Tischtennis

Kehrt TTC Altena II durch die Hintertür in die Verbandsliga zurück?

Wilfried Lieck
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Wilfried Lieck und dem TTC Altena II winkt die Chance auf den „Aufstieg“.

Erst unglücklich aus der Verbandsliga abgestiegen, dann mit Aufstiegsperspektive durch den Lockdown ausgebremst: Die Spielzeiten 19/20 und 20/21 liefen nicht wunschgemäß für die zweite Mannschaft des TTC Altena. Jetzt könnte es allerdings doch noch etwas werden mit der Verbandsliga. Der Westdeutsche Tischtennis-Verband hat bei den Burgstädtern angeklopft.

Blenden wir zurück: Vier Spieltage vor Ende der Tischtennis-Saison 2019/20 sorgte der erste Lockdown Mitte März 2020 für den Abbruch der Spielzeit in der Verbandsliga. Der TTC Altena II lag damals auf Abstiegsplatz elf, zwei Punkte hinter der TG Neuss II. Als einziges gefährdetes Team hatten die Burgstädter noch die Begegnung mit dem punktlosen Schlusslicht TTG Menden ausstehen, hätten also höchstwahrscheinlich zumindest noch zwei weitere Pluspunkte geholt.

Härtefall nicht berücksichtigt

Bei der Wertung der Saison fand dieser Umstand, den man durchaus als Härtefall bezeichnen kann, allerdings von Verbandsseite keine Berücksichtigung. Die Abschlusstabelle entsprach laut Beiratsbeschluss der Tabelle nach der 18. Runde – Altena II musste absteigen.

Ziel für die Saison 20/21 war der sofortige Wiederaufstieg. Das Unternehmen ließ sich gut an, nach fünf Begegnungen ohne Niederlage rangierte die TTC-Zweite mit 8:2-Punkten auf Platz drei der Landesliga – nach Minuszählern gleichauf mit Spitzenreiter ATS Hohenlimburg-Nahmer (10:2), der schon ein Spiel mehr ausgetragen hatte. Es folgte der zweite Lockdown, der erneute Saisonabbruch, diesmal verbunden mit einer Annullierung der Spielzeit. Ergo gibt es keine Aufsteiger.

Auffüllverfahren ist kompliziert

In diesen Wochen läuft die Planung für die Saison 21/22 an. Beim TTC Altena II hatte man sich bereits auf eine weitere Saison in der Landesliga eingestellt, da bringt der Westdeutsche Tischtennis-Verband (WTTV) unerwartet ein „Auffüllverfahren für die Verbandsliga“ ins Spiel.

Eine komplizierte Geschichte, die Werner Almesberger vom Ausschuss für Erwachsenensport wie folgt erklärt: „Das Auffüllverfahren wird immer dann angewendet, wenn die erforderliche Sollstärke laut Auf- und Abstiegsregelung im Rahmen der Vereinsmeldung nicht erreicht wird. Dann kommen die in den Entscheidungsspielen ermittelten Anwartschaften zum Zuge.“

Mangels der Möglichkeit, Entscheidungsspiele zurzeit austragen zu können, muss die Anwartschaft in diesem Jahr natürlich auf anderem Weg ermittelt werden. Doch zurück zur Sollstärke: Diese sieht für die NRW-Liga 24 Mannschaften, für die Verbandsliga 60 Teams und für die Landesliga 108 Mannschaften vor. Dass diese Limits in der NRW-Liga und in der Landesliga unterschritten werden könnten, liegt für Almesberger „weit außerhalb jeglicher Vorstellungskraft.“ Denn: Mit 31 Mannschaften ist die NRW-Liga so gut gefüllt, dass sie erneut mit drei Staffeln in die Saison 21/22 starten dürfte. Ähnlich verhält es sich in der Landesliga: Hier stehen 131 Teams für zwölf Staffeln zur Verfügung.

Die Zahl 60 ist das Kriterium

„Völlig anders sieht es in der Verbandsliga aus“, schreibt Almesberger. „Selbst wenn sich die eine oder andere Mannschaft aus der NRW-Liga (oder höher) dazu entscheidet, künftig in der Verbandsliga anzutreten, ist die Gefahr doch groß, dass die Zahl 60 unterschritten wird. Sogar in „guten Jahren“ gibt es den einen oder anderen Rückzug, in diesen Zeiten womöglich ein paar mehr“, mutmaßt er.

In die Saison 20/21 war die Verbandsliga mit sechs Zehner-Staffeln gestartet, wobei die Gruppe 6 durch den frühzeitigen Rückzug des 1. FC Köln IV auf neun Mannschaften reduziert wurde. Natürlich dürfen die Domstädter in der neuen Saison dennoch wieder mitmachen, gibt es mit dem TuS Bardüttingdorf, der aus der NRW-Liga freiwillig in die Verbandsliga absteigen möchte, inzwischen eine 61. Mannschaft auf der Liste, aber Almesberger hält es für „durchaus denkbar, dass einige Mannschaften unerwartet aufrücken können.“ In Frage kommen zunächst jene Teams, die vor einem Jahr auf ihren Verbandsligaplatz verzichtet haben. „Von diesen insgesamt vier Mannschaften haben bereits drei ihren erneuten Verzicht erklärt“, weiß Almesberger.

Zwar wäre damit grundsätzlich das Auffüllverfahren gemäß der Auf- und Abstiegsregelung beendet, aber die Wettspielordnung macht ein weiteres Aufrücken „aus gutem Grund“, so Almesberger , möglich. Schließlich soll vermieden werden, dass der WTTV gezwungen ist, mit Neunerstaffeln in die Saison zu starten.

Fünf Mannschaften befragt

Und deshalb werden nun die fünf Tabellenelften der Verbandsliga-Saison 2019/20 befragt, ob sie einen Platz in der Verbandsliga einnehmen möchten. Dabei handelt es sich um die Teams SV Bergheim, SuS Bertlich, TuS 08 Rheinberg II, TTG Witterschlick und TTC Altena II, der damit unverhofft, quasi im dritten Anlauf, doch wieder in die Verbandsliga kommen könnte.

Bis zum 22. Mai sollen sich die angesprochenen Vereine verbindlich erklären, ob sie einen Platz in der Verbandsliga einnehmen möchten, falls sie im Auffüllverfahren zum Zuge kommen. Wer sich dagegen entscheidet, bleibt in der Landesliga.

Ob die Burgstädter diese Chance wahrnehmen werden, steht noch nicht fest. Zunächst einmal mussten die Spieler informiert werden, die sich gedanklich schon auf die Landesliga eingestellt hatten. Die Meinungsbildung im Kreis der Aktiven und im Vorstand läuft. „Wir warten die Antworten der Spieler ab“, sagt Vorsitzender Ralf Springob, dann soll eine gemeinsame Entscheidung getroffen werden.

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