Tischtennis-Relegation

TTSG nach Krimi NRW-Ligist

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Jubel nach dem erlösenden Sieg im Abschlussdoppel: André Hegendorf, der an vier TTSG-Punkten beteiligt war.

Lüdenscheid - Die TTSG Lüdenscheid hat es geschafft: Nach einem 8:8-Unentschieden in der Relegation der Verbandsliga-Vizemeister gegen den TB Beckhausen steigt die TTSG in die NRW-Liga auf. Am Ende entschied nach einem viereinhalbstündigen Tischtennis-Krimi, der seinesgleichen sucht, ein Satz (33:32) zugunsten der Bergstädter. Der Gast aus Gelsenkirchen muss sich mit der Warteschleife trösten und hoffen, noch einen Nachrückerplatz zu bekommen.

Gewisse prophetische Gaben darf man Arnd Katzke wohl attestieren. Dass es ihn nicht wundern würde, wenn diese Partie 8:8 enden würde, hatte die Nummer fünf der TTSG im Vorfeld gesagt. Ob er aber diese Dramatik geahnt hat, diese Anspannung, diese Stimmung in der mit 80 Zuschauern gut besuchten Halle am Wehberg? Die TTSG lag schnell 0:1 zurück. Katzke und Petrovics hatten gegen das Top-Doppel Theißen/Wrobel beim 0:3 keine Chance. 

Die anderen beiden Doppel der Gastgeber allerdings stachen, wenn auch nicht mühelos: Daniel Becker und André Hegendorf quälten sich gegen Abwehrer Mann und den unorthodoxen Czyszewski über fünf Sätze, um mit 12:10 im Entscheidungssatz die Oberhand zu behalten. Das Duo Hejj/Wichary legte gegen Schneider/Nguyen einen Fehlstart hin und musste auch über fünf Sätze – behielt aber beim 11:6 im letzten Satz die Nerven. 

8:8-Krimi: TTSG Lüdenscheid feiert den Aufstieg in die NRW-Liga

Zwei Fünf-Satz-Siegen in den Doppeln sollten drei Fünf-Satz-Niederlagen in den Einzeln folgen für die TTSG. Das Matchglück kam ihr zeitweilig eminent abhanden. Nach Peter Petrovics’ schnellem 3:0 gegen Wrobel legte André Hegendorf ein 3:0 gegen Schneider nach. Das ging so zügig, dass das erste Einzel in der Mitte schneller vorbei war als die Partie von Daniel Becker am vorderen Paarkreuz. Es hieß 4:1 für die TTSG. 

Becker hatte die TB-Spitzenkraft Mike Theißen zudem am Rande einer Niederlage, zwang ihn nach einem durchwachsenen Start in den fünften Satz und hatte beim 10:8 zwei Matchbälle, doch Theißen holte die nächsten vier Punkte gewann noch 12:10 – 4:2 statt 5:1... Hejj hatte sich inzwischen gegen den in den ersten beiden Durchgängen extrem dominanten Abwehrer Mann in die Partie gekämpft, und wie: Hejj holten sich den dritten und vierten Satz. Im fünften Durchgang wehrte er fünf Matchbälle ab – und verlor am Ende doch 14:16. 

Via Relegation erstmals in der Vereinshistorie in die NRW-Liga: Die TTSG Lüdenscheid mit (von links) Martin Wichary, Arnd Katzke, André Hegendorf, Daniel Becker, Peter Petrovics und Tamas Hejj.

Da parallel Katzke gegen Czyszewski zwar einen starken zweiten Satz hinlegte, ansonsten aber mit seinem Gegner nicht zurechtkam (1:3), war die Partie beim 4:4 wieder offen. Wicharys Sieg gegen Nguyen bedeutete ein 5:4 nach den ersten Einzeln. Petrovis war beim 0:3 im Spitzeneinzel gegen Theißen chancenlos. Damit stand es 5:5 und nach Sätzen 20:20.

Die TTSG legte noch einmal ein 7:5 vor nach den Siegen von Hegendorf (überragende Vorstellung beim 3:1 gegen Manns Abwehrspiel) und Becker (3:1 nach 0:1 gegen Wrobel). Aber dann: Hejj kam gegen Schneider nie ins Spiel (1:3), Katzke glich ein 0:2 gegen Nguyen mit viel Kampfgeist aus, verlor aber im fünften Durchgang. Und Wichary fand letztlich trotz guter Phasen auch kein Mittel gegen Czyszewski (1:3). 

Die Becker-Faust: Daniel Becker bei seinem 3:1-Sieg gegen Wrobel. Der Mendener zeigte in der Relegation eine tolle Performance.

Auf einmal führte der Gast 8:7 (Sätze: 31:30). Die TTSG brauchte im Abschlussdoppel somit einen 3:1-Sieg – und es passte gut zu diesem Krimi, dass Daniel Becker und André Hegendorf die Heldenrolle zukam. Gegen Theißen und Wrobel gaben sie zwar den zweiten Satz ab, doch die drei anderen Durchgänge beherrschten sie beeindruckend. 8:8, 33:32-Sätze – die TTSG ist NRW-Ligist. „Was für eine bekloppte Saison“, brachte es Daniel Becker mit Blick auf die späte Relegationschance auf den Punkt. Und Arnd Katzke ergänzte: „Nach so einer Saison kannst du eigentlich auch nur mit so einem 8:8 aufsteigen... 

Die Ergebnisse: Daniel Becker/Hegendorf, Andre – Marcel Mann/Robin Czyszewski 9:11, 11:9, 11:9, 7:11, 12:10; Peter Petrovics/Arnd Katzke – Mike Theißen/Thorsten Wrobel 8:11, 10:12, 8:11; Tamas Hejj/Martin Wichary – Oliver Schneider/Duc Hai Dong Nguyen 9:11, 11:9, 11:5, 9:11, 11:6 – Petrovics – Wrobel 11:8, 11:9, 11:7; Becker – Theißen 13:11, 8:11, 9:11, 11:5, 10:12; Hegendorf – Schneider 11:5, 11:8, 11:8; Hejj – Mann 3:11, 4:11, 11:8, 11:9, 14:16; Katzke – Czyszewski 5:11, 11:4, 9:11, 8:11; Wichary – Nguyen 11:9, 11:6, 7:11, 12:10; Petrovics – Theißen 5:11, 6:11, 9:11, Becker – Wrobel 6:11, 11:7, 14:12, 12:10; Hegendorf – Mann 11:6, 6:11, 11:2, 11:2; Hejj – Schneider 8:11, 11:8, 7:11, 9:11; Katzke – Nguyen 6:11, 8:11, 11:6, 11:7, 5:11; Wichary – Czyszewski 9:11, 8:11, 11:8, 9:11; Becker/Hegendorf – Theißen/Wrobel 11:3, 3:11, 11:6, 11:6

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