Tischtennis

WTTV-Sportrichter Arnd Katze sieht den Tischtennis-Lockdown kritisch

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„Ja, man kann sagen, die Entscheidung hat mir am Sonntag den Abend versaut!“ WTTV-Sportrichter Arnd Katzke sieht den Tischtennis-Lockdown kritisch.

Lüdenscheid – Der Tischtennis-Lockdown und die Reaktionen darauf. Während der Vorsitzende des Kreises Lüdenscheid, Edgar Schwarzkopf (Altena), am Sonntag Verständnis für den Schritt des Westdeutschen Tischtennis-Verbandes zeigte, den Spielbetrieb zum 31. Dezember auszusetzen („Der WTTV musste handeln, das Risiko ist zu groß…“), gibt es auch andere Stimmen.

Arnd Katzke ist oberster Sportrichter im WTTV. Der Anwalt aus Lüdenscheid sagt, vielleicht spiele da sein Sportlerherz eine große Rolle und nicht der Blick des Funktionärs, aber die Nachricht vom Lockdown habe ihn am Sonntag „sehr traurig“ gemacht. „Ja, man kann sagen, sie hat mir den Abend versaut“, sagt Katzke in drastischer Wortwahl. 

Katzke hatte gerade das Wochenende gemeinsam mit Martin Wichary und Uwe Lenke (alle TTSG Lüdenscheid) im Tischtennis-Hotel in Grenzau verbracht, viel trainiert und sich die Grenzauer Bundesliga-Spiele gegen Bremen und Ulm angeschaut. „Dann hat man dort schon gehört, dass der Verband Württemberg den Spielbetrieb aussetzen würde“, sagt Katzke, „da hatte ich schon so eine Vorahnung…“ 

Verstehen kann er den Schritt zu diesem Zeitpunkt gleichwohl nicht. „In Grenzau bei den Spielen waren 60 Zuschauer ohne Maske in der Halle“, sagt er, „hier bei uns bewegt sich selbst der Aktive, wenn er nicht gerade spielt, mit Maske in der Halle. Nichts geschieht ohne Maske. Die Leute waren sehr diszipliniert. Ich glaube nicht, dass Tischtennis bisher hier ein Risiko war. Ich kenne die Beweggründe des WTTV nicht, vielleicht hat man nach den Hallenschließungen in Bochum und Soest Wettbewerbsnachteile befürchtet, aber mir erscheint die Entscheidung sehr schnell und sehr früh. Vielleicht ist es ja auch richtig, aber es ist schwer zu bewerten.“ 

Katzke verweist auf den Sommer und die Entscheidung, in der kompletten Saison auf Doppel zu verzichten. „So wollte man den Sport in eine andere Sparte der Corona-Schutzverordnung bringen, damit er nicht als Kontaktsport gesehen wird“, sagt Katzke und wundert sich nun, warum der Verband der Politik vorgreift. „Es geht hier doch auch um Psychohygiene“, sagt Katzke, der die Gefahr des Virus nicht kleinreden will, aber auch andere Aspekte betrachtet, „jetzt geht wieder ein Stück Normalität verloren, die Kontakte zu Menschen. Ich hoffe nur inständig, dass wir weiter trainieren dürfen.“ 

Befürchtung bleibt, dass die Saison damit zu Ende ist

Als Jurist stellt sich der Lüdenscheider die Frage, warum eine Sperrstunde oder Hallenschließungen die Gesellschaft im Kampf gegen das Virus nach vorne bringen sollen. „In Lüdenscheid hat sich das Virus doch vornehmlich über Großfamilien ausgebreitet“, sagt er, „so verliert man am Ende vielleicht die Akzeptanz der Leute.“ 

Eine Einschätzung Edgar Schwarzkopfs teilt der Landesliga-Spieler der TTSG Lüdenscheid indes, nämlich die, dass es das mit der Saison gewesen sein könnte. Warum sollten die Zahlen im Januar deutlich besser sein? Arnd Katzke befürchtet, dass der Tischtennis-Lockdown über den 31. Dezember hinausgehen wird, aber er hofft, dass es anders wird. In ihm pocht weiter das Sportlerherz. Er will doch nur spielen…

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