„Schlange ohne Kopf kann nicht beißen“

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Nach ordentlicher erster Halbzeit baute HSG-„Ersatzspielmacher“ Niclas Beckmann gemeinsam mit seinen Teamkollegen rapide ab.

Lüdenscheid - „Jetzt bin ich als Trainer gefordert, wir wollen uns nicht den ganzen tollen Saisonverlauf kaputt machen lassen“, kündigt HSG Lüdenscheids Landesligacoach Davor Fath seiner Mannschaft für die kommenden Wochen noch einige Arbeit an.

In Hohenlimburg und gegen – ein allerdings wesentlich höher einzuschätzendes Schlusslicht aus Emst – lieferte seine Mannschaft eine Art sportlichen Offenbarungseid ab, der den Coach nachdenklich stimmt. „Es ist tatsächlich unterm Strich so, dass wir die Verluste unserer beiden Spielmacher Opitz und Schlippe und von Stammkeeper Kämmerer derzeit nicht kompensieren können“, bilanziert Fath. „Wir bezahlen unsere verletzungsbedingten Ausfälle momentan sehr teuer“, nimmt der Trainer aber ausdrücklich seinen ersten Ersatzmann für die Rückraummitte, Niclas Beckmann, in Schutz. „In der ersten Halbzeit hat er es gegen Emst schon ganz gut gemacht, nach der Pause freilich lief nichts mehr zusammen. Zudem konzentriert er sich so auf die Aufgaben in der Rückraummmitte, dass ein wenig seine Torgefahr auf der Strecke geblieben ist“, meint der kroatische Trainer.

„Wir müssen zur Leistungskonstanz über 60 Minuten zurückfinden, auch für die Mitte, denn eine Schlange ohne Kopf kann nicht beißen.“ Doch auch in der Deckung und speziell bei den Torleuten sieht Fath viel Luft nach oben: „Natürlich kein Vorwurf an die Jungs persönlich, denn der Wille ist bei allen Akteuren ausnahmslos vorhanden, aber mehr Bälle als in den letzten beiden Begegnungen müssen sie schon halten“, sieht der Coach Steigerungspotenzial.

„Zudem scheint mir inzwischen bei den Spielern auch etwas die Kondition auszugehen, da haben wir nicht mehr die Vorteile wie in der Hinrunde, nach 40 Minuten gehen wir doch schon etwas auf dem Zahnfleisch, das hat mich schon überrascht.“

„Da muss wieder etwas passieren, sonst holen wir keinen Punkt mehr. Vielleicht hat die Mannschaft aber angesichts des guten Saisonlaufs mit den erreichten 20 Punkten auch vom Kopf her schon zu früh abgeschaltet, wir müssen alle Kräfte wieder aufs Feld fokussieren.“

Jörg Hellwig

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