Tischtennis

Neuer Bewerber für die 3. Liga schmälert Chancen des TTC Altena

TTC-Spielertrainer Teo Yordanov
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Ob Teo Yordanov und der TTC Altena in der Saison 21/22 in der 3. Liga spielen dürfen, entscheidet sich in dieser Woche.

Altena – Wenige Tage vor Ablauf der Bewerbungsfrist um einen Freiplatz in der 3. Tischtennis-Bundesliga Nord kommt noch einmal Schwung in die Angelegenheit. Mit dem TTC Champions Düsseldorf hat, wie in den vergangenen Wochen bereits vermutet, ein dritter bisheriger Drittligist seinen Startverzicht für die Saison 2021/22 erklärt. Allerdings ist mit dem hessischen Regionalligisten VfR Fehlheim auch ein weiterer Bewerber aufgetaucht. Insgesamt sollen es damit neben dem TTC Altena nunmehr fünf ernsthafte Interessenten geben – zwei davon mit besseren Perspektiven. Am Freitag dieser Woche will sich der Deutsche Tischtennis-Bund erklären.

Dass neben dem TTC Fulda-Maberzell II und dem SV Siek auch der TTC Champions Düsseldorf seinen Abschied aus der 3. Liga verkünden würde, war seit längerer Zeit ein unbestätigtes Gerücht, das aber durch die Aussagen von Spielern Nahrung erhielt. Jetzt haben der Vorstand der Landeshauptstädter und Teammanager Frank Müller die Katze aus dem Sack gelassen. Die Partie gegen den SV Union Velbert am 31. Oktober 2020, unmittelbar vor der Saisonunterbrechung, die inzwischen zum Abbruch wurde, wird die vorläufig letzte der Champions in der 3. Liga gewesen sein. Die Gründe für den Rückzug sind in etwa dieselben, die auch im hessischen Fulda und beim früheren Zweitligameister (Saison 2011/12) aus der schleswig-holsteinischen Gemeinde Siek bereits angeführt wurden. Neben dem hohen organisatorischen Aufwand durch die weiten Fahrten spielen hauptsächlich die finanziellen Auswirkungen der Corona-Pandemie eine Rolle. Die Vereine wollen sich im Amateurbereich neu aufstellen.

Corona erschwert Planungen

Die Champions Düsseldorf hatten 2019 den Sprung in die 3. Bundesliga gewagt, den sie ein Jahr zuvor als Meister der Regionalliga West noch abgelehnt hatten. Noch höhere Ambitionen verneinten die Champions stets, rüsteten ihr Team allerdings mit höherklassig und international erfahrenen Akteuren wie dem Serben Aleksandar Karakasevic, dem Kroaten Roko Tosic und Evgueni Chtchetinine aus Weißrussland auf und erreichten in ihrer Premierensaison in der Drittklassigkeit hinter Hertha BSC Berlin einen stolzen zweiten Platz. Für den zum Erstligisten TTC Grenzau gewechselten Karakasevic holte Manager Müller zur Saison 20/21 den früheren deutschen Nationalspieler und EM-Medaillengewinner Thomas Keinath an den Rhein.

Die durch Corona erschwerten Planungen, die Reisekosten und die Ausgaben für das Catering bei Heimspielen, die offenbar nicht wieder eingespielt werden konnten, haben nun zu einem Umdenken in Düsseldorf geführt. Der Spieler und 2. Vorsitzende der Champions, Dominik Halcour, sagte gegenüber dem Portal „myTischtennis.de“: „Uns war klar, dass es irgendwann so weit kommt. Wir wollen den Abstand zwischen erster und zweiter Mannschaft verringern und uns in der Breite besser aufstellen, damit von unten wieder etwas hochkommt.“ Also werden die Düsseldorfer in der Saison 21/22 die Prioritäten anders setzen und nur noch in der NRW-Oberliga an den Start gehen, die Zweitvertretung ist in der Bezirksliga gemeldet. Florian Wagner soll als einziger Stammspieler des bisherigen Drittligateams bleiben, Halcour und Müller werden in die erste Vertretung zurückkehren. Statt Profitischtennis soll beim TTC Champions künftig das „gesellige und freundschaftliche Miteinander“ Vorrang haben.

Die Düsseldorfer Entscheidung reduziert das Starterfeld der 3. Bundesliga Nord für die Saison 21/22 auf acht (SV Union Velbert I und II, SC Buschhausen, TTS Borsum, TSV Bargteheide, TSV Schwarzenbek, SVH Kassel, TTC Lampertheim). Da der Deutsche Tischtennis-Bund von bislang elf Teams auf die Sollstärke zehn Mannschaften zurückkehren will, blieben also zwei freie Plätze.

Die Auffüllreihenfolge, die sich am Ausgang der Saison 2019/20 orientiert:

1./2. ASV Süchteln/Reinickendorfer Füchse Berlin
3./4. VfR Fehlheim/SC Poppenbüttel
5./6. TG Obertshausen/SF Oesede
7./8. TTC Altena/TSV Sasel
9./10. Bor. Dortmund II/TTC Düppel
11./12. TG Neuss/MTV Eintracht Bledeln
13./14. 1. FC Köln II/Oldenburger TB

Hessisches Derby lockt Fehlheim

Bislang war aus dem Kreis der vor den Altenaern eingestuften Mannschaften lediglich das Interesse der Füchse Berlin bekannt. Doch nun hat auch der VfR Fehlheim den Hut in den Ring geworfen, wie Abteilungsleiter Claudio Schubert gegenüber dem „Bergsträßer Anzeiger“ und den „Weinheimer Nachrichten“bestätigte. Schubert erklärte auf Nachfrage, dass man nach erfolgten clubinternen Überlegungen einen Antrag für einen der freien Plätze in der 3. Bundesliga Nord stellen werde. Auch weil dort ein Derby mit der TG Lampertheim lockt.

Bis zum Donnerstag, 15. April, müssen die Papiere beim Deutschen Tischtennis-Bund in Frankfurt eingegangen sein. Sind die Unterlagen aus Reinickendorf und Fehlheim dabei, würden die Chancen des TTC Altena auf einen Freiplatz erheblich schrumpfen - und die Chancen der kolportierten weiteren Bewerber TTC Düppel, Eintracht Bledeln und Oldenburger TB wären allenfalls minimal.

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