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Zitterpartien: Ranglistenspiele bei nur 12 Grad Celsius

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Von: Thomas Machatzke

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Die Tischtennisspieler schauten am Samstag beim Landesliga-Topspiel dick eingepackt den Spielen der Teamkollegen zu.
Die Tischtennisspieler schauten am Samstag beim Landesliga-Topspiel dick eingepackt den Spielen der Teamkollegen zu. © Popovici, Cornelius

Zwei Tage nach dem Landesliga-Topspiel, bei dem die Zuschauer wegen der 14 Grad kalten Sporthalle am Wehberg lieber vorzeitig wieder nach Hause gegangen waren, wurden die Tischtennis-Spieler der TTSG Lüdenscheid – und ihre Gäste bei der Senioren-40-Vorrangliste des Kreises – auch am Montagabend nicht eben verwöhnt von den Temperaturen in der Sportstätte. Ganz im Gegenteil. Die Aktiven dokumentierten ihr neuerliches Ärgernis mit einem Bild – ein Thermometer auf einer Auswechselbank, und es zeigte diesmal sogar nur 12 Grad Celsius an.

Lüdenscheid - Das Unverständnis bei der TTSG wächst. Der ehemalige Vorstandssprecher der TTSG, Arnd Katzke, hatte noch am Wochenende daran erinnert, wie sehr der Vereinssport der Kommune am Herzen liege und wie wenig dies an diesen Verhältnissen in der Sporthalle abzulesen sei.

„Wir wollen die Situation schnellstmöglich verbessern für die Sportler“, stellt Dierk Gelhausen vom Fachdienst Schule und Sport auf Anfrage fest, „wir haben die Rückmeldung der Vereine direkt weitergegeben. Aber das liegt in der Zuständigkeit der ZGW.“

Die Sporthalle am Wehberg ist die Schulturnhalle der Adolf-Reichwein-Gesamtschule. Dass die Probleme einer zu wenig geheizten Halle zuletzt vor allem an Wochenenden aufgetreten sind, deutet nicht auf ein generelles Problem mit der Heizung hin. Der in diesem Fall Verantwortliche der Zentralen Gebäude-Wirtschaft mag sich im Gespräch mit der Zeitung nicht äußern. Die Pressestelle der Stadt gibt gleichwohl Auskunft. „Es handelt sich wohl um eine alte Heizungsanlage, die nicht bis aufs letzte Grad genau eingestellt werden kann“, sagt Pressesprecher Sven Prillwitz, „aber das Problem soll nun schnell von der ZGW gecheckt und behoben werden.“

Spielordnung schreibt für Meisterschaftsspiele eine Mindesttemperatur von 15 Grad Celsius vor

Die ZGW reagiert damit auf die Vorkommnisse des Samstags. Die 14 Grad in der Sporthalle kosteten die TTSG nicht nur die Zuschauer beim Topspiel gegen Wuppertal – sie hätten den Landesliga-Tabellenführer auch die Punkte kosten können, denn die Spielordnung des WTTV schreibt für Meisterschaftsspiele eine Mindesttemperatur von 15 Grad Celsius vor. „Die Wuppertaler haben bei der Begrüßung noch gescherzt, dass sie zur Not am Ende Protest einlegen würden“, sagt Arnd Katzke, „das wäre natürlich nachträglich nicht gegangen. Sie waren so sportlich und sind angetreten. Aber für uns war diese Situation sehr unangenehm.“

Diese unangenehme Situation wäre bei einem frühzeitigen Handeln der ZGW vor allem vermeidbar gewesen. TTSG-Geschäftsführer Dennis Rusnak hatte die ZGW zuletzt bereits über die bestehenden Probleme mit der Heizung informiert. Die Antwort der ZGW war nicht so ausgefallen, wie man es sich als Vereinsvertreter gewünscht hätte. „Es trudeln derzeit Beschwerden ein, doch um Soll und Ist zu überprüfen, sind stets detaillierte Angaben wünschenswert“, gab der ZGW-Vertreter in einer E-Mail Auskunft, „kann die Aussage ‚Halle zu kalt‘ bitte quantifiziert werden? Wurden die 18 Grad Solltemperatur dauerhaft und zu welchen Zeitpunkt unterschritten? Sollte dies so sein, werden wir abhelfen. Sie werden dafür Verständnis haben, dass wir nicht aufgrund eines gefühlen Kaltempfindens sofort einen Handwerker in Marsch setzen (Kosten).“

Der Handwerker wird nun indes auch ohne Quantifizierung wohl die Arbeit aufnehmen. Und die Frage nach dem Verständnis dürfte die TTSG verneinen. Spätestens seit diesem Wochenende ist das Verständnis der Aktiven restlos aufgebraucht.

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