Tischtennis: NRW-Liga

Vorfreude beim Außenseiter

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Voll konzentriert ins Abenteuer NRW-Liga: Martin Wichary (vorne) und Tamas Hejj.

Lüdenscheid - In der Carl-Diem-Turnhalle an der Mielenforster Straße in Köln wird am Sonntag ein neues Kapitel in der Vereinshistorie der TTSG Lüdenscheid aufgeschlagen:

Beim TV Dellbrück findet dort ab 11 Uhr das erste NRW-Liga-Spiel in der Geschichte des Fusionsvereins aus der Bergstadt statt. Es ist der Start in ein Unternehmen, an dessen Ende die Rückkehr in die Verbandsliga stehen könnte. „Wenn man rein nach den TTR-Werten der Mannschaften geht, sind wir der Abstiegskandidat Nummer eins“, sagt Arnd Katzke, der Dauerbrenner im TTSG-Team. Seit Anbeginn ist er in der 1. Mannschaft dabei gewesen. Und nun reizt den Mittvierziger die NRW-Liga auf jeden Fall. 

„Wenn man sieht, wie knapp wir in der Relegation aufgestiegen sind, wer sich da jetzt nicht auf diese Aufgabe freut, wofür macht man diesen Sport dann?“, fragt der Anwalt rhetorisch, „wir wissen, wie schwer es wird, aber wir haben eine richtig gute Stimmung im Team, wir werden uns teuer verkaufen.“ Das Team ist die Aufstiegsmannschaft der Vorsaison. Nur in der Reihenfolge der Spieler hat sich etwas geändert. 

Martin Wichary (nun Position 5) und Arnd Katzke (nun Position 6) haben hinten die Positionen getauscht, André Hegendorf (nun Position 2) und Daniel Becker (nun Position 3) etwas weiter vorne auch. „Sie sind gleichstark, oben wird es wohl viel auf die Mütze geben. André weiß das, aber er nimmt diese Herausforderung an“, so Katzke. Wenn man nach Stärken und Trümpfen fragt, wird es schwierig. Sowohl Peter Petrovics vorne als auch Daniel Becker in der Mitte sollten für gute Bilanzen in Frage kommen. „Der Rest wird sich gegen diese Gegner strecken müssen“, sagt Katzke und findet dann doch noch die Mutmacher. 

Die TTSG-Doppelstärke mit eingespielten Gespannen, aber auch die Stimmung im Team sind Pluspunkte. „Wir haben keine Söldnertruppe“, sagt der Lüdenscheider, „egal, wie es läuft, wir werden nicht auseinanderfallen. Wir werden bis zum Ende alles versuchen.“ Alles versuchen, um mindestens Rang neun in der Elfer-Staffel zu erreichen. Der würde zur Abstiegsrelegation berechtigten, eventuell auch noch Rang zehn. Als Elfter und Letzter würde die TTSG definitiv absteigen. „Wir haben mit der Gruppe 1 spekuliert, dort wäre es etwas leichter gewesen“, sagt Katzke, „nun haben wir die schwerste Staffel, aber immerhin nur einer Elfer-Gruppe, was vielleicht ein kleiner Vorteil ist.“ 

Die TTG Netphen, Traditionsverein Borussia Brand aus Aachen oder eben dieser Auftaktgegner aus Dellbrück könnten Konkurrenten sein, die die TTSG bei einem günstigen Verlauf vielleicht hinter sich lassen könnte. „Wenn überhaupt jemand, dann diese Gegner“, sagt Katzke, „deshalb ist es auch nicht so schön, direkt ein so wichtiges Spiel als erstes zu haben, und dann auch noch an einem Sonntagmorgen.“ Jammern indes hilft nicht. Die Stimmung ist gut, die Spieler sind fit, gut trainiert haben sie auch, gut, aber nicht optimal. „Ausgerechnet in diesem Jahr für die NRW-Liga hat uns erstmals die Halle der Adolf-Reichwein-Schule nicht zur Verfügung gestanden“, klagt Katzke, „in der Lösenbach und mit allen anderen Vereinen und Mannschaft war es schon etwas beengt, nicht ideal…“ Es soll keine Ausrede sein. 

Bangemachen gilt ohnehin nicht bei der TTSG. Es wartet eine Saison, in der jedes Spiel eine Herausforderung darstellt. In der es Gegner wie die Aufstiegsfavoriten aus Refrath oder St. Augustin (mit zwei frisch verpflichteten Thailändern) gibt, gegen die es Lehrstunden geben dürfte. Und doch eine Saison, auf die sich Katzke und seine Mitstreiter „riesig freuen“. Dabei sein mag dabei nicht alles sein, es geht auch um Erfolge, aber eine ganze Menge bedeutet allein der Start in dieser Klasse schon. Mögen die Spiele beginnen.

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