Fußball-Bezirksliga 5

Michailidis tritt beim KSC zurück

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Nicht mehr Trainer beim Kiersper SC: Kosta Michailidis.

Kierspe -Paukenschlag am Freitagabend am Kiersper Felderhof: KSC-Trainer Kosta Michailidis informierte Vereinsführung und Mannschaft am Trainingsabend darüber, dass er mit sofortiger Wirkung nicht mehr als Coach des Bezirksligateams zur Verfügung stehe.

 „Das kam für uns überraschend und sicher zu einem unglücklichen Zeitpunkt am Abend vor dem Pokalknüller gegen den RSV. Wir haben versucht, Kosta noch zu überreden, zumindest noch kurzzeitig weiterzumachen, aber vergeblich. Wir gehen aber nicht im Bösen auseinander, sondern als Freunde“, erklärte KSC-Vorsitzender Thomas Butz vor dem Pokalviertelfinalduell gegen den höherklassigen Nachbarn. Die Co-Trainer Marco Carbotta und Jan Thomas wurden kurzfristig in die Verantwortung gehievt, „wir werden dann am Montag in einem Gespräch zwischen Vorstand und den beiden Co-Trainern beraten und entscheiden, wie es weitergeht“, meinte Butz weiter, der nicht ausschloss, dass die jungen „Cos“ zumindest durchaus auch bis zur Winterpause am Felderhof in der Verantwortung bleiben könnten.

Ob und wann dann ein neuer Mann die Cheftrainerrolle beim KSC übernimmt, steht noch in den Sternen, „aber wir werden uns intensive Gedanken machen, eine Lösung zu finden, die zu uns passt“, erklärte der KSC-Boss, sichtlich erstaunt, dass noch in der Freitagnacht drei Bewerbungen per Email bei ihm eingegangen waren. „Die Nachricht hat sich offenbar wir ein Lauffeuer verbreitet.“

Völlig überraschend kann die Entscheidung des zurückgetretenen Coaches nach dessen Meinung für die Vereinsführung aber nicht gekommen sein. „Für meine Entscheidung ist nicht die sportliche Situation mit der Nähe zu einem Abstiegsplatz ausschlaggebend, sondern vielmehr das Gesamtpaket beim KSC, das mir keine echte Perspektive bietet“, erklärte Michailidis auf Nachfrage.

„Wiederholt“ habe er dem Vorstand angesichts der vielen verletzungsbedingten Ausfälle und der mäßigen Trainingsbeteiligung in Gesprächen seine Vorstellungen erläutert, „aber letztlich ist doch praktisch nichts passiert.“ Dabei sieht er durchaus die „hohe Qualität der Mannschaft, die sich bei den Punktgewinnen in den fünf Spielen gegen Spitzenmannschaften und nach guter Trainingsbeteiligung gezeigt hat“, aber, so schränkt der 50-Jährige ein: „Ein Architekt kann ein Haus nur bauen, wenn ein Fundament da ist, und das war nicht der Fall“, bemängelt Michailidis, dass der KSC in etlichen Partien mit nur ganz dünner Personaldecke aufgelaufen ist.

Dass am Samstag gegen den RSV etliche Akteure aus der Reserve im Bezirksligakader ausgeholfen haben, sieht er als einen „ersten Schritt aus der Misere. Dazu hat vielleicht ja mein Rücktritt schon für den kleinen Denkanstoß gegeben“, meint er und hofft, dass die Kiersper in der Liga nicht nur die Kurve kriegen, sondern „vielleicht doch die Perspektiven noch einmal überarbeiten.“

Seinen Rücktritt sieht der Lüdenscheider eben eher als Anstoß und nicht als ‘Flucht vor der Verantwortung’. „Das habe ich in 25 Trainerjahren noch nie gemacht. Ich bin einmal in Olpe entlassen worden, außerdem beim SV Hellas und eben beim KSC freiwillig gegangen. Das zeigt, dass ich durchaus konstant arbeite. Und ich liebe und lebe Fußball. Deshalb hoffe ich auch, dass ich möglichst schnell wieder ein interessantes fußballerisches Betätigungsfeld finde.“

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