Fußball, FSV Werdohl

Erkut Orhan nimmt sich sein Team zur Brust

Pokalspiel VfB Altena - FSV Werdohl
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Ob im Pokalspiel beim VfB Altena (Spielszene) oder in den Tests gegen Hüingsen und Breckerfeld: Die FSV Werdohl hinterließ vor dem Saisonstart einen erschreckend schwachen Eindruck.

Einem 0:6 im ersten Testspiel gegen Bezirksligist SF Hüingsen folgte eine 2:7-Pleite im Kreispokal-Erstrundenduell beim VfB Altena – und die Generalprobe am Sonntag gegen A-Ligist SW Breckerfeld wurde beim 1:8 zum Debakel. Es sind Ergebnisse, die wenige Tage vor dem Saisonstart besorgniserregend sind für jeden, der es mit Fußball-Landesligist FSV Werdohl hält. Die Spielzeit 2021/22 könnte für die Werdohler die bitterste der vergangenen Jahre werden.

Werdohl - Als Erkut Orhan Anfang Juli nach dem freiwilligen Rücktritt von Manuel Sander, der aus privaten und beruflichen Gründen nicht mehr die nötige Zeit fand, um das Traineramt am Riesei adäquat auszuüben, das Kommando als Cheftrainer übernahm, wusste der 33-Jährige um die Schwere der Aufgabe. Von Tag eins an sprach Orhan offen aus, dass es „ein sehr hartes Jahr“ für die FSV in der Landesliga werden könnte und es für die deutlich verjüngte Mannschaft allein um den Klassenerhalt gehen werde. Am frühen Sonntagabend, nach dem 1:8 gegen Breckerfeld und eine Woche vor dem Meisterschaftsstart gegen den FC Arpe-Wormbach, sparte der Übungsleiter nicht mit Kritik und nahm sich sein Team zur Brust. „Es wird noch schwerer als gedacht“, betonte Orhan, „die Ergebnisse der letzten Spiele waren schlecht. Und die Gegner in der Landesliga werden spielerisch noch deutlich stärker sein als Altena oder Breckerfeld.“

Ich erwarte von den Jungs, dass sie sich sonntags auf dem Platz zerreißen und kämpfen.

Erkut Orhan (FSV-Trainer)

Was Orhan während der Vorbereitung gegen den Strich ging, waren nicht einmal die deftigen Niederlagen. „Die Trainingsbeteiligung ist nicht gut“, sagt der 33-Jährige, „das muss jetzt besser werden.“ Im Pokalspiel gegen den VfB wirkten einige Werdohler nach dem Seitenwechsel platt und schlichtweg nicht fit, was zum Teil auch an der Urlaubsplanung lag. Mehrere Akteure kehrten erst spät aus den Ferien zurück, vermeintliche Leistungsträger wie Iraklis Klazoglou oder Athanasios Stivachtaras weilen gar noch im warmen Süden und werden auch am Sonntag gegen Arpe-Wormbach fehlen. Dario Loggia, ebenfalls ein heißer Kandidat für die Startelf, ist verletzt und wird den Meisterschaftsstart auch verpassen.

„Ich erwarte von den Jungs, dass sie sich sonntags auf dem Platz zerreißen und kämpfen“, betont Erkut Orhan, für den klar ist, dass seine Mannschaft in der Landesliga Woche für Woche als Außenseiter ins Spiel gehen wird. „Das kann uns aber auch in die Karten spielen“, meint der 33-Jährige, der aus eigener Erfahrung weiß, dass der eine oder andere Underdog in der Vergangenheit für die eine oder andere dicke Überraschung in der Landesliga gesorgt hat, weil er dem Gegner über Kampf, Wille und Leidenschaft den Schneid abgekauft hat.

Erkut Orhan selbst ist ein echter Fighter, auf der „Sechs“ oder auch in der Viererkette hatte er sich in den vergangenen Jahren am Riesei einen Stammplatz im Team erkämpft. Auf dem Platz wird Orhan auch in der neuen Saison sicherlich vorangehen, was Zweikampfstärke und Defensivverhalten anbelangt. Und er möchte sein Team mitreißen und motivieren, diesen Kampf anzunehmen. Wenn es dann dennoch Niederlagen setzt, weil der Gegner schlichtweg besser war, dann kann Orhan das akzeptieren. Blutleere Auftritte wie die in Altena aber gehen ihm gewaltig gegen den Strich.

Möglicherweise kam das 1:8 gegen Breckerfeld, der Tiefpunkt der Vorbereitung, zum richtigen Zeitpunkt. Orhan hofft darauf, dass sein Team auch nach seiner Ansprache verstanden hat, was er erwartet. Fakt ist: Die Saison beginnt am Sonntag bei Null. Mit einem beherzten Auftritt gegen Arpe kann die Vorbereitung schnell vergessen sein. Darauf dürfte Erkut Orhan („Ich werde die Saison definitiv mit den Jungs durchziehen“) setzen...

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