Tischtennis

Die Tür zur 3. Liga öffnet sich einen Spalt

Tobias Slanina (TTC Altena)
+
Die Chancen, dass Tobias Slanina und der TTC Altena in der kommenden Saison in der 3. Bundesliga spielen dürfen, sind gering, aber zumindest nicht aussichtslos.

Altena – Vom Ziel, den Aufstieg in die 3. Bundesliga auf sportlichem Weg zu erreichen, musste sich der Tischtennis-Regionalligist TTC Altena vor zwei Wochen verabschieden. Der vom Deutschen Tischtennis-Bund beschlossene Saisonabbruch beinhaltete auch die Annullierung der Saison – also: keine Aufsteiger, keine Absteiger.

Lediglich auf Antrag, also mittels einer Bewerbung um einen eventuell frei werdenden Platz in der 3. Liga Nord, bliebe so noch die Möglichkeit, den Sprung nach oben zu schaffen. Doch lange war unklar, ob es in diesem Jahr überhaupt eine solche Chance geben würde. Auf Nachfrage bei Werner Almesberger, dem Spielleiter der Regionalliga West, erhielt Ralf Springob, Vorsitzender des TTC Altena, die Antwort: „Mit Anträgen für die 3. Bundesliga habe ich nichts zu tun. Ich zweifle allerdings daran, dass der DTTB sich in einer für ungültig erklärten Saison ohne Auf- und Absteiger auf ein wie immer geartetes Antragsverfahren einlässt.“

Almesberger schlug vor, sich direkt an den Ausschuss für Erwachsenensport des Deutschen Tischtennis-Bundes zu wenden. Springob probierte es bei Patrick Festel, Referent des Generalsekretariats und als Spielleiter der 3. Bundesliga bestens mit der Materie vertraut. Von Festel erhielt der Altenaer die Information, dass ein Antragsverfahren sehr wohl stattfindet und die Anträge dafür in dieser Woche verschickt werden sollen. Bis zum 15. April haben die Vereine Zeit, die ausgefüllten Unterlagen in Frankfurt einzureichen.

Die Erfolgsaussichten scheinen auf den ersten Blick äußerst gering, was auch Patrick Festel im Gespräch mit Ralf Springob andeutete. Zum einen wird für die Reihenfolge der Anwartschaft die vorzeitig beendete Saison 2019/20 herangezogen, in welcher der TTC Altena in der Regionalliga West Platz sechs belegt hatte. Der ASV Süchteln, der VfR Fehlheim und die TG Obertshausen als besser platzierte Teams hätten – sofern sie sich bewerben – allemal die besseren Chancen. Gleiches gilt für die Füchse Berlin, den SC Poppenbüttel und die SF Oesede, die 19/20 in der Regionalliga Nord die Ränge drei bis fünf belegten.

Zweites wichtiges Kriterium ist die Sollstärke der 3. Bundesliga Nord: Diese ist auf zehn Mannschaften festgesetzt. In der abgebrochenen Spielzeit 20/21 spielten aber sogar elf Teams in der Nordstaffel. Um also überhaupt einen Freiplatz zu generieren, müssten mindestens zwei Mannschaften zurückziehen.

TTC Fulda-Maberzell II und SV Siek ziehen zurück

Und hier zeichnet sich eine Entwicklung ab: So wird der TTC Fulda-Maberzell II seinen Platz räumen. Der Sportliche Leiter der Osthessen, Johannes Hodes, bestätigte diesen Schritt. Bedingt durch die finanziellen Auswirkungen der Corona-Krise werde die Reserve des Erstligisten künftig nur noch in der Oberliga aufschlagen. Benno Oehme (21), Mitschüler von Altenas Talent Tobias Slanina im Düsseldorfer Tischtennis-Internat, wird Fulda verlassen und wechselt zum Erstligisten TTC OE Bad Homburg.

Den notwendigen zweiten Platz in der 3. Liga Nord frei macht nun der SV Siek aus Schleswig-Holstein. Der Zweitligameister von 2012, bei dem der Ex-Altenaer Matthias Bluhm im Abteilungsvorstand sitzt und für den nach zwei Jahren Abwesenheit die Legende Wang Yansheng wieder aufschlagen wird, geht eine Etage tiefer in die Regionalliga Nord.

Die Voraussetzung, dass über das Antragsverfahren zumindest eine Mannschaft in die 3. Liga Nord hochrücken kann, ist damit gegeben. Die Tür ist für den TTC somit einen Spalt offen.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren: Auf come-on.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare