HSV trennt sich von Kahraman, Ziel übernimmt

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Friedhelm Ziel wird gegen die PSV Recklinghausen erstmals auf der Bank der HSV Plettenberg/Werdohl sitzen.

Werdohl/Plettenberg - Die Verantwortlichen der HSV Plettenberg/Werdohl haben die Reißleine gezogen und sich in beiderseitigem Einvernehmen von ihrem Trainer Serkan Kahraman getrennt.

Von Markus Jentzsch

So formuliert es der Vorsitzende der HSV, Alexander Griessl, und sieht die Gründe für die Misere in der Mehrfachbelastung des Trainers. Gleichzeitig präsentiert der Fusionsklub einen neuen Mann, der die Karre aus dem Dreck ziehen soll.

„Friedhelm Ziel wird am Donnerstag zum ersten Mal das Training des Verbandsliga-Teams leiten. Darüber habe ich am Abend Vorstand und Mannschaft informiert“, erklärt Griessl und scheint fest davon überzeugt zu sein, dass der Trainerfuchs Ziel der richtige Mann ist, um das Team wieder auf Kurs zu bringen.

Woran es tatsächlich lag, dass zwischen den Leistungen in der Vorbereitung und der Meisterschaft so eine erhebliche Diskrepanz herrschte, ist unklar. „Wir schieben das auf Serkans hohe Belastung“, mutmaßt Griessl.

Kahraman trainierte nicht nur das Männer-Verbandsliga-Team der HSV, zeitgleich war er als Sportlicher Leiter und Trainer der Oberliga-Frauen beim TuS Drolshagen aktiv – neben Familie und Beruf. Das alles scheint dem Mann aus Drolshagen zu viel geworden zu sein, weshalb er auch nicht überrascht gewesen sei, als Griessl das finale Gespräch suchte.

Gespräche seien schon über Wochen gelaufen, erklärte der HSV-Vorsitzende, der Entschluss, sich vom Coach zu trennen, ist also keine Kurzschlusshandlung nach dem schwachen Auftritt gegen Ferndorf.

Kahraman habe eine überzeugende Vorbereitung abgeliefert. Der rote Faden sei dann aber mit dem Saisonstart gerissen, Erwartungen und Hoffnungen wurden nicht erfüllt.

„Wir haben nach einer Alternative gesucht, die die zeitlichen Ressourcen hat, um sich voll und ganz auf die HSV zu fokussieren“, beleuchtet Griessl die Rahmenbedingungen der Suche nach einem Ersatz.

Friedhelm Ziel war bereits ein Thema, als Kahramans Vorgänger Kai Henning seinen Abschied bekannt gab. „Wir sind aber nicht an ihn herangetreten, weil er mit der SGSH in der Landesliga sehr erfolgreich war und wir gehört hatten, dass es bereits eine Absprache für die aktuelle Saison gegeben hatte“, informiert Griessl.

Gleichzeitig bekräftigt der HSV-Vorsitzende, dass Kahraman keineswegs zweite Wahl gewesen sei. Er habe menschlich perfekt ins Team gepasst und sein Konzept sei absolut überzeugend gewesen. Auch im Training machte der Drolshagener anfangs eine gute Figur, so der Vorsitzende.

Griessl führt weiter aus, dass die HSV nicht zu lange warten wollte: „Noch haben wir den Anschluss nicht verloren. Das Timing erschien perfekt. Am kommenden Wochenende ist spielfrei, somit hat Friedhelm Ziel genügend Zeit, mit der Mannschaft zu arbeiten.“

Die HSV hat an den kommenden Spieltagen immens wichtige Begegnungen vor der Brust, bekommt es mit direkten Tabellennachbarn zu tun, muss sich also in nervenaufreibenden Vier-Punkte-Spielen behaupten.

„Wir mussten unsere Ziele revidieren. Eigentlich hatten wir das Mittelfeld angepeilt, jetzt geht es nur noch um den Klassenerhalt“, erklärt Griessl, der den Spielen gegen die direkten Konkurrenten aus Höchsten und Recklinghausen offenbar nun optimistischer entgegenblickt.

Dass der Wechsel auf der Trainerbank so rasch vollzogen werden würde, hat selbst den Kopf des Vorstands überrascht. Anfang vergangener Woche sei der erste lockere Kontakt zu Friedhelm Ziel hergestellt worden.

Am Donnerstag steht der Routinier erstmals mit der HSV in der Halle. „Friedhelm hat uns mit seinem Konzept überzeugt“, sagt Griessl, während Kahraman im Gespräch mit unserer Zeitung erläuterte, dass er zwar nicht wirklich überrascht gewesen sei, der Zeitpunkt ihn aber schon verwundert habe.

„Ich dachte, sie hätten mir noch die beiden Spiele gegen Recklinghausen und Höchsten gelassen. Zumal ich das Gefühl hatte, die Mannschaft noch zu erreichen. Aber auch mich interessiert das Wohl des Teams und deshalb hoffe ich, dass es für die HSV bergauf geht“, so Kahraman.

„Zwei Dinge müssen stimmen“, sagt derweil Friedhelm Ziel und erklärt, dass zum einen die Qualität im Kader stimmen und man zum zweiten Aufwand betreiben muss, wenn man seine Ziele erreichen wolle. „Denn den betreiben die anderen Teams auch“, ergänzt er.

Die Mannschaft kenne er noch nicht genau genug, um Aussagen zu treffen, er werde sich aber in den kommenden Tagen und Wochen ein Bild vom Zustand und der Qualität des Kaders verschaffen.

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