Tischtennis-Regionalliga West

1. FC Köln II erlesen besetzt, doch den Topwert hat ein Altenaer Spieler

Teo Yordanov, Spielertrainer des TTC Altena
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Altenas Spielertrainer Teo Yordanov hat mit 2289 Q-TTR-Punkten den Topwert der Regionalliga inne.

Als die Tischtennis-Saison 2020/21 Ende Oktober vergangenen Jahres erst unter- und später ganz abgebrochen wurde, führten die TG Neuss (7:1 Punkte) und der TTC Altena (6:0) das Klassement an. Auch in der Spielzeit 21/22, die am ersten September-Wochenende beginnt, darf man beiden Vereinen eine vordere Platzierung im zehn Mannschaften umfassenden Starterfeld zutrauen – Topfavorit ist allerdings, nimmt man die Aufstellungen als Maßstab, ein anderes Team.

Altena - Die Zweitvertretung des 1. FC Köln ist es, die auch Altenas Vorsitzender Ralf Springob auf den Favoritenschild hebt. Die Domstädter haben ihre in der 2. Bundesliga spielende erste Mannschaft durch den Briten Samuel Walker verstärkt und so Lennart Wehking (2281 Q-TTR-Punkte) als neue Nummer eins ihrer „Zweiten“ melden können. Dahinter folgen mit Robin Malessa (2269) und Björn Helbing (2258) zwei weitere Akteure, die einen Q-TTR Wert von deutlich über 2200 aufweisen. Eine derart hohe Spielstärke besitzen in der gesamten Liga nur sieben weitere Akteure. Spielt Köln II also komplett – für die 4. Position ist Tim Lindner (2095) vorgesehen – dürfte das Quartett vom Rhein kaum zu schlagen sein.

Auch die TG Neuss sollte trotz des Abgangs des Ex-Altenaers Lukas Bosbach zum Drittligisten SSV Union Velbert II in der Lage sein, erneut eine gute Rolle spielen zu können. Spitzenspieler Illia Barbolin (2224) wird sich einen Platz mit Routinier Jochen Lang teilen, der hinter Tom Heiße die Position drei einnimmt. Gesetzt ist auch Julian Röttgen, während der Chinese Ran Wei die Rolle des Jokers einnehmen soll.

Eine starke Mischung aus Erfahrung und Talent bietet Borussia Dortmund II auf. Mit Wencheng Qi (2263) und Evgeny Fadeev (2246) hat der BVB zwei Topspieler am Spitzenpaarkreuz zur Verfügung. Dahinter folgen die Jugendlichen Marko Panic und Wim Verdonschot, die sich nun ein Paarkreuz höher bewähren dürfen, denn Christian Reichelt (SV Brackwede) und Felix Kleeberg (TuSEM Essen) haben die Dortmunder verlassen.

Mit dem Belgier Florian Cnudde (2271) und dem Rumänen Dragos Olteanu (2220) wartet auch der TTC indeland Jülich II mit zwei Spielern aus dem erlesenen Kreis der Aktiven mit über 2200 Q-TTR-Punkten auf. Cnudde kommt aus dem Jülicher Zweitligateam, das mit dessen Landsmann Robin Devos (TTC Grenzau) Zuwachs aus der Deutschen Tischtennis-Liga erhält.

Mit einer neuen Nummer eins geht auch der TTV Stadtallendorf in die Saison. Die Hessen holten vom TSV Bad Königshofen II aus der Regionalliga Süd den früheren tschechischen Meister Richard Vyborny (2221). Der 50-Jährige trat bei den Olympischen Spielen 2004 im Doppel gemeinsam mit dem Ex-Altenaer Petr Korbel an. Da allerdings der Schwede Johan Hagberg (SV Union Salzgitter) Stadtallendorf verlassen hat, wird sich das Team aus dem Landkreis Marburg-Biedenkopf eher in der unteren Tabellenhälfte einordnen müssen, was auch für den TTC RG Porz und die weiteren hessischen Vertreter TG Obertshausen und Gießener SV gelten dürfte.

Gießener SV mit Instagram-Star

Gießen meldet drei Neuzugänge, die von der britischen Insel kommen: Graeme Barella (27), Englands Topspieler U15, Tobias Ellis, und den Paralympicssieger von Rio 2016, William Bayley, dem auf Instagram fast 50 000 Menschen folgen. Ein Hauptgrund dafür: Bayley, der an einer angeborenen Form der Gelenksteife (AMC) leidet, trat in der englischen „Let‘s Dance“-Variante auf, wo er die dort ebenfalls als Jurorin wertende Motsi Mabuse mit seiner Performance und seiner persönlichen Geschichte – als Kind erkrankte Bayley zusätzlich noch an Krebs – zu Tränen rührte.

Blieben noch die beiden Teams, die am 11. Oktober 2020 in der Sauerlandhalle aufeinandertrafen – dem ersten und einzigen Heimspiel des TTC Altena in der vergangenen Saison. Dem damals mit 3:9 unterlegenen ASV Einigkeit Süchteln ist mit seiner unveränderten Truppe um Daniel Halcour ein Mittelfeldplatz ohne Abstiegssorgen zuzutrauen.

Und die Burgstädter, deren Spielertrainer Teo Yordanov mit 2289 Q-TTR-Punkten den Topwert der Liga innehat, sollten mit Tobias Slanina, dem litauischen Neuzugang Rimas Lesiv (SV Siek) und dem Ukrainer Oleksii Rybka in der Lage sein, oben mitzuspielen. Ob es am Ende zum Aufstieg in die 3. Bundesliga Nord reichen wird, dürfte sich nicht zuletzt in den Duellen mit dem 1. FC Köln II – das erste steigt am 27. November auswärts – entscheiden. Und auch das Auftaktspiel am 4. September bei der TG Neuss wird ein erster Fingerzeig sein, wohin die Reise für die Burgstädter in der Saison 21/22 gehen kann.

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