Skispringen

Tim Dickas gewinnt 1. Virtuelle Grundsprungchallenge 2020

Skispringer im Flug
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Tim Dickas vom SK Meinerzhagen überzeugte bei der 1. Virtuellen Nord-Westdeutschen Grundsprungchallenge die Richter an den Video-Bildschirmen und gewann sowohl in seiner Altersklasse als auch die Gesamtwertung.

Es war eine der Corona-Pandemie geschuldete Premiere: Die 38. Nord-Westdeutsche Mattenschanzentour der jungen Nachwuchsskispringer hatte in diesem Jahr ein gänzlich anderes Aussehen als in den Jahren zuvor.

Meinerzhagen – Normalerweise beginnen die Wettkämpfe, bei denen rund 80 junge Athleten aus sechs Bundesländern starten, im Mai in Willingen und Rückershausen. Weiter geht es mit Wettkämpfen im Harz im Sommer, ehe sich das Finalwochenende im Oktober in Winterberg und Meinerzhagen anschließt. 2020 indes war alles anders: Schon früh hatten sich die ausrichtenden Vereine zusammengesetzt und überlegt, wie eine Wertung in diesem schwierigen Jahr dennoch funktionieren kann. Entstanden ist so zunächst ein Wettkampfmodell, das vorsah, alle sechs Wettkämpfe im September und Oktober durchzuführen – sofern es die Einschränkungen der jeweiligen Landesregierungen zuließen. Allerdings wurde auch hier klar, dass kein Verein einen Wettkampf mit so vielen Sportlern und Betreuern guten Gewissens durchführen kann. Es wurde erneut umgeplant und schließlich ein gänzlich neues Wettkampfkonzept aus dem Boden gestampft: die 1. Virtuelle Nord-Westdeutsche Grundsprungchallenge.

Tim Dickas gewinnt 1. Virtuelle Grundsprungchallenge 2020

Über einen Zeitraum von sechs Wochen wurden im regulären Trainingsbetrieb an den in Deutschland verteilten Stützpunkten Videos der jungen Sportler erstellt, die im Anschluss nach vier unterschiedlichen Kriterien bewertet wurden: die Anfahrtsposition, der Absprung, der Flug und schließlich die Landung. Es ging also nicht um die Weite, sondern um die beste Technik. So konnte trotz der unterschiedlichen Sprungschanzen ein nationaler Vergleich der Skispringer gezogen werden. Ausgewertet wurden die Videos vom Institut für angewandte Trainingswissenschaft aus Leipzig, das dem Deutschen Skiverband seit geraumer Zeit in Fragen von Wissenschaft und Forschung zur Seite steht.

Ende Oktober waren alle Videos ausgewertet, die Siegerliste stand fest. Anschließend mussten noch die Siegerleibchen in die jeweiligen Vereine verteilt werden, weil natürlich auch eine gemeinsame Siegerehrung an einem zentralen Ort nicht in Frage kam.

Im 54 Sportler starken Teilnehmerfeld waren auch drei Springer des Ski-Klub Meinerzhagen dabei: Tim Dickas (Jahrgang 2008), Colin Kemper (2008) und Max Ehrenreich (2011). Dickas, der für das Jahr 2021 anpeilt, aufs Sportinternat nach Willingen oder Oberhof zu wechseln, wurde seiner Favoritenrolle gerecht. Er gewann souverän in seiner Altersklasse (Schüler 12/13) und wurde zudem als bester der 54 teilnehmenden SportlerInnen gekürt.

Colin Kemper, ebenfalls in der Altersklasse Schüler 12/13 am Start, steigerte sich in den letzten Monaten immer weiter und belegte am Ende einen starken fünften Rang. Dritter SKM-Sportler im Bunde war Max Ehrenreich, er belegte in der Altersklasse der Schüler 10 den dritten Rang und sprang somit aufs Podest. Auch bei Max konnten die Trainer in den letzten Wochen und Monaten eine stetige Verbesserung erkennen. Ihm fehlte in der Endabrechnung nur ein Punkt auf Platz zwei.

Hoffen auf die ersten Sprünge im Schnee

In den nächsten Wochen beginnt nun das Hoffen und Bangen mit Blick auf die anstehende Wintersaison und damit auf die ersten Schneesprünge, die für Dezember in Winterberg geplant sind. Auch die beiden international agierenden Springer des SK Meinerzhagen, Lennart Weigel und Simon Spiewok, sind bereit für den Winter. Für das Duo sind Anfang Dezember die ersten Wettbewerbe in Österreich geplant.

Für Tim Dickas startet die Wettkampfsaison offiziell im Januar mit dem Deutschen Schülercup in Baiersbronn. Durch seine guten Leistungen im Sommer ist er aber ebenfalls für den Schülercup der älteren Jahrgänge in Rastbüchl Mitte Dezember qualifiziert. Dort liegt es allein an den bis dahin geltenden Vorschriften, ob die jüngeren Springer, zu den Dickas zählt, ebenfalls starten dürfen.

Zur Trainingsgruppe am Stützpunkt Meinerzhagen gehören darüber hinaus viele weitere Sportler, die vier- bis fünfmal wöchentlich auf diverse Wettkämpfe hin trainieren – auch wenn diese in diesem Sommer zum Großteil ausgefallen sind. Gemeinsam mit Athleten des TuS Neuenrade sind es insgesamt 15 bis 20 Skispringerinnen und Skispringer, die in Meinerzhagen trainieren. Hinzu kommen seit diesem Jahr die Sportler des Skiklubs Winterberg, die wieder vermehrt nach Meinerzhagen zum Training kommen und die guten Trainingsbedingungen nutzen.

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