider Plettenberger war, so unterschiedlich ihr Charakter, in den letzten Jahren ihres Wirkens einte sie der Einsatz für einen sauberen, fairen Fußball.

Michael Arndt tat dies fast 20 Jahre lang erst als Beisitzer, dann bis 2014 als Vorsitzender der Kreisjugendspruchkammer (KJSK) und zeitweilig parallel in der Verbandsspruchkammer, Andreas Klippert wirkte als Beisitzer und Vorsitzender der Bezirksjugendspruchkammer Südwestfalen.

Arndts sportliche und berufliche Heimat war das Oestertal, wo er bei den einstigen Sportfreunden aktiv war, als Trainer und im Vorstand arbeitete. Nach der Fusion von vier Plettenberger Fußballvereinen zum SC Plettenberg Anfang der 90er Jahre orientierte sich Arndt zum TuS Plettenberg. Im Lennestadion war der Mitte des Jahrzehnts beginnende Aufschwung der Jugendabteilung maßgeblich mit seinem Namen verknüpft. Als Trainer führte er die A- und B-Junioren aus der Kreisliga in die Bezirksliga.

Arndt verstand es, die Nachwuchskicker nicht nur fußballerisch nach vorn zu bringen, sondern auch verschworene Gemeinschaften zu formen, die ihre Ziele mit vollem Einsatz verfolgten. Beispielhaft liest sich ein Kommentar des Plettenbergers Florian König auf der Facebook-Seite des TuS Plettenberg: „Der vielleicht beste Trainer, den ich je hatte. Hat sich für all seine Spieler eingesetzt. Halbe Sachen gab es bei ihm nicht.“ Die Erfolge im Nachwuchsbereich befähigten Michael Arndt auch dazu, die sportliche Leitung bei den Senioren und das Training der ersten Mannschaft zu übernehmen.

Nach seinem Ausscheiden konzentrierte er sich ganz auf das Wirken in der Sportgerichtsbarkeit, wo er mit Hartnäckigkeit, aber auch der gebotenen Strenge gegen Ausschreitungen und Verfehlungen auf den Sportplätzen vorging.

Andreas Klipperts Weg war ein anderer. Er hatte sich schon in jungen Jahren als Schiedsrichter einen Namen gemacht. Nachdem der Bankkaufmann in den 90er Jahren von einer längeren Auslandstätigkeit in Südostasien nach Plettenberg zurückgekehrt war, wirkte er kurz als Staffelleiter im Fußballkreis Lüdenscheid, bevor er beim TuS Plettenberg Geschäftsführer wurde. Ein Amt, das Klippert dank seiner Fachkenntnis in allen Bereichen des Fußballs, wie kein Zweiter auszuüben verstand. „Klippi“ managte den TuS und dessen Geschicke vorbildlich, das Lennestadion war über viele Jahre seine Heimat.

Auch als Mannschaftsbetreuer fand er dort seine Erfüllung. Als rechte Hand von Trainer Christos Katsios war er beim Aufstieg der A-Junioren in die Landesliga unverzichtbar. Dass diese Spieler, die später auch das Gerüst der ersten Mannschaft bildeten, die mit Trainer Irfan Buz in die Senioren-Landesliga aufstiegen, auch heute noch den Zusammenhalt pflegen und als „Irfan GmbH“ regelmäßig das interne Hallenturnier des TuS gewinnen, das ist auch zu einem großen Teil Andreas Klippert zu verdanken. „Klippi“ war aber auch ein Strippenzieher im Hintergrund, im heimischen Fußball weithin vernetzt. So holte er für den TuS Plettenberg die lukrativen Turniere im Rahmen des Wintercups nach Böddinghausen.

Und wenn er nicht beim TuS anzutreffen war, verfolgte Klippert die Spiele in anderen Arenen der Region. Von Oestrich bis Bamenohl konnte man ihn auf den Plätzen antreffen, war der stets joviale Gesprächspartner ein gern gesehener Gast, mit dem man sich ausgiebig über Fußball austauschen konnte. So schreibt der Iserlohner Oliver Ruhnert, Profi-Geschäftsführer bei Union Berlin: „Mensch, Andreas, dich nie mehr begrüßen zu dürfen, mit dir zu fachsimpeln – es wird mir fehlen! Ruhe in Frieden, bin endlos traurig.“

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